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Niedersachsen: Entscheidung zu Großveranstaltungen vertagt



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Entscheidung zu Großveranstaltungen vertagt - Was bedeutet das für Festivals?

Viele Festivals sind für 2021 bereits abgesagt worden. In Lüneburg hat am vergangenen Wochenende jedoch sogar schon eins stattgefunden.

von Marvin König


Bilder wie dieses vom Summertime 2018 werden so wohl auch 2021 nicht möglich sein. Die Festivalveranstalter haben trotzdem nicht aufgegeben und planen weiter. (Archivbild)
Bilder wie dieses vom Summertime 2018 werden so wohl auch 2021 nicht möglich sein. Die Festivalveranstalter haben trotzdem nicht aufgegeben und planen weiter. (Archivbild) Foto: Werner Heise

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Niedersachsen / Berlin. Bei der am gestrigen Donnerstag eher im Stillen abgehaltenen Konferenz zwischen Bund und Ländern ging es auch im Hinblick auf die anstehende Fußball-EM um den Umgang mit Großveranstaltungen. Die SPD-geführten Bundesländer hatten hier auf eine einheitliche Linie gedrängt. Eine Entscheidung wurde jedoch Medienberichten zufolge auf August vertagt. Die Länder selbst können trotzdem Konzepte für Großveranstaltungen umsetzen.



Im September 2020 seien einige Voraussetzungen definiert worden, unter denen auch große Veranstaltungen sicher durchführbar sein könnten. Auf dieser Basis sollen nun weitere Pläne geschmiedet werden. Eine Großveranstaltung ist dabei dem Niedersächsischen Stufenplan 2.0 zufolge bei sogenannten "nicht-stationären" Veranstaltungen im Freien bereits ab einer Besucherzahl von 500 gegeben. In geschlossenen Räumen sinkt diese Zahl auf 100. Nicht-stationäre Veranstaltungen sind Events, die im Stehen abgehalten werden und auf Interaktion zwischen den Besuchenden angelegt sind, sozusagen das klassische Festival.

Auch in der Region geht noch vieles


Konzerte, Festivals und Schützenfeste sind dabei aber mitnichten bei 100 bis 500 Personen gedeckelt - bei einer höheren Besucherzahl werden diese lediglich genehmigungspflichtig. Wenngleich Events wie das Rockharz in Ballenstedt und das legendäre Wacken Open Air bereits die Segel gestrichen haben, stecken regionale Events wie das Summertime Festival in Wolfenbüttel und Rock am Beckenrand in Wolfshagen (Landkreis Goslar) noch in den Vorbereitungen. Goslar hat zwar in diesem Jahr kein Schützenfest, aber einen "mobilen Jahrmarkt", wie die Veranstalter es nennen. Die Situation beim Magnifest in Braunschweig ist derzeit unklar - der Veranstalter hat auf eine Anfrage von regionalHeute.de bislang nicht reagiert. Ebenso nicht abgesagt ist auch das M'era Luna Festival in Hildesheim.


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Wie könnte es aussehen?


In Lüneburg hat am vergangenen Wochenende sogar bereits das "Lunatic-Festival" stattgefunden! Hierzu gab es insgesamt acht umzäunte Programmflächen. Jeder Programmpunkt war dabei eine eigene Veranstaltung, der eine Gesamtkapazität von maximal 250 Besuchern fasst. Gleichzeitig wurde das Programm am Folgetag quasi wiederholt. Die Besuchenden mussten auf dem Konzertgelände Sitzplätze einnehmen, konnten diese aber zum Tanzen nahe dem Sitzplatz auch verlassen. Die Zahl von 250 Besuchern resultierte aus der Planung auf Basis der alten Corona-Verordnung. Inzwischen ist also sogar noch mehr möglich.

Richtig groß wird es wohl nicht


Trotz dieser Perspektiven dämpfte beispielsweise Reinhard Sager, Präsident des deutschen Landkreistages, die Erwartungen an Großveranstaltungen gegenüber den Zeitungen der FUNKE-Mediengruppe. In der jetzigen Situation Musikfestivals wie Rock am Ring, Southside oder Rock im Park mit jeweils über 60.000 Besuchern zu ermöglichen, "können wir uns jedenfalls in nächster Zeit nicht vorstellen". Veranstaltungen an der frischen Luft in "zahlenmäßigen Grenzen" seien jedoch gut möglich.


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