Einblicke in die Pandemiebekämpfung von morgen

Ein biologisches Puzzle soll die Infektionsforschung revolutionieren. Mehr dazu erfährt man im Science Talk im phaeno Wissenschaftstheater.

Science Talk im phaeno Wissenschaftstheater. Symbolbild
Science Talk im phaeno Wissenschaftstheater. Symbolbild | Foto: Andreas Rudolph

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Wolfsburg. Einblicke in diese Infektionsforschung der Zukunft bietet Dr. Maren Schubert im phaeno Wissenschaftstheater. Der Science Talk mit dem Vortrag „Das Protein-Puzzle: Wie wir Infektionserreger mit ihren eigenen Bausteinen schlagen“ findet in Kooperation mit der Volkswagen Group am Donnerstag, 27. August statt. Ab 18:30 Uhr entschlüsselt die Biotechnologin die neuesten Werkzeuge der Wissenschaft. Der Eintritt ist frei.



Ein biologisches Puzzle soll die Infektionsforschung revolutionieren: Winzige, künstliche Bausteine werden im Labor zu Partikeln zusammengesetzt, die die Hülle gefährlicher Viren perfekt nachbilden. Lässt sich dieses Modell nutzen, um tödliche Erreger ganz ohne Infektionsrisiko auszutricksen und unschädlich zu machen?

Wie ein genialer Trick


Dr. Maren Schubert leitet seit September 2025 die Forschungsgruppe „Virus-like-Particle-basierte Technologien“ im HUMAN-Projekt am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht eine Methode, die wie ein genialer Trick funktioniert: Sie und ihr Team bauen die äußere Hülle von Viren im Labor detailgetreu nach — lassen das gefährliche Erbgut im Inneren jedoch einfach weg.

Biotechnologin Dr. Maren Schubert vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig gibt im kommenden Science Talk Einblicke in die Pandemiebekämpfung von morgen.
Biotechnologin Dr. Maren Schubert vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig gibt im kommenden Science Talk Einblicke in die Pandemiebekämpfung von morgen. Foto: Hinrichs


Das Ergebnis sind perfekte Viren-Attrappen, sog. Virus-like Particles (VLP). Da sie komplett leer sind, können sie niemanden anstecken. Weil von diesen künstlichen Hüllen keinerlei Ansteckungsgefahr ausgeht, hebt die Technologie eine immense Barriere auf: Die Erreger lassen sich ganz ohne die strengen Auflagen von Hochsicherheitslaboren untersuchen.

Sichere Viren-Attrappen


Hergestellt werden diese sicheren Viren-Attrappen durch ein präzises Verfahren mit Insektenzellen und ihre Einsatzbereiche reichen weit über die reine Grundlagenforschung hinaus. Sie dienen beispielsweise als Basis für moderne Impfstoffe — ähnlich dem bereits erfolgreichen Schutz vor humanen Papillomviren — unterstützen die Diagnostik bei der Überwachung von Krankheitsausbrüchen und ermöglichen es, hunderte neue Medikamente gleichzeitig im Eiltempo auf ihre Wirksamkeit zu testen. Das große Ziel ist ein biologisches Frühwarn- und Abwehrsystem für künftige Gesundheitskrisen.

Dr. Maren Schubert forscht zudem an einer Methode, um die VLPs in smarte Transporter zu verwandeln. Durch gezielte Anpassungen sollen sie therapeutische Wirkstoffe künftig punktgenau und hocheffizient direkt in infizierte Zellen einschleusen — ein Durchbruch, der auch völlig neue Behandlungsansätze für chronische Virusinfektionen eröffnen könnte.

Auch online teilnehmen


Der Science Talk wird hybrid angeboten, sowohl in Präsenz als auch als YouTube-Livestream. Den Link zum Livestream finden Sie auf der phaeno Webseite unter www.phaeno.de.

Themen zu diesem Artikel


Veranstaltungen Helmholtz-Zentrum