Wittingen. In den frühen Morgenstunden des heutigen Dienstags wurden die Ortsfeuerwehren Hagen-Mahnburg, Knesebeck und Wittingen zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person nach Mahnburg alarmiert. Gegen 3:30 Uhr war ein Auto aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und durch die Außenwand einer Scheune gebrochen. Das berichtet die Kreisfeuerwehr Gifhorn in einer Pressemitteilung.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde der Fahrer bereits durch den Rettungsdienst medizinisch versorgt. „Die Person war im Fahrzeug eingeklemmt, sodass wir umgehend eine technische Rettung mittels hydraulischem Rettungsgerät eingeleitet haben“, berichtet Michael Mühe, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Hagen-Mahnburg.
Fahrer aus Auto befreit
Das Fahrzeug wurde durch den Aufprall stark beschädigt und klemmte zwischen Steintrümmern in der Scheune. Durch eine zügige Seitenöffnung konnte der Fahrer schnell aus dem Fahrzeug befreit werden. Um kurz nach 4 Uhr wurde der 31-jährige Mann aus dem Landkreis Gifhorn an den Rettungsdienst übergeben. Er hatte nach Einschätzung der Einsatzkräfte großes Glück im Unglück.
Parallel zur Menschenrettung stellte sich heraus, dass die Scheune durch den Aufprall erheblich beschädigt worden war. Risse im Mauerwerk führten zu einer akuten Einsturzgefahr im betroffenen Bereich. Ein Bauingenieur aus den Reihen der Feuerwehr Wittingen beurteilte die Statik des Gebäudes, sodass auf die zunächst erwogene Nachalarmierung eines THW-Baufachberaters verzichtet werden konnte.
Baumstamm als Stütze
Zur Sicherung der Gebäudestruktur setzten die Einsatzkräfte auf eine pragmatische und zugleich wirkungsvolle Lösung: Neben feuerwehreigenem Abstützmaterial kam auch ein vor Ort vorhandener Baumstamm des Eigentümers der Scheune zum Einsatz. Dieser wurde passend zugeschnitten und mithilfe eines landwirtschaftlichen Schleppers in Position gebracht. Gemeinsam mit einer Drehstütze der Feuerwehr konnte die beschädigte Wand so stabilisiert werden.
„Solche Lösungen zeigen, wie wichtig Erfahrung und Improvisationsfähigkeit im Einsatz sind – gerade im ländlichen Raum“, so Kreisbrandmeister Jens Dieckmann, der als Einsatzkraft mit der Feuerwehr Knesebeck vor Ort war.
Neben der technischen Rettung und der Gebäudesicherung stellten die Einsatzkräfte den Brandschutz sicher, streuten auslaufende Betriebsstoffe ab und kontrollierten die Einsatzstelle mit einer Wärmebildkamera. Während der Maßnahmen war die betroffene Straße zeitweise voll gesperrt. Insgesamt waren 49 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Polizei, Rettungsdienst mit zwei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug im Einsatz.

Michael Mühe (li.), Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Feuerwehr Hagen-Mahnburg und Holger Krebs (re.), Ortsbrandmeister Feuerwehr Knesebeck bei einer Lagebesprechung. Foto: Tobias Nadjib / Kreisfeuerwehr Gifhorn
Nachdem das Unfallfahrzeug durch ein Abschleppunternehmen geborgen worden war, konnte die Einsatzstelle gegen 5:15 Uhr an die Polizei und den Eigentümer übergeben werden.
„Der Einsatz zeigt, wie flexibel und professionell unsere Feuerwehren mit Rettungsdienst, Abschleppunternehmen und Polizei zusammenarbeiten, von der schnellen Rettung bis zur pragmatischen Gebäudesicherung. Am wichtigsten: Der Fahrer hatte bei diesem komplizierten Einsatz großes Glück im Unglück", so Tobias Nadjib Leiter der Kreisfeuerwehr Pressestelle des Landkreises Gifhorn.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.


