Besucherverlust von 40 Prozent - Advent bringt leichte Erholung in Innenstadt

In der Innenstadt sind mehr Besucher unterwegs als im vergangenen Jahr - aber immer noch etwa 40 Prozent weniger als vor der Pandemie.

Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt.
Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt. Foto: Anke Donner

Braunschweig. Die Besucherfrequenzen in der Innenstadt sind in der zweiten Adventswoche im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht gestiegen, bleiben aber fast 40 Prozent hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Ablesbar sei der Einfluss von Sturm und Regen in der Wochenmitte, Betriebe berichten von massiver Verunsicherung zu den Regelungen. Der zweite Adventssamstag macht mit einem Frequenzplus von 8 Prozent zum Vorjahr und gut gefüllten Parkhäusern etwas Hoffnung. Das berichtet das Braunschweiger Stadtmarketing in einer Pressemitteilung.


Seit Ende September 2016 erfasst das Stadtmarketing, unterstützt durch den Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. und die Schloss-Arkaden, die Frequenzen in der Innenstadt an sechs Standorten digital: Damm, Hutfiltern, Langer Hof, Schuhstraße, Poststraße und Sack. Seit Ende März 2019 ergänzt ein Lasergerät in der Neuen Straße die Messungen und seit Mitte Juni 2021 ein weiteres in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Letzteres fließt in die diesjährige Auswertung aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit nicht ein.

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Leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr


Die Frequenzen sind in der zweiten Adventswoche im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 Prozent gestiegen, liegen aber weiterhin exakt 38 Prozent unter denen in den Jahren 2018 und 2019. Insgesamt verzeichneten die Messgeräte 550.940 Passantenbewegungen während der Geschäftsöffnungszeiten von Montag bis Samstag zwischen 10 Uhr und 20 Uhr. Dabei sei allerdings zu berücksichtigen, dass im Vorjahr die Gastronomie bereits geschlossen war und der Weihnachtsmarkt nicht stattfand. Deutlich spürbar sind die Frequenzverluste an dem von Sturm und Regen geprägten Mittwoch, an dem auch der Weihnachtsmarkt vorzeitig geschlossen werden musste. Die übrigen Tage lagen leicht über dem Vorjahr, dabei stach vor allem der Samstag als stärkster Tag der Woche mit rund 143.000 Bewegungen und einem Plus von 8 Prozent hervor.

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Bevölkerung ist verunsichert



Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa.
Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. Foto: Marvin König



„Die Zahlen belegen einerseits ein stabiles Vertrauen vieler Besucherinnen und Besucher in Qualität und Sicherheit der Angebote in unserer Innenstadt. Sie zeigen aber gleichzeitig auch, wie verunsichert ein großer Teil der Bevölkerung angesichts der Lage ist“ resümiert Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH. Nachdem die 2G+-Regel in Kraft getreten war, sei die Frequenz in der Gastronomie und auch auf dem Weihnachtsmarkt spürbar zurückgegangen. „Hier wirkte sich der zusätzliche Aufwand, aber vor allem der Mangel an Testkapazitäten sofort aus. An den Folgetagen konnten wir aber mit dem Ausbau der Testkapazitäten wieder eine Steigerung des Zuspruchs verzeichnen“, so Leppa weiter. Leppa dankt ausdrücklich den vielen Akteuren, die kurzfristig die Testkapazitäten aufgestockt haben. Das Stadtmarketing ermöglichte sehr kurzfristig zahlreiche neue Standorte in der Innenstadt.

Hoffnung durch Adventswochenende


Der Handel sieht die Frequenzen insgesamt mit Sorge. „Das ständige Hin und Her bei den Regeln, ständig neue Ankündigungen und Veränderungen von einem Tag auf den anderen haben unsere Kundinnen und Kunden total verunsichert. Neben dem Aktionismus macht uns vor allem die schlechte Kommunikation Sorgen. Zahlreiche Kunden sprachen uns an, ob den nun schon 2G plus im Handel gelte? Mit dieser Vorgehensweise entzieht man dem stationären Handel und der Gastronomie den Boden, mitten in der für uns wichtigsten Phase des Weihnachtsgeschäftes“, so Mirko Rüsing, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e.V. Olaf Jaeschke, Vorsitzender ergänzt: „Der Zuspruch am Samstag macht mir trotz allem Hoffnung, gemeinsam mit dem Stadtmarketing werden wir die Kommunikation verstärken und hoffen auf eine gute Akzeptanz unserer Bändchen-Lösung für die 2G-Regelung im Handel. Ich begrüße ausdrücklich das angekündigte Überprüfen der 2G plus-Regel, sie macht insbesondere mit Blick auf ihre Gültigkeit auf dem Weihnachtsmarkt überhaupt keinen Sinn und vergrault unnötigerweise ausgerechnet die, die mit der Impfung zur Bekämpfung der Pandemie beitragen.“

2G+: "Schock für Frequenzen auf dem Markt


Dieser Forderung schließe sich auch der Schaustellerverband an. „Der Weihnachtsmarkt hat bis zur Einführung der 2G+ Regel ganz gut funktioniert, vor allem haben sich mit ganz wenigen Ausnahmen die Menschen sehr diszipliniert verhalten, die Regeln beachtet und waren trotz des durch die Verordnungen vorgeschriebenen bürokratischen Aufwands sehr entspannt. Am Mittwoch kamen dann 2G+, Regen und Sturm, das war ein Schock für die Frequenzen auf dem Markt. Die fehlenden Testkapazitäten taten ihr Übriges dazu. Über das Wochenende haben sich die Frequenzen aber wieder gesteigert, wir hoffen, dass 2G plus fällt, dann hätten wir eine gute Chance den Markt auch wirtschaftlich tragfähig weiterzuführen“ fasst Stefan Franz, Vorsitzender des Schaustellerverbandes die aktuelle Stimmungslage zusammen.


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