Blitzer-Bilanz für Braunschweig: Stadt nimmt Millionen ein

Die Verwaltung legt Zahlen zu den geahndeten Geschwindigkeitsverstößen im Jahr 2025 vor.

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Archivbild | Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. Kürzlich hat die Stadt Braunschweig den politischen Gremien neue Zahlen zur Entwicklung der Geschwindigkeitsüberwachung im Stadtgebiet vorgelegt. Ausgewertet wurde das Jahr 2025. In einer Mitteilung außerhalb von Sitzungen wird nicht nur ein Vergleich zum Vorjahr gezogen, sondern auch eine Einschätzung zu den jeweiligen Standorten und Kontrollweisen gegeben.



Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 45.121 Verstöße im fließenden Verkehr durch die Verwaltung zur Ahndung angezeigt. Verwarnungs- und Bußgelder in Höhe von gut 2,1 Millionen Euro wurden dadurch eingenommen. Das ist eine deutliche Steigerung zu 2024, als 37.679 Verstöße mit einer Einnahme in Höhe von knapp 1,8 Millionen Euro geahndet wurden. Zudem liegt die Zahl der 2025 festgestellten Verstöße leicht über dem Niveau der im 2017 beschlossenen Ratskonzept zur Ausweitung der Geschwindigkeitsüberwachung prognostizierten Fallzahl.

Autos bringen am meisten


Fast die Hälfte der Verstöße im vergangenen Jahr (22.444) wurden im Rahmen mobiler Geschwindigkeitskontrollen mit den beiden Messautos festgestellt. Gegenüber dem Vorjahr wurden 8.141 Verstöße mehr geahndet. Der Anstieg sei insbesondere darauf zurückzuführen, dass im Stadtgebiet zusätzliche Messstellen eingerichtet werden konnten und mithilfe organisatorischer Maßnahmen die Nettomesszeit erhöht wurde, so die Stadt.

Grundsätzlich führe die Verwaltung die Geschwindigkeitsüberwachung in Abstimmung mit der Polizei priorisiert an unfallauffälligen Stellen mit einem geschwindigkeitsbedingten Unfallgeschehen sowie an besonderen Gefahrenstellen durch, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Hierzu zählten insbesondere sensible Einrichtungen im Sinne der Straßenverkehrsordnung, beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenheime. Darüber hinaus würden vorgeschlagene Schulwege im Stadtgebiet in die Überwachung einbezogen, sofern in den jeweiligen Bereichen tatsächlich Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt werden.

Blitzeranhänger wichtiger Faktor


Ein weiterer großer Anteil der geahndeten Verstöße (15.851) geht auf den Blitzeranhänger (Semistation) zurück, der auch nach Dienstschluss der städtischen Mitarbeiter noch für Einnahmen sorgt. Dieser wurde im Jahr 2025 in Abstimmung mit der Polizei an insgesamt 31 verschiedenen Messorten im Stadtgebiet, teilweise auch wiederholt, tageweise eingesetzt. Dabei wurden insgesamt sogar 17.210 Verstöße festgestellt. Es konnten aber nicht alle geahndet werden. Bei den nicht auswertbaren Verstößen handelte es sich überwiegend um Fälle, bei denen die Messstation durch Vandalismus, insbesondere Farbschmierereien oder das Anbringen von Aufklebern, beeinträchtigt wurde.

Ende November 2024 wurde die Semistation durch einen Brand erheblich beschädigt (regionalHeute.de berichtete). Zur Reparatur befand sich die Anlage anschließend bis zum 16. Juli 2025 beim Hersteller in Wiesbaden. Um den aufgrund des Reparaturausfalls eingeschränkten semistationären Messbetrieb möglichst weitgehend aufrechterhalten zu können, mietete die Verwaltung für den Zeitraum vom 15. Januar bis zum 14. Mai 2025 einen Leihanhänger an. Dadurch konnte die Geschwindigkeitsüberwachung während des Ausfalls der eigenen Semistation weitgehend fortgeführt werden, heißt es aus dem Rathaus.

Feste Blitzer: Einnahmen gehen zurück


Die restlichen Verstöße (6.901) wurden an den stationären Überwachungsstandorten in der Wolfenbütteler und Gifhorner Straße registriert. Dabei wurde ein Großteil (4.771) an der Wolfenbütteler Straße, stadtauswärts, gemessen. An der Wolfenbütteler Straße, stadteinwärts, waren es 1.243 Verstöße und an der Gifhorner Straße 887.

Die höhere Fallzahl an der Wolfenbütteler Straße im Vergleich zur Gifhorner Straße lasse sich laut Stadt zum einen mit dem höheren Verkehrsaufkommen auf der Wolfenbütteler Straße, zum anderen mit dem dort umfangreicheren Einsatz der Messtechnik erklären. Darüber hinaus sei an Wochenenden und Feiertagen ein zweites Messsystem (aus dem Messauto) in die Messsäule eingesetzt worden. Dies sei aufgrund der technischen Kompatibilität der eingesetzten Messtechnik machbar und ermögliche eine zusätzliche Überwachung an diesen Tagen.

Im Vergleich zum Jahr 2024, in dem 7.834 Verstöße mithilfe der stationären Geschwindigkeitsüberwachung zur Ahndung angezeigt wurden, ist für das Jahr 2025 ein Rückgang um 933 Verstöße zu verzeichnen. "Damit setzt sich der bereits in den Vorjahren festgestellte Gewöhnungseffekt an den stationären Überwachungsstandorten weiterhin fort", so die Verwaltung.

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