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Flüchtlinge: Försterling fordert mehr Sprachförderung



Wolfenbüttel

Flüchtlinge: Försterling fordert mehr Sprachförderung

von Max Förster


Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, fordert mehr Sprachförderung. Foto: Privat
Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, fordert mehr Sprachförderung. Foto: Privat Foto: Nigel Treblin

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Wolfenbüttel. Die Schule hat wieder begonnen und somit haben auch Flüchtlinge ihren schulischen Alltag begonnen, obwohl sie größtenteils nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Vor diesem Hintergrund fordert Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, mehr Sprachförderung. Im nachfolgenden Bericht von Christina Balder, Pressesprecherin der FDP Fraktion, wird über über diese Forderung gesprochen.

Seit diesem Donnerstag sitzen an den niedersächsischen Schulen Flüchtlingskinder in den Schulbänken – ohne, dass sie ausreichend Deutsch können. Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, fordert daher schnelles Handeln für die Sprachförderung: „Jetzt ist nicht die Zeit für Gespräche. Die Kinder müssen schnell Deutsch lernen, damit sie den Anschluss nicht verpassen.“ Es sei für ihn „absolut unverständlich“, warum die Kultusministerin sich weiterhin so zögerlich verhalte und in keiner Weise auf die aktuelle Situation reagiere. „Niedersachsen braucht jetzt ein 100 Millionen Euro-Bildungsprogramm für Flüchtlingskinder“, fordert Försterling.

"Fünf Sprachlernklassen im Kreis reichen nicht"


Nach Berechnungen der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag sind rund 2.000 Lehrkräfte für etwa 2.100 Sprachlernklassen nötig. Die Landesregierung aus SPD und Grünen habe jedoch nur 500.000 Euro zur Verfügung gestellt, was gerade einmal für 20 neue Sprachlernklassen für ein Schulhalbjahr reiche, heißt es in dem Bericht von Christina Balder. Jedes zweite der neu angekommenen Flüchtlingskinder bleibe dadurch ohne Sprachförderung, befürchten die Freidemokraten. Derzeit gibt es fünf Sprachlernklassen im Landkreis Wolfenbüttel: An den Grundschulen Karlstraße und am Geitelplatz in Wolfenbüttel sowie an der Haupt-und Realschule Remlingen jeweils eine, an der Erich Kästner-Hauptschule in Wolfenbüttel zwei. „Es ist nicht absehbar, dass das reichen wird“, sagt Försterling. Die Klassen seien schließlich schon jetzt belegt – und die mehr als 200 neuen Flüchtlinge alleine für die Gemeinschaftsunterkunft in Wolfenbüttel noch nicht einmal angekommen.

Försterling - Deutsche Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration


Bildungsverbände haben bereits dringende Hilfen für die Schulen gefordert angesichts von rund 30.000 schulpflichtigen Flüchtlingskindern, die in diesem Jahr nach Niedersachsen kommen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat dazu einen entsprechenden Forderungskatalog an das Land vorgestellt. In der HAZ kündigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt an, dass sie in den kommenden Wochen die Verbände zu diesem Thema zu Gesprächen einladen wolle, erklärt Christina Balder in ihrem Bericht. Das allein sei aber nicht genug, findet Försterling. „Die Landesregierung muss endlich erkennen, dass der Erwerb der deutschen Sprache ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist. Und hier ist jetzt Eile geboten“, sagt er. Die FDP-Fraktion fordert bereits seit langem eine deutliche Erhöhung der Sprachlernklassen im Land. Försterling: „Der Finanzminister schwimmt in den Steuereinnahmen und dennoch versagt die Landesregierung bei diesem wichtigen Aspekt der Integration. Man kann nicht nur von Willkommenskultur reden, man muss sie auch politisch umsetzen.“


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