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Etliche Verletzte nach Straßenbahnkollision - Innenstadt gesperrt

Um der hohen Anzahl verletzter Personen gerecht zu werden, wurden auch Rettungswagen aus umliegenden Kreisen nach Braunschweig alarmiert.

von Marvin König


Eine der beteiligten Straßenbahnen ist durch die Wucht des Aufpralls aus den Schienen gesprungen. Foto: aktuell24(DC)

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13.08.2020

Braunschweig. Am heutigen Donnerstag kurz nach 13 Uhr ereignete sich auf dem Bohlweg ein folgenschwerer Unfall zwischen zwei Straßenbahnen. Diese fuhren auf der Schienenkreuzung zwischen dem Waisenhausdamm und der Stobenstraße ineinander. Nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr Braunschweig vor Ort seien 16 Personen verletzt worden. Vier davon schwer. Lebensgefahr bestehe jedoch nicht. Nach ersten Erkenntnissen sei wohl eine falsch gestellte Weiche die Ursache für den Unfall gewesen, die Hintergründe seien aber laut Polizeisprecherin Carolin Scherf noch unklar.


Anstatt die Bahnen nebeneinander vorbeifahren zu lassen, leiteten die Weiche eine Straßenbahn nach links weg, sodass sie den Fahrtweg der anderen Bahn kreuzte. Beide Bahnen entgleisten nach der heftigen Frontalkollision. Gegen 13:14 Uhr lautete das erste Einsatzstichwort der Feuerwehr "Person eingeklemmt Schiene", kurze Zeit später erfolgte die Erhöhung des Einsatzstichwortes auf "Massenanfall verletzter Personen". Die Feuerwehr löste damit Großalarm für die Rettungsdienste aus. Die vier Personen mit schwereren Verletzungen wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Zwölf Personen kamen mit leichteren Verletzungen wie Prellungen und Schnitten davon.


Die Feuerwehr ist mit schwerem Gerät zur Bergung der Unglückszüge angerückt. Foto: aktuell24(DC)



Laut Florian Parkitny, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Braunschweig, sei die Situation zunächst unüberschaubar gewesen, weshalb man einen Massenanfall verletzter Personen ausgerufen habe: "Die Bahnen waren scheinbar nicht voll besetzt, die Polizei hat 20 bis 25 Personen angetroffen, viele Fahrgäste waren natürlich schon ausgestiegen." Die Verletzten seien durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht worden. Für den Einsatz zur Bergung der Straßenbahnen seien derzeit mehrere Straßen im Zentrum gesperrt. Die Sperrungen betreffen laut Polizei vor allem den John-F.-Kennedy-Platz und den Bohlweg sowie die Zufahrtsstraßen in Richtung Innenstadt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache bereits aufgenommen.


Zugtrümmer liegen auf der Straße. Foto: aktuell24(DC)



Fahrzeuge werden per Kran geborgen


Für die Bergung der Unglückszüge ist die Feuerwehr mit schwerem Gerät angerückt: "Mithilfe des Kranes der Berufsfeuerwehr Braunschweig und dem Personal der BSVG wird die Bahn jetzt wieder eingegleist und danach ins Depot abgeschleppt", erklärt Parkitny das weitere Vorgehen. Das ziehe starke Verkehrsbehinderungen nach sich. "Wir haben ja eh schon Behinderungen durch die Baustelle an der Georg-Eckert-Straße, dadurch ist der Bohlweg ja schon beeinflusst, ab dem John F. Kennedy-Platz wurde der Verkehr durch die Polizei gesperrt. Die Straßensperrung am Hagenmarkt wurde aber inzwischen aufgelöst", so Parkitny weiter.

Zum Zustand der Fahrer liegen der Feuerwehr zurzeit keine Informationen vor. Diese seien jedoch beide ins Krankenhaus gebracht worden. Die Bergung werde auch durch den Fahrdraht verkompliziert, der über den Schienen liegt und die Straßenbahnen mit Strom versorgt. Zum Schutz der Einsatzkräfte vor einem Stromschlag sei dieser zwar geerdet worden und führt nun keinen Strom mehr, dennoch sei es ein sprichwörtlicher Drahtseilakt für den Kranführer der Berufsfeuerwehr Braunschweig bei der Bergung um die Drähte herum zu manövrieren.

Eine zusätzliche Belastung für die Einsatzkräfte stelle die Hitze dar: "Die Einsatzbekleidung ist ja sehr dick, die soll ja vor Wärme schützen, hält aber leider auch die Körperwärme sehr gut fest. Wir haben gekühlte Getränke an der Einsatzstelle und alle Einsatzkräfte, die nicht am arbeiten sind, stehen im Schatten", so Parkitny abschließend.


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