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Gewerbegebiet an A2: BUND fordert Ablehnung der Machbarkeitsstudie

Der BUND fordert alle Fraktionen auf, die Beschlussvorlage zur Machbarkeitsstudie abzulehnen und das Thema zuerst von der Abteilung Klimaschutz unter dem Aspekt des Klimarelevanz beurteilen zu lassen.

Symbolfoto
Symbolfoto Foto: Sina Rühland

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12.01.2021

Region. Der BUND Braunschweig äußert sich zum vorgesehenen Beschluss des Rats der Stadt Braunschweig zur Machbarkeitsstudie für das interkommunale Gewerbegebiet Kreuz A2/A39. Die Umwelt- und Naturschutzorganisation fordert alle Fraktionen auf, die Beschlussvorlage zur Machbarkeitsstudie abzulehnen und das Thema zuerst von der Abteilung Klimaschutz unter dem Aspekt des Klimarelevanz beurteilen zu lassen.



In den kommenden Sitzungen des Wirtschafts- und Verwaltungsausschusses sowie der Ratssitzung soll ein Beschluss für eine Machbarkeitsstudie zum interkommunalen Gewerbegebiet Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter am Elm (A2/A39) erfolgen.
Der BUND fordert alle Fraktionen auf, die Beschlussvorlage zur Machbarkeitsstudie abzulehnen und das Thema zuerst von der Abteilung Klimaschutz unter dem Aspekt des Klimarelevanz beurteilen zu lassen. Dazu gehört auch eine detaillierte, vergleichende Bewertung der verschiedenen im KOREG (Konzept regionalbedeutsamer Gewerbestandorte) identifizierten Potentialflächen in der Region in Hinblick auf Klima- und Naturschutz.

Der Bau eines Gewerbegebiets an einer Autobahn fördert in erster Linie den Straßen-, insbesondere den LKW-Verkehr. Es besteht weder eine Bahnanbindung als Voraussetzung für einen umweltverträglichen Gütertransport noch eine Anbindung an den ÖPNV. Aufgrund der isolierten Lage wird dies auch nur durch großen Aufwand einzurichten sein. Die Anfahrt mit dem PKW zum Arbeitsplatz sowie der Gütertransport per LKW werden so quasi festgeschrieben. Dies steht im krassen Widerspruch zu den Bestrebungen der Stadt Braunschweig, Gewerbe und Wohnen wieder stärker zu vernetzen, um Verkehre zu reduzieren. Auch im KOREG wird als ein Kriterium folgendes genannt: „Es gilt das Prinzip der kurzen Wege. Durch den prioritären Anschluss an vorhandene Siedlungsräume werden Verkehrsvermeidungsstrategien gestützt und bauliche Maßnahmen für die Infrastruktur minimiert." Pikanterweise werden die entsprechenden CO2-Emissionen gemäß der aktuellen Bewertungsmatrix auch nicht in die Bilanz der Stadt Braunschweig eingehen, während andererseits von dem Gewerbegebiet profitiert werden soll. Mit Klimaschutz und Verkehrswende hat das nichts zu tun.


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