Barnabys Big Bang: Fünf Bands, ein Abend und jede Menge Livemusik

Im Schön & Frölich trafen unterschiedliche musikalische Handschriften aufeinander – und ein Stück Braunschweiger Musikgeschichte auf einen Veranstaltungsort mit Vergangenheit.

von Stefan Stümpel


Mehrere Gitarren prägen das musikalische Gesicht der Band Rockin’ Horse.
Mehrere Gitarren prägen das musikalische Gesicht der Band Rockin’ Horse. | Foto: @fotobully

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Braunschweig. Für einen Abend ging es vom Ölschlägern an die Broitzemer Straße: Barnabys Blues Bar lud am gestrigen Samstag zu „Barnabys Big Bang“ ins Schön & Frölich ein. Rockin’ Horse, Bluespower, Groove Sharks, The Stormy Weather Band und The Tangleheads gestalteten gemeinsam einen Konzertabend, dessen Reiz auch in seiner musikalischen Bandbreite lag.



Fünf Bands bedeuteten dabei fünf verschiedene Zugänge zur Livemusik. Gitarrenbetonter Rock hatte ebenso seinen Platz wie Blues, mehrstimmiger Gesang und die Verbindung von Funk, Jazz und Bossa. So bot das Programm Gelegenheit, vertraute Musiker wiederzusehen und zugleich andere musikalische Seiten kennenzulernen.

Livemusik an einem geschichtsträchtigen Ort


Den Rahmen lieferte das Schön & Frölich an der Broitzemer Straße 220. Die Veranstaltungshalle befindet sich im ehemaligen Jolly Joker – einem Namen, mit dem viele Braunschweiger Erinnerungen an lange Diskothekennächte verbinden. Heute erhält das Gebäude als Veranstaltungsort ein neues Kapitel.

Bluespower können eine lange Bandgeschichte vorweisen.
Bluespower können eine lange Bandgeschichte vorweisen. Foto: @fotobully


Mit Barnabys Big Bang kamen hier zwei unterschiedliche Teile des Braunschweiger Nachtlebens zusammen: die Bluesbar in der Altstadt und die frühere Großraumdiskothek. Für einen Abend rückten die Bands und ihre Musik in den Mittelpunkt dieser Verbindung.

Gitarren und Bluestradition


Rockin’ Horse stehen für Southern- und Outlaw-Rock. Mehrere Gitarren prägen das musikalische Gesicht der Band, deren Wurzeln im amerikanisch geprägten Rock liegen. Ihr Profil passt zu einem Konzertabend, der ausdrücklich Raum für handgemachte, gitarrenbetonte Musik schaffen wollte.

Die
Die "Cowboys" von Rockin’ Horse. Foto: @fotobully


Eine besonders lange Geschichte brachte Bluespower mit. Fritz Köster und Sebastian Scheil gründeten die Band 1985. Seitdem führten Auftritte die Formation nicht nur durch norddeutsche Bluesclubs, sondern auch nach Portugal, Mexiko und in die USA. Zum Blues kommen bei Bluespower Souleinflüsse und Bläser, die den Klang über die klassische Gitarrenbesetzung hinaus erweitern. Die Band steht damit für eine Braunschweiger Bluestradition, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat und zugleich offen für zusätzliche musikalische Farben geblieben ist.

Bei Bluespower sind auch Souleinflüsse und Bläser zu hören.
Bei Bluespower sind auch Souleinflüsse und Bläser zu hören. Foto: @fotobully


Von Groove bis mehrstimmigem Gesang


Mit den Groove Sharks war das neue Funk-, Jazz- und Bossa-Projekt von Jan-Heie Erchinger und Eddi Filipp vertreten. The Stormy Weather Band brachte Rock’n’Roll ins Programm. The Tangleheads wiederum setzen auf akustische Klangfarben und mehrstimmigen Gesang, um vertrauten Songs eine eigene Gestalt zu geben.

Die Groove Sharks sind die neue Band von Jan-Heie Erchinger und Eddi Filipp.
Die Groove Sharks sind die neue Band von Jan-Heie Erchinger und Eddi Filipp. Foto: @fotobully


The Tangleheads ließen sich zum Abschied feiern.
The Tangleheads ließen sich zum Abschied feiern. Foto: @fotobully


Gerade diese Unterschiede machten die Zusammenstellung interessant. Der Abend beschränkte sich nicht auf eine einzige Stilrichtung, sondern brachte mehrere musikalische Nachbarschaften auf dieselbe Bühne. Neben den einzelnen Auftritten entstand so ein gemeinsamer Blick auf die Vielfalt der beteiligten Bands.

The Stormy Weather Band brachte Rock’n’Roll ins Programm.
The Stormy Weather Band brachte Rock’n’Roll ins Programm. Foto: @fotobully


The Tangleheads in Aktion.
The Tangleheads in Aktion. Foto: @fotobully


Barnabys Big Bang gab dieser Vielfalt einen größeren Rahmen als einen gewöhnlichen Clubabend. Fünf Bands teilten sich einen Veranstaltungsort – und boten gleich mehrere Anknüpfungspunkte, beim nächsten Konzert wieder dabei zu sein.