Braunschweig. Oleksandra Kompanets (19) und Dominik Kultys (16) von der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule begeisterten mit Kompetenz und fundiertem Fachwissen sowohl beim Regionalwettbewerb in Braunschweig als auch beim Landeswettbewerb Jugend forscht. Das berichten die Braunschweigische Stiftung und „Jugend forscht“ in einer Pressemitteilung.
3G-Magnetix lautet der Name ihres Projektes, mit dem sie sich einen Platz beim Bundesfinale von Jugend forscht, Europas größtem Jugendwettbewerb für Wissenschaft und Technik, gesichert haben. Vom 28. bis 31. Mai treten die beiden in Herzogenaurach in der Sparte Physik gegen die talentiertesten Jungforscher Deutschlands an.
Souverän durchgesetzt
Oleksandra Kompanets und Dominik Kultys von der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule haben beim Regionalwettbewerb und im anschließenden Landeswettbewerb in Clausthal-Zellerfeld mit ihrem Magnetometer die Jury überzeugt und sich souverän gegen ihre Konkurrenz durchgesetzt.

Oleksandra Kompanets und Dominik Kultys wollen auch in Herzogenaurach erfolgreich sein. Foto: Andreas Rudolph
„Seit sechs Jahren nehme ich am Jugend forscht Wettbewerb teil, mit mittlerweile schon zehn Projekten insgesamt. Bei jedem dieser Projekte habe ich etwas Neues gelernt: Löten, Elektronik, unzählbare Programmiersprachen, Konstruktion, Mechanik, CAD, Optik, Physik, Astronomie, fortgeschrittene mathematische Grundlagen sowie das Präsentieren meiner Ideen und Projekte“, berichtet der 16-jährige Dominik Kultys, der sich mit seiner Teampartnerin zusammen dieses Jahr den Traum vom Bundeswettbewerb Jugend forscht erfüllt hat.
„Ich bin aus der Ukraine und wohne in Deutschland seit 2022. Zwei Jahre früher (also im Jahr 2020) habe ich in meiner Heimatstadt die Schule gewechselt, mit Physik, Mathe und Informatik auf Leistungsniveau. Da gab es auch viele AGs, unter denen auch eine Physik-AG, in der man verschiedene Aufgaben löste, um sich für die Physikolympiade vorzubereiten. Ebenfalls hier habe ich mich, dank unserer Lehrer, in Physik verliebt“, schildert Oleksandra Kompanets ihren Weg zu Jugend forscht.
Regionalwettbewerb als Grundstein
Die beiden wurden auf der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule von ihren Betreuern ermutigt und bei ihrem Projekt unterstützt. Der Regionalwettbewerb Jugend forscht in Braunschweig bildet ebenfalls einen wichtigen Grundstein in der MINT-Förderung und ermöglicht es Schülern, wissenschaftlich zu arbeiten.
„Wir sind sehr stolz darauf, dass ein Projektteam unseres Braunschweiger Regionalwettbewerbs den Sprung bis zum Bundeswettbewerb geschafft hat. Dieser Erfolg unterstreicht eindrucksvoll das hohe Engagement und die Innovationskraft der jungen Talente in unserer Region. Als Braunschweigische Stiftung freuen wir uns sehr über diese besondere Leistung, wünschen Oleksandra und Dominik viel Erfolg und Freude beim Bundeswettbewerb und sind gespannt auf das Ergebnis“, schildert Insa Heinemann, Patenbeauftragte des Regionalwettbewerb Jugend forscht der Braunschweigischen Stiftung.
Magnetische Präzision aus einfachen Mitteln
Dominik und Oleksandra bewegen sich mit ihrer Arbeit im Bereich der Physik. Mit ihrem Projekt „3-G Magnetix“ haben sie ein kostengünstiges Magnetometer aus Wegwerfmaterialien gebaut, mit dem Ziel, das Erdmagnetfeld und magnetische Stürme messen zu können. „In unserem Projekt haben wir sehr empfindliche Fluxgate-Magnetfeldsensoren und die dazugehörigen Messverfahren und Geräte gebaut, programmiert, getestet und entwickelt. Mit 3G- Magnetix haben wir eine Messgenauigkeit von bis zu 1 Nano-Tesla erreicht, womit wir unsere besten Messungen bisher gemacht haben. Wir haben einen Sturm im Erdmagnetfeld und noch feinere Effekte selbst aufgenommen und konnten diese mit professionellen Messdaten aus Observatorien vergleichen“, erklärt Kultys.
Mit ihrem Projekt haben die beiden nicht nur im Regional- und Landeswettbewerb den ersten Platz belegt, sondern auch zahlreiche Sonderpreise gewonnen. Zusätzlich erhielten sie den PTB-Preis für clevere Messverfahren von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), den Sonderpreis „Elektrostatik, Elektrotechnik und Mikroelektronik“ vom ESD Forum e. V. und eine Einladung zu einem Besuch beim Exzellenzcluster Quantum Frontiers mit Laborführungen, Experimenten und Austauschmöglichkeiten mit Forschenden aus der Quantenmetrologie.
Bleibenden Eindruck hinterlassen
Die beiden Jungforscher haben mit ihrer Arbeit bleibenden Eindruck hinterlassen. „Dominik und Oleksandra zeigten bei der Ausarbeitung und der Präsentation ihres Projektes, dass sie ein tiefes und fundiertes Fachwissen haben und damit die komplexen Zusammenhänge ihres
Projektes durchdringen. Sowohl die technische Umsetzung als auch die Programmierung sind eigenständig und erfolgreich umgesetzt worden, um beides zur Messung von Sonneneruptionen einzusetzen. Dabei zeigte sich auch eine tolle Progression bei der Weiterführung des Projektes. Es ist beeindruckend, wie begeistert und kompetent junge Menschen motiviert an einem spannenden Projekt arbeiten können und ihre Zeit dafür mit Begeisterung investieren“, schildert Dennis Malkowski, Jurymitglied im Regionalwettbewerb Braunschweig.
„Das Projekt 3-G Magnetix von Oleksandra Kompanets und Dominik Kultys veranschaulicht auf beeindruckende Weise die Rolle von Jugend forscht. Es ist ein großartiges Beispiel für ein anspruchsvolles Jugend forscht-Projekt im Fachgebiet Physik und wir freuen uns schon sehr auf die Präsentation beim Bundeswettbewerb in Herzogenaurach“, so Wettbewerbsleiterin des Braunschweiger Regionalwettbewerbs Petra Aust.
Mit neuen Ideen zum Bundeswettbewerb
„Es, nach so vielen Jahren, ins Bundesfinale zu schaffen, ist ein besonderes und sehr belohnendes Gefühl. Wir haben für das Projekt noch viele Ideen und Pläne, die wir noch vor dem Bundeswettbewerb in die Realität umsetzen wollen. Ich bin sehr froh und dankbar, diese noch weitere Entwicklung des Projekts am Bundeswettbewerb vorführen zu können“, schildert Kultys.
Ob es am Ende zum Bundessieg reicht, wird sich am Sonntag, 31. Mai, zeigen – dann findet die feierliche Siegerehrung in Herzogenaurach statt und bildet den krönenden Abschluss eines ereignisreichen Finales mit vier Tagen vollem Programm.

