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„Platz in der Geschichte” - Stimmen zum Tod von Helmut Kohl

von Nick Wenkel


Helmut Kohl bei seiner Rede im Deutschen Bundestag. Foto: Deutscher Bundestag/Presse-Service Steponaitis
Helmut Kohl bei seiner Rede im Deutschen Bundestag. Foto: Deutscher Bundestag/Presse-Service Steponaitis

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16.06.2017

Wolfenbüttel. Helmut Kohl ist am heutigen Freitagmorgen in seinem Haus in Ludwigshafen verstorben. Als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland (1982-1998) war er maßgeblich an der Wiedervereinigung 1989/1990 beteiligt. Er wurde 87 Jahre alt.


Kohl hatte 16 Jahre lang das Amt des deutschen Bundeskanzlers inne. Er war einer der prägenden Figuren im deutschen Wiedervereinigungs-Prozess 1989/1990. Wegeneiner komplizierten Erkrankung musste er sich bereits 2007 schweren Operationen unterziehen. Nach einem Sturz im Februar 2008 erlitt er zudem ein Schädel-Hirn-Trauma. Dieser Unfall beeinträchtigte ihn nachhaltig. In die deutsche Geschichte wird Helmut Kohl als „Kanzler der Einheit” eingehen.

Auch in Wolfenbüttel wird dem Altkanzler gedacht


Frank Oesterhelweg, Landesvorsitzender der CDU,gegenüber regionalHeute.de:


Frank Oesterhelweg, CDU Foto:



„Wir trauern um den Kanzler der Einheit“, so CDU-Landesvorsitzender Frank Oesterhelweg zum Tode von Altkanzler Dr. Helmut Kohl, der im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Helmut Kohl war ein großer Staatsmann, der Deutschland in der Nachfolge Konrad Adenauers mit Umsicht und Weitsicht geführt, beherzt die Chance zur Wiedervereinigung ergriffen und als überzeugter Europäer mit vielen Mitstreitern dafür gesorgt hat, dass aus ehemaligen Feinden gute Freunde geworden sind. Helmut Kohl hat die Union maßgeblich geprägt und aus innerer Überzeugung der CDU ein Gesicht gegeben. Persönliche Begegnungen mit dieser starken Persönlichkeit, von vielen auch freundschaftlich als `schwarzer Riese` bezeichnet, werden mir in Erinnerung bleiben. Auch wenn er, eben auch nur ein Mensch, sicher nicht frei von Fehlern war, so war er für viele ein Vorbild – jemand, der nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit ganzem Herzen Politik für unser Vaterland gemacht hat.Begegnet bin ich Helmut Kohl mehrfach, unvergessen ist ein persönliches Gespräch im Kanzleramt noch in Bonn,“ so Frank Oesterhelweg.

Im Video: Stimmen aus der Politik zum Tod des Altkanzlers:



Reaktionen aus Braunschweig:


Oberbürgermeister Ulrich Markurth zum Tode von Helmut Kohl



Mit großer Betroffenheit hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth auf den Tod von Altkanzler Dr. Helmut Kohl reagiert. „Mit Helmut Kohl verlieren wir einen großen deutschen Staatsmann, der die Geschicke unseres Landes in einer entscheidenden Phase seiner Geschichte mit großer Umsicht und Gestaltungskraft gelenkt hat. Wir erinnern uns in Braunschweig gerade in diesem Jahr, dem Jubiläum unserer Städtepartnerschaft mit Magdeburg, an jene Zeit des großen politischen und gesellschaftlichen Umbruchs. Mit der deutschen Einheit rückte Braunschweig wieder in das Zentrum unseres Landes und die Mitte Europas. Helmut Kohl hat maßgeblich den Weg von einem geteilten Deutschland in ein geeintes, friedliches Europa mit einer gemeinsamen Währung geebnet. Glaubwürdig hat er bei den europäischen Nachbarn dafür geworben, dass das geeinte Deutschland in Europa keine Gefahr darstellen, sondern eine partnerschaftliche, gestaltende Rolle einnehmen würde. Sein Tod fällt in eine Zeit, in der das europäische Projekt an vielen Stellen in einer Krise zu stecken scheint. Wünschen wir seinen Nachfolgern das Geschick, die Schwierigkeiten zu meistern und gemeinsam das Projekt von Frieden und sozialem Ausgleich in Europa weiterzuführen.“

Carsten Müller (CDU-Bundestagsabgeordneter):
Ein unsagbar großer Verlust für unser Land. Helmut Kohl hat sich nicht nur um die Deutsche Einheit außerordentliche Verdienste erworben, sondern auch um die Einigung Europas und die Aussöhnung. Ich selbst durfte ihn mehrfach treffen. Unter anderem folgte er auch meiner Einladung nach Braunschweig. Das sind natürlich unvergessene Momente. Helmut Kohl war unbestritten eine große politische Leitfigur, die sich durch Haltung auszeichnete.

Dr. Christos Pantazis (Mitglied des Landtages und Vorsitzender der SPD Braunschweig):
Mit Helmut Kohl ist ein großer Staatsmann, der sich für Frieden, Freiheit und Aussöhnung verdient gemacht hat von uns gegangen. Er war Zeit seines Lebens ein überzeugter Europäer und als Bundeskanzler in der Wendezeit der Gestalter der deutschen Wiedervereinigung.
In den 16 Jahren seiner Regierungszeit als Bundeskanzler hat er die Bundesrepublik entscheidend mit geprägt. Seinen Angehörigen gehört mein Mitgefühl.

Christoph Bratmann (Mitglied des Landtages und SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Braunschweig):
In den 80 er Jahren wurde ich auch deshalb ein politisch denkender Mensch, weil ich Kohl's Politik abgelehnt habe, somit hat er mich auch geprägt. Später wusste ich seine Leistungen für die deutsche Einheit und Europa zu schätzen. Durch diese hat er einen würdigen Platz in den Geschichtsbüchern verdient.

Reinhard Manlik (CDU-Ratsherr in Braunschweig):
Ein großer Staatsmann hat uns verlassen. Seine größte Leistung war sein Einsatz für das Erreichen der deutschen Einheit. Das bedeutet für unseren Raum eine nachhaltige Wirkung, auch in die Zukunft hinaus. Denn wir sind aus der Zonenrandlage jetzt wieder mitten in Deutschland. Ich wünsche den Angehörigen viel Kraft in diesen Stunden.


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