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Denkmalschutz gegen Klimaschutz: DRK plant Photovoltaikanlagen auf Exer-Gebäude

Das DRK hat große Pläne für den klimagerechten Ausbau der alten Kaserne, jedoch stehe ihnen dabei der Denkmalschutz im Weg.

 Gruppenbild mit Minister: Horst Kiehne (von links, Vorsitzender des DRK-Präsidiums), Ivica Lukanic (städtischer Baudezernent), Björn Försterling (DRK-Präsidium), Christiana Steinbrügge (Landrätin), Thomas Pink (Bürgermeister), Carola Weitner-Kehl (Geschäftsführerin des TIW), Axel Szybay (DRK-Präsidium) Olaf Lies (Niedersächsischer Umweltminister), Andreas Ring (DRK-Vorstand), Thomas Stoch, Uwe Rump-Kahl (beide Geschäftsführer der DRK-inkluzivo Wolfenbüttel gGmbH) und Sven Volkers (Leiter des Amtes Bauen und Planen).
Gruppenbild mit Minister: Horst Kiehne (von links, Vorsitzender des DRK-Präsidiums), Ivica Lukanic (städtischer Baudezernent), Björn Försterling (DRK-Präsidium), Christiana Steinbrügge (Landrätin), Thomas Pink (Bürgermeister), Carola Weitner-Kehl (Geschäftsführerin des TIW), Axel Szybay (DRK-Präsidium) Olaf Lies (Niedersächsischer Umweltminister), Andreas Ring (DRK-Vorstand), Thomas Stoch, Uwe Rump-Kahl (beide Geschäftsführer der DRK-inkluzivo Wolfenbüttel gGmbH) und Sven Volkers (Leiter des Amtes Bauen und Planen). Foto: DRK

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24.07.2020

Wolfenbüttel. Aus der ehemaligen Kaserne am Exer ist inzwischen ein vielfältiger Innovations- und Sozial-Campus geworden. Davon konnte sich jetzt Olaf Lies, Landesminister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, bei einem Besuch in der Zukunftsfabrik des Deutschen Roten Kreuzes überzeugen. Auf Einladung des DRK-Kreisverbandes ging es in lockerer Runde um den Denkmalschutz auf dem Flächendenkmal Exer und wie dieser Innovationsvorhaben – wie Photovoltaik oder ein Coworking-Space – bremsen könnte.


In der Halle 17 am Exer soll künftig ein „besonderer Ort“ entstehen, erklärte DRK-Vorstand Andreas Ring. Sein Kreisverband hat ein neues Projekt im Köcher, das vom Landkreis unterstützt wird: In der Halle könnte ein Coworking-Space mit einem Innovationslabor und weiteren sozialen Projekten entstehen. An diesem Projekt hat auch die Stiftung Zukunftsfonds Asse großes Interesse. Derzeit läuft eine Online-Umfrage zu den Bedarfen in der Bevölkerung des Landkreises Wolfenbüttel und bei Arbeitgebern der Region.

„Ein solcher Ort, soll auch optisch etwas Besonderes sein“, erklärte Ring. Nach vorläufigen Planungen würde die Halle mit bunten Containern bestückt. „So schaffen wir eine flexible Arbeits-Landschaft“, berichtete Ring. Der DRK-Vorstand wünscht sich aber auch bauliche Änderungen, um die Besonderheit des Ortes hervorzuheben: so sollten zum Beispiel alte Glas-Bausteine durch Fenster ersetzt werden können. Bislang stehe auch dabei der Denkmalschutz im Weg.

DRK-Zentrum wird entstehen


Auslöser dieser Entwicklung ist das noch in diesem Jahr beginnende größte Bauvorhaben in der Geschichte des Kreisverbandes. Auf der gegenüberliegenden Seite der Mascheroder Straße, außerhalb des Exer-Geländes, wird ein DRK-Zentrum entstehen, das künftig unter anderem die Rotkreuz-Verwaltung und viele weitere Einrichtungen aufnehmen soll und einen Therapie-Garten beinhaltet.

Ein wichtiger Meilenstein des neuen Hauses stellt die nachhaltige Versorgungs- und Gebäudetechnik inklusive Photovoltaik und -thermie auf den Dächern dar. Der neue Komplex soll dabei mit den DRK-Gebäuden auf dem Exer-Gelände verbunden werden, die ebenfalls Solarzellen erhalten sollen. Es handele sich um ein Gesamtkonzept, schilderte Ring. Schließlich werde der Kreisverband gleichzeitig seine gesamte Fahrzeugflotte auf E-Mobilität umstellen und habe daher einen hohen Energiebedarf. Bislang aber gibt es keine Photovoltaik-Anlagen auf dem Exer – der Denkmalschutz stehe im Weg.

"Zähes Ringen um bauliche Veränderungen"


Die Geschäftsführerin des Technisches Innovationszentrum Wolfenbüttel e.V. Carola Weitner-Kehl berichtete dem Minister vom teils zähen Ringen um bauliche Änderungen am Exer. Der augenscheinlichste Erfolg war die Erlaubnis, die Gebäude mit einem helleren Farbton streichen zu dürfen. „Dadurch erscheint das Gelände jetzt viel freundlicher als vor der Fassadensanierung“, so Weitner-Kehl, die sich zusammen mit zahlreichen Partnern im Arbeitskreis „Masterplan Exer“ für eine zukunftsweisende einheitliche Entwicklung des Geländes einsetzt.

Der Minister zeigte sich von der Entwicklung des Exers beeindruckt. Auch vom Klimaschutz-Energie-Konzept des DRK war er überzeugt. „Denkmalschutz hat einen hohen Wert, hat aber auch mit Nachhaltigkeit zu tun. Ich denke, dass wir gemeinsam etwas in vernünftigem Maße entwickeln und diesen Widerspruch lösen können“, zeigte sich Lies optimistisch. Das klimafreundliche Gesamtkonzept sei eine gute Grundlage für eine entsprechende Genehmigung der zuständigen Behörde, sagte der Minister.


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