DONNERstag: Murphys Weihnachtsdeko-Gesetz

Immer DONNERstags gibt es jetzt Geschichten unserer Redakteurin Anke Donner, wie sie nur das Leben schreiben kann. Situationen, wie sie einem im Alltag manchmal einfach vor die Füße fallen und die einen zum Lachen, Weinen und Staunen bringen, oder schier an den Rand des Wahnsinns treiben.

von Anke Donner


Erstmal das Lichterketten-Chaos entwirren.
Erstmal das Lichterketten-Chaos entwirren. Foto: Anke Donner

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Ein Blick auf den Kalender zeigt: In einem Monat ist Heiligabend. Zeit also, die kürzlich erstandenen Weihnachtsdeko-Artikel auszupacken. Doch manchmal ist das nur halb so lustig und kein Stück besinnlich.


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Die Weihnachtsdeko wird erst rausgeholt und angebracht, wenn die sogenannten "Stillen Tage" vorbei sind. So hat es mir meine Mutter zumindest beigebracht. Und so fiel bei mir am Montag der Startschuss. Endlich konnten die Weihnachtssachen aus der Garage geholt werden - die neuen und die alten. Und da gab es dann auch schon die erste Überraschung.

Murphys Weihnachtsdeko-Gesetz


Zunächst einmal musste ich mit Schrecken feststellen, dass wohl Deko-Diebe unterwegs gewesen sein müssen. Die Kartons mit dem ganzen Deko-Schnickschnack waren irgendwie anders, leerer. Und, waren es nicht viel mehr? Gut, dass ich noch einige neue Teile besorgt hatte. Aber dennoch: Es war einfach nicht genug. So blieb mir nichts anderes übrig, als noch einmal durch die Geschäfte zu stöbern. Mit dieser Idee war ich allerdings nicht alleine. Die Schlacht um Wichtel, Kerzen und Kränze hatte begonnen.

Zu Hause angekommen, ging es dann mit großer Euphorie an die Dekoration. Doch schon das Lichterketten-Wirrwar holte mich ganz schnell aus dem Deko-Himmel zurück. Obwohl fein säuberlich aufgewickelt und verpackt, hielt ich nun trotzdem ein verknotetes Etwas aus Kerzen und Kabel in der Hand. Immerhin zeigte ein Test, dass noch alle Glühbirnen heile waren und ihren Dienst taten. Das Entwirren konnte beginnen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, tausend Flüchen und mehreren Ermahnungen an meine Katzen, dass man Glühbirnen nicht essen kann, war das Lichterketten-Chaos schließlich beseitigt. Doch offenbar war ich beim Entwirren etwas zu forsch ans Werk gegangen. Der zweite Lichttest zeigte: Nichts…

Die Lichterkette war also ein Fall für die Tonne. Die Tonne übrigens auch. Der Deckel hatte das wütende Versenken der Lichterkette nämlich nicht überstanden. Unter die Lichterkette auf meinem Einkaufszettel schrieb ich also noch einen neuen Mülleimer.

Als Nächstes sollte die Girlande ans Küchenfenster. Eigens dafür hatte ich nagelneue Saugnäpfe besorgt. Auf der frisch geputzten Scheibe sollten die Dinger gut halten. Dachte ich... Doch noch bevor ich den letzten Sauger anbringen konnte, flogen mir die anderen schon wieder um die Ohren. Von der Lichterketten-Odyssee noch etwas genervt, drückte ich die Sauger erneut an die Scheibe. Dieses Spielchen wiederholte ich etwa vier bis fünf Mal, bis sie endlich an Ort und Stelle blieben. Mit viel Fingerspitzengefühl wurde die Girlande angebracht. Stolz und erleichtert stellte ich fest, dass alles an seinem Platz blieb. Bis zum nächsten Morgen. Die Stöpsel hatten der Kälte und Feuchtigkeit nachgegeben, die Girlande war ab.

Unter die Lichterkette und den Mülleimer auf meinem Einkaufszettel schrieb ich also auch noch Powerstrips. Im Laufe des Tages wurde der Zettel immer länger, denn die Kerzenhalterungen für meinen Adventskranz waren verschwunden, ebenso die Knopfzellen-Batterien, die ich neulich erst mitgebracht hatte. Ach ja, Sprühkleber brauchte ich auch neuen. Bei der alten Dose war die Düse verklebt, was dazu führte, dass sich der Kleber über der Küchenarbeitsplatte verteilte. Ob die kleinen Schneeflocken-Aufkleber Opfer meiner Katzen wurden oder von alleine einfach von der Scheibe gefallen sind, weiß ich nicht. Möglicherweise sind sie auch einfach geschmolzen. Sie waren jedenfalls auch weg.

Am Ende wurde aber doch noch alles gut und das Haus leuchtet und strahlt im weihnachtlichen Glanz. Doch die nächste Herausforderung wartet schon. Der perfekte Weihnachtsbaum muss gefunden werden.

Einen schönen DONNERstag und eine tolle Adventszeit, wünscht Ihnen

Ihre Anke Donner


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