Braunschweig. Im Jahr 2020 wurden Pläne der Bahn bekannt, im Rahmen der Stationsoffensive im Großraum Braunschweig in der Löwenstadt drei neue Bahn-Haltepunkte einzurichten. Damals hieß es, die Stationen in Bienrode, Braunschweig-West und in Leiferde sollen 2026 an den Start gehen. Zwischenzeitlich war sogar davon die Rede, dass im Westen der Stadt der drittgrößte Bahnhof der gesamten Region entstehen soll. Die Termine wurden schon bald nach hinten korrigiert. Für den Haltepunkt West wurde zuletzt das Jahr 2029 genannt. Doch auch das wird nicht gelingen.
Die SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat Südwest wollte nun von der Stadtverwaltung wissen, wie es um den an der Schnittstelle Donaustraße / Friedrich-Seele-Straße geplanten Haltepunkt steht. Dabei ging es nicht nur um den derzeitigen Planungsstand, sondern auch um den Lärmschutz der Anlieger, da die Bahn von einem Fahrgastpotenzial von täglich rund 4.000 Fahrgästen bis zum Jahr 2050 gesprochen hatte. Die Antwort der Verwaltung liegt jetzt vor.
Noch ganz am Anfang
Demnach liegt eine Inbetriebnahme noch in weiter Ferne. Aktuell erfolge seitens der Stadt die Vorbereitung eines europaweiten Vergabeverfahrens für die bevorstehenden Planungsleistungen zur verkehrlichen Umfeldentwicklung des Haltepunktes. Das Verfahren soll in der ersten Jahreshälfte 2026 eingeleitet werden. Die im Juni 2024 beschlossene Konzeptidee stelle dabei die Grundlage für die zu vergebende Planungsleistung dar.
Die Inhalte bestehen aus der hochbaulichen Entwicklung des in der Machbarkeitsstudie dargestellten Fahrradparkhauses und der darüber liegenden Platzfläche, sowie der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im direkten Umfeld des geplanten Fahrradparkhauses. Der Zugang zum Haltepunkt sei über die Platzfläche auf Höhe des Knotenpunktes Friedrich-Seele-Straße / Donaustraße geplant.
Die Planungen der Bahn
Parallel dazu werden die Planungen der Deutschen Bahn AG (DB) für die Gleisverlegung und der damit einhergehenden Anpassungen der Marienberger Straße vorangetrieben. Die DB beabsichtige, den Antrag zur Planfeststellung beim Eisenbahnbundesamt in der zweiten Jahreshälfte 2026 einzureichen. Der Baubeginn könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau benannt werden, da dieser von der zeitlichen Festlegung auf Generalsanierungskorridore und den damit verbundenen Sperrpausen abhängt. Nach aktuellem Planungsstand der Bahn wird der Baubeginn voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2030 liegen. Die Inbetriebnahme des Haltepunktes erfolgt laut der DB voraussichtlich Ende 2033.
Lärmschutz für zwei Gebäude
In Sachen Lärmschutz verweist die Bahn laut Verwaltung auf eine vorliegende schalltechnische Untersuchung vom Mai 2024. Demnach seien nach Verkehrslärmschutzverordnung lediglich zwei Gebäude betroffen, für die ein Anspruch auf Lärmvorsorge bestehe. Eine Variantenuntersuchung zu aktiven Schallschutzmaßnahmen (das heißt die Lärmquelle leiser zu machen) habe jedoch ergeben, dass diese im Hinblick auf den angestrebten Schutzzweck nicht verhältnismäßig seien. Infolge der wesentlichen Änderung bestehe daher ein Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen für die beiden Gebäude. Dies kann zum Beispiel der Einbau von Schallschutzfenstern sein.

