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Gesamtschulen: SPD gegen Schulträger-Wechsel

von Thorsten Raedlein



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02.02.2015


Wolfenbüttel. Der SPD-Unterbezirk Wolfenbüttel diskutierte in seiner aktuellen Sitzung den Erhalt der Schulträgerschaft der Gesamtschulen beim Landkreis Wolfenbüttel. Anlass hierzu war dass die städtische CDU die Schulträgerschaft für die Stadt beantrage (WolfenbüttelHeute.de berichtete).


Marcus Bosse. Foto: privat



Mit Unverständnis reagiert die SPD im Landkreis Wolfenbüttel auf die Äußerungen der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Wolfenbüttel, dass die Schulträgerschaft der Gesamtschulen im Stadtgebiet von der Stadt Wolfenbüttel übernommen werden soll. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zur Schulentwicklungsplanung ist dieses Ansinnen nicht nachvollziehbar“, so SPD-Unterbezirksvorsitzender Marcus Bosse.


Falk Hensel. Foto: SPD



„Eine Arbeitsgruppe, auch mit Beteiligung der Stadt, ist dabei, eine sinnvolle Schulentwicklungsplanung für den Landkreis zu entwickeln, der die Belange des gesamten Landkreises berücksichtigt. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die Mehrheit der Schülerinnen und der Schüler, die die Gesamtschulen besuchen, aus der Fläche kommen und nicht aus der Stadt Wolfenbüttel“, erläutert der stellvertretende SPD-Unterbezirksvorsitzende Falk Hensel. „Wir wollen als SPD, dass ein zukunftsfähiges, regional ausgeglichenes und qualitativ hochwertiges Schulangebot für den Landkreis entwickelt wird und wollen die Fläche mit attraktiven Schulstandorten stärken“, ergänzt der SPD-Schulexperte Thomas Jakob.


Thomas Jakob. Foto:



Die Leitlinien für eine Schulentwicklungsplanung seien aus Sicht der SPD im Landkreis Wolfenbüttel die Möglichkeit zur Erreichung aller Bildungsabschlüsse (im Sekundarbereich I) in der Fläche, ein qualitativ hochwertiges Schulangebot und eine zeitnahe und effektive Schülerbeförderung, ein regional ausgeglichenes Angebot an weiterführenden Schulen vorzuhalten und die Möglichkeit für alle Schüler für  eine hochwertige Beschulung im Landkreis.

„Eine mögliche Schulträgerschaft der Gesamtschulen im Stadtgebiet der Stadt Wolfenbüttel durch die Stadt Wolfenbüttel gefährdet dieses Ziel“, ist sich die SPD einig. „Ein qualitativ hochwertiges Schulangebot kann mit einer Übertragung der Schulträgerschaft nicht für den gesamten Landkreis gewährleistet werden“, sagt Hensel und begründet dies mit den bisher bekannten Ergebnissen der Schulentwicklungsplanung.

„Bei allen Betrachtungen dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass die Schülerzahlen in den nächsten Jahren erheblich abnehmen werden“, erläutert Bosse und beschreibt: „Hierauf müssen wir reagieren und den Menschen ehrliche Antworten geben. Es reicht nicht, hiervor die Augen zu verschließen und den Kopf in den Sand zu stecken. Eine seriöse Schulpolitik, die sich an den Interessen der Schülerinnen und Schüler orientiert, muss hierauf Antworten und Lösungen finden.“ Für die SPD im Landkreis Wolfenbüttel geht es um die Schulqualität“, meint der Vorsitzende des Schulausschusses im Landkreis Julian Märtens.

Die SPD appelliert an alle politisch Verantwortlichen im Landkreis Wolfenbüttel: „Wir handeln im Interesse der Landkreisbevölkerung, hierbei darf der Slogan – Hauptsache Wolfenbüttel – keine Anwendung finden, sonst vernachlässigen wir 70.000 Menschen, die außerhalb der Stadt Wolfenbüttel im Landkreis leben“, so die Vertreter der SPD.

Die Diskussion im Schulausschuss am Dienstag zum Thema dürfte also spannend werden.


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