Region. Seit fast einem Vierteljahrhundert begleitet die Menschen in Deutschland und inzwischen in 20 weiteren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union der Euro. Mit der Einheitswährung wurde vieles im Alltag einfacher, doch das Design ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Nun sollen die Scheine ein neues Aussehen bekommen – und die Bürger können darüber abstimmen.
Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Bargeld noch zeitgemäß ist. Tatsächlich ist die Art wie wir bezahlen im Wandel, wie unter anderem eine repräsentative Umfrage der Deutschen Bank gezeigt hat. Bargeldlose Zahlungen werden immer häufiger, gleichzeitig halten es aber 80 Prozent der Befragten für wichtig, auch weiterhin mit Bargeld zahlen zu können. Mittlerweile ist bereits die zweite Serie Euroscheine im Umlauf – die Gründe liegen vor allem in der Lebensdauer der Banknoten sowie der Notwendigkeit, es Geldfälschern auch weiterhin so schwer wie möglich zu machen. Am Design hat sich allerdings kaum etwas geändert. Nach wie vor zieren fiktive Bauwerke verschiedener Epochen europaweit die Geldscheine.
Stärkung der gemeinsamen Identität
Zeit für etwas Neues, findet offenbar die Europäische Zentralbank (EZB) und hat daher kürzlich verschiedene Motive vorgestellt, die künftig auf den Banknoten abgedruckt sein könnten. Dabei geht es der EZB um mehr, als das bloße Aussehen des Euros: „Euro-Banknoten sind mehr als ein Zahlungsmittel – sie sind eine der greifbarsten Ausdrucksformen Europas“, so Christine Lagarde, Präsidentin der EZB. „Durch Designs, die Schönheit und Sinn in sich vereinen, werden sie unsere gemeinsame Identität stärken.“
So könnte unser Geld künftig aussehen
Statt den bisherigen Motiven zu den Themen „Epochen“ und "Baustile" in Europa sollen in Zukunft die Themen „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel" im Vordergrund stehen. Bei den nun vorgestellten Motiven handelt es sich um die in die Endauswahl gekommenen Gestaltungsvorschläge. Sie sind in einem EU-weiten Design-Wettbewerb ermittelt worden – mehr als 1.200 Grafikdesignerinnen und -designer hatten sich beworben, wie die EZB in einer Pressemitteilung berichtet. 25 von ihnen waren eingeladen worden, Gestaltungsvorschläge für ein Thema oder beide Themen auszuarbeiten. Eine unabhängige Jury aus 21 Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wie Grafikdesign, Kommunikation, Neurowissenschaft und Geschichte, die jeweils von einer Zentralbank des Euroraums nominiert worden waren, wählte anschließend zehn Vorschläge aus.
EU-Bürger zur Abstimmung aufgerufen
Nun sind alle Menschen in Europa eingeladen, sich in einer auf Beschluss des EZB-Rats initiierten Online-Umfrage zu diesen zehn Gestaltungsvorschlägen zu äußern. Die öffentliche Umfrage läuft noch bis zum 21. September. Parallel dazu wird ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut eine separate Umfrage mit denselben Fragen bei einer repräsentativen Stichprobe von Bürgerinnen und Bürgern des Euroraums durchführen.
So geht es weiter
Die endgültige Entscheidung über die Gestaltung der neuen Banknoten wird der EZB-Rat voraussichtlich gegen Jahresende fällen. Er wird sich dabei auf verschiedene Informationen stützen, unter anderem die Schlussfolgerungen der Jury des Design-Wettbewerbs, eine technische Bewertung sowie die Ergebnisse der beiden Umfragen. Das ausgewählte Design wird dann weiter ausgearbeitet und getestet, bevor es in die Produktion geht.

