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Ehrenamtskarte soll kommen - „Wollen etwas zurückgeben"



Salzgitter

Ehrenamtskarte soll kommen - „Wollen etwas zurückgeben"

von Nick Wenkel


Mit der Karte bekommen die Ehrenamtlichen Rabatte und andere Vorzüge. Symbolfoto: Nick Wenkel
Mit der Karte bekommen die Ehrenamtlichen Rabatte und andere Vorzüge. Symbolfoto: Nick Wenkel Foto: Archiv

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Salzgitter. Die Stadt Salzgitter beteiligt sich an dem Projekt des Landes Niedersachsen zur Einführung der landesweit gültigen Ehrenamtskarte. Dafür stimmte die Mehrheit der Ratsmitglieder in ihrer heutigen Sitzung. Vorausgegangen war der Entscheidung ein gemeinschaftlicher Antrag von M.B.S., SPD und Bündnis 90/Die Grünen.



Bereits im Mai wurde auf der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Integration, ein „Vortrag zur Ehrenamtskarte“ durch Frau Gerlach, Nds. Staatskanzlei Hannover durchgeführt. Gerlach begründete die Initiative damals mit den Worten: „Mit der landesweiten Ehrenamtskarte wollen wir allen etwas zurückgeben, die sich in herausragender Weise für den Nächsten und das Gemeinwohl einsetzen. Die niedersächsische Ehrenamtskarte bringt ihren Inhaberinnen und Inhabern einen persönlichen Mehrwert und ist eine attraktive Anerkennung". Eine Einschätzung, die so auch die Mehrzahl an Mitgliedern des Salzgitteraner Stadtrates teilen.

Die Frage nach den Kosten


Doch es gab auch Kritik, weniger mit dem Antrag, sondern viel mehr vor dem Hintergrund der Ungewissheit. Die CDU wollte der Vorlage nicht zustimmen, da man bereits vor einigen Wochen einen Antrag zur Kostenermittlung gestellt habe und bis heute keine Antwort erhalten habe. Ohne den genauen finanziellen Aufwand zur Schaffung einer Ehrenamtskarte zu wissen, könne die CDU dem Antrag in seiner Form nicht zu stimmen. Anders sah das Sascha Pitkamin (Bündnis 90/Die Grünen). „Ich finde es schade, dass man dem nicht zustimmt. Wir müssen uns auch vor Augen halten, dass fast alle Städte schon eine Ehrenamtskarte anbieten", so das Ratsmitglied. Gerade in Salzgitter sei man nämlich aufgrund der finanziellen Engpässe sehr auf das Ehrenamt angewiesen. „Schade, dass wir die Ehrenamtlichen hier nicht einheitlich wertschätzen können", sagte Pitkamin abschließend. Zwar nicht einheitlich, aber mehrheitlich folgte letztlich die Zustimmung. Mit 24 Ja-, 15 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen zwar nicht so deutlich wie erwünscht, aber für einen Beschluss dennoch ausreichend. Die Verwaltung soll nun konkrete Vorschläge für städtische Angebote in Salzgitter ausarbeiten, die später durch Mitglieder der Ehrenamtskarte Niedersachsen genutzt werden können.

Eine Form der Würdigung


Bisher gewährte die Stadt Salzgitter als eine von wenigen Städten und Landkreisen Niedersachsens (8) noch keinerlei Vergünstigungen. Dies scheint sich nun allerdings zu ändern. Laut Antrag von M.B.S., SPD und Bündnis 90/Die Grünen stellt die Ehrenamtskarte, neben zahlreichen Vergünstigungen, in erster Linie eine Form der Würdigung dar. Unbestritten bleibe, „dass ehrenamtliches Engagement unbezahlbar ist und öffentliche Würdigung verdient", wie es in dem Antrag geschrieben steht.

Wer kann sie beantragen?


Die landesweit gültige Ehrenamtskarte wird von den beteiligten kommunalen Gebietskörperschaften ausgeben und gewährt dem Inhaber niedersachsenweite Vergünstigungen, etwa beim Besuch von Museen oder Schwimmbädern. Interessierte Engagierte müssen sich an ihre Stadtverwaltung wenden und die Ehrenamtskarte dort beantragen. Die Niedersächsische Ehrenamtskarte zielt, wie der Name schon verrät, auf freiwillig Engagierte ab, die sich mindestens fünf Stunden in der Woche ohne Bezahlung in Vereinen, Selbsthilfegruppen, karitativen und anderen Hilfsorganisationen für das Gemeinwohl engagieren. Der Engagierte muss mindestens 18 Jahre alt sein und die freiwillige Tätigkeit seit rund drei Jahren ausüben. Die Ehrenamtskarte hat das Format einer EC-Scheckkarte und den Inhaberinnen und Inhabern werden damit landesweit Vergünstigungen eingeräumt.


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