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Millionenschäden: Der Wald fest im Griff des Klimawandels


Der Wald wurde durch die vergangenen zwei Jahre schwer geschädigt: Dürre und Borkenkäfer fordern ihren Tribut. Foto: Niedersächsische Landesforsten
Der Wald wurde durch die vergangenen zwei Jahre schwer geschädigt: Dürre und Borkenkäfer fordern ihren Tribut. Foto: Niedersächsische Landesforsten

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29.11.2019

Braunschweig. Die Niedersächsischen Landesforsten blicken besorgt auf das vergangene Jahr zurück. Nachdem auch der Sommer 2019 deutlich zu trocken gewesen sei und dem Wald nicht die nach dem Dürresommer 2018 erhoffte Linderung verschaffte, habe sich die Lage im Wald der Landesforsten noch einmal verschärft. Hierüber berichten die Niedersächsischen Landesforsten in einer Pressemitteilung.


„Vor allem die weitere massenhafte Vermehrung der Borkenkäfer hat in den Wäldern Südniedersachsens gravierende Spuren hinterlassen. Wir gehen von zirka 10.000 Hektar aus, die wir wiederaufforsten müssen. Damit summieren sich die durch die Wetterextreme der letzten Jahre in den Landesforsten entstandenen Schäden auf mittlerweile zirka 300 Millionen Euro.“ resümiert Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten anlässlich der Vorstellung des Waldzustandsberichts durch Niedersachsens Forstministerin Otte-Kinast am 29. November.

Die Entwaldung ganzer Berghänge


„Darin nicht enthalten ist der ökologische Schaden durch die Entwaldung ganzer Berghänge. Wälder bedeuten Boden-, Klima und Wasserschutz.“ erklärt Merker. Der Verlust der jetzt betroffenen Wälder stellt demnach nicht nur einen herben wirtschaftlichen Verlust dar, sondern gefährdet auch die vom Wald erbrachten Gemeinwohlleistungen. „Alle betroffenen Flächen zielgerichtet und zeitnah wiederaufzuforsten ist die anstehende Aufgabe. Sie wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.“ so Merker. Der Verantwortung sind sich die Försterinnen und Förster bewusst, Konzepte zur Wiederaufforstung zur zielgerichteten Entwicklung hin zu Mischwäldern liegen mit dem LÖWE-Programm in den Landesforsten bereits vor.

"Die Schäden sind Klimabedingt"


Das Gelingen der Aufgabe hänge jetzt von der Finanzierung ab, führt Dr. Klaus Merker aus: „Die Schäden sind klimabedingt und gehen daher auf gesamtgesellschaftliche Ursachen zurück. Die Wiederaufforstung liegt, auch wegen der vielfältigen positiven Wirkungen des Waldes, im Interesse aller. Das hat die Politik im Bund wie auch im Land erfreulicherweise erkannt und hat den Waldbesitzern umfangreiche Unterstützung zugesagt. Die Landesforsten rechnen mit 75 Millionen Euro für das anstehende Aufforstungsprogramm und knapp 40 Millionen jungen zu pflanzenden Bäumen. Das können wir in der derzeitigen Lage nicht stemmen und sind deshalb dankbar, dass das Land auch die Landesforsten dabei unterstützen wird, die Wälder wiederaufzubauen und auf das geänderte Klima vorzubereiten.“

Millionen Kubikmeter Holz durch Borkenkäfer geschädigt



Deutlich sind die vom Borkenkäfer befallenen Fichten zu erkennen. Foto: NLF)



Bis Jahresende werden allein im Süden Niedersachsens etwa 1,8 Millionen Kubikmeter vom Borkenkäfer befallenes Fichtenholz zwangsweise geerntet worden sein. In 2018 waren es bereits 2,3 Millionen Kubikmeter, die in Folge von Sturm, Dürre und Borkenkäferbefall geerntet werden mussten. Zum Vergleich: In normalen Jahren ernten die Landesforsten nachhaltig zirka 1,7 Millionen Kubikmeter Holz in ganz Niedersachsen. Das Schadholz trifft auf einen übersättigten Holzmarkt, die Fichtenpreise sind mittlerweile um die Hälfte reduziert.

Auch andere Baumarten zeigen mittlerweile gravierende Schäden infolge der zweijährigen Dürre. Vor allem die Buchen quittieren fehlende Niederschläge mit Vitalitätseinbußen und sterben teilweise flächig ab. Hieraus ergeben sich zunehmende Gefahren für die im Wald Arbeitenden und die Waldbesucher. Die Landesforsten mussten bereits einige Waldbereiche sperren.


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