Der Jahreswechsel - Gute Vorsätze oder schlechte Vorsätze?

von Julia Seidel


Es ist ein alter Brauch mit guten Vorsätzen in das neue Jahr zu starten. Foto: Julia Seidel
Es ist ein alter Brauch mit guten Vorsätzen in das neue Jahr zu starten. Foto: Julia Seidel

Nun ist es also bald soweit. Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu und das neue steht schon in den Startlöchern. Auch wieder mit dabei: Die guten Vorsätze. Diese kleinen, etwas fiesen Dinger, die man sich vornimmt und die einem ein schlechtes Gewissen einflößen, wenn man sich nicht dran hält.


Beliebte Neujahrsvorsätze sind dabei "mehr Sport treiben", "gesünder essen", "mit dem Rauchen aufhören" oder "abnehmen". "Morgen fange ich an..." - wie oft wurde dieser Satz schon gesagt und dann doch nicht umgesetzt. Doch mit dem Jahreswechsel geben wir uns der Illusion hin, dass jetzt alles anders und viel besser wird. Spätestens Ende Januar hat uns jedoch der innere Schweinehund wieder eingeholt und wir sind wieder da, wo wir im alten Jahr aufgehört haben. Schnell kommen dann Sätze die mit "Man sollte..." anfangen zu tragen. Mir geht es da nicht anders. Bin ich mit viel Motivation ins neue Jahr gestartet, erfolgt die Ernüchterung auf dem Fuße. Vieles wird auf "morgen" verschoben. Aus "morgen" wird "nächste Woche" und letztendlich nie, wenn ich mir nicht selbst auf die Füße trete.

"Ich sollte mal wieder..."


Was kann man also tun, damit die ganzen guten Vorsätze nicht im Sande verlaufen? Sich erst gar keine setzen würden jetzt wahrscheinlich viele sagen. Richtig! Doch abgesehen davon hängt vieles davon ab, wie hoch und konkret man seine Ziele ansetzt. Das habe ich zumindest mal irgendwo gelesen. Demnach wäre "Abnehmen" kein guter Vorsatz. Besser wäre "Im Januar melde ich mich in einem Fitnessstudio an." Und schon hat man einen Grund das Haus zu verlassen und an seinem Vorsatz zu arbeiten. Schließlich bezahlt man für den Spaß.

Auch ich werde das nächste Jahr mit einem guten Vorsatz starten. Vor kurzem schrieb mir eine Freundin, wie schade es ist, dass wir uns im letzten Jahr so wenig gesehen haben. Ja, das ist bedauerlich. Doch man ist Gewohnheitstier, hat viel um die Ohren. "Wir müssen mal wieder..." - Da sind sie wieder - die Phrasen! Ich werde jetzt etwas dagegen tun! Im nächsten Jahr! Ich möchte meine lieben Freunde und Bekannte öfter sehen, auch wenn sie weiter weg wohnen. Ich werde mir jetzt ein Bahnticket buchen...


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