Dachstuhlbrand: Großeinsatz bei winterlichen Temperaturen

In der vergangenen Nacht ist in Ehra-Lessien ein Schornstein in Brand geraten. Das Feuer breitete sich jedoch schnell aus.

Die Einsatzkräfte bei Beginn des Einsatzes auf der Drehleiter.
Die Einsatzkräfte bei Beginn des Einsatzes auf der Drehleiter. | Foto: Roland Vasel

Ehra-Lessien. Am gestrigen späten Donnerstagabend wurde die Feuerwehr Ehra-Lessien um 22:56 Uhr zu einem Schornsteinbrand zu einem freistehenden Einfamilienhaus im Ortsteil Lessien alarmiert. Über den Einsatz berichtet die Kreisfeuerwehr Gifhorn in einer Pressemitteilung.



Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass das Feuer bereits auf den Dachstuhl übergegriffen hatte. Aufgrund dieser Lage wurde umgehend eine Alarmstufenerhöhung durchgeführt und weitere Kräfte nachalarmiert, darunter auch die Drehleiter aus Wittingen. Das betroffene Gebäude befand sich am Ende einer Stichgasse. Durch die enge Bebauung und die schwierige Zuwegung musste zunächst Platz geschaffen werden, um die Drehleiter in Stellung bringen zu können. Bis dahin waren mehrere Trupps unter Atemschutz im Außenangriff eingesetzt. Ein Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Brandausbreitung nicht mehr möglich.

Temperaturen erschweren Löscharbeiten


Die Löscharbeiten gestalteten sich zusätzlich aufgrund der eisigen Temperaturen von rund minus sechs Grad Celsius schwierig. Löschwasser gefror teilweise auf Oberflächen, Schläuche und Geräte mussten fortwährend kontrolliert werden, und die Einsatzkräfte waren einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt. Nach Inbetriebnahme der Drehleiter wurde das Feuer gezielt von oben bekämpft. Nachdem das Feuer unter Kontrolle war, konnte durch den Energieversorger LSW das Gebäude stromlos geschaltet werden. Die Wasserversorgung wurde über mehrere Unterflurhydranten sichergestellt, teilweise auch über längere Wegstrecken.

Im weiteren Einsatzverlauf wurde das Technische Hilfswerk mit einem Baufachberater sowie einem Fachberater hinzugezogen, um die Statik und Tragfähigkeit des Gebäudes zu beurteilen. Nachdem das Gebäude als ausreichend standsicher eingestuft worden war, konnten Einsatzkräfte unter Atemschutz in das Gebäude vorgehen, um verbliebene Glutnester im Innenbereich abzulöschen. Abschließend wurde über die Drehleiter Netzmittel aufgebracht, um letzte Glutnester zu ersticken und ein erneutes Aufflammen zu verhindern.

Das Feuer hatte bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits auf den Dachstuhl übergegriffen.
Das Feuer hatte bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits auf den Dachstuhl übergegriffen. Foto: Roland Vasel



Hauptstraße voll gesperrt


Während des gesamten Einsatzes blieb die Hauptstraße in Lessien bis in die frühen Morgenstunden voll gesperrt.

Die Anwohner wurden vorsorglich durch den Rettungsdienst vor Ort untersucht, mussten jedoch nicht in ein Krankenhaus transportiert werden. Sie konnten sich bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr selbstständig aus dem Gebäude begeben.

Zahlreiche Kräfte waren im Einsatz.
Zahlreiche Kräfte waren im Einsatz. Foto: Roland Vasel



Zahlreiche Kräfte im Einsatz


Im Einsatz waren rund 80 Kräfte der Feuerwehr aus mehreren Ortsfeuerwehren, darunter Ehra-Lessien, Brome, Altendorf, Zicherie, Parsau, Rühen, Brechtorf, Eischott, Hoitlingen, Tiddische und Bergfeld. Zusätzlich waren zwei Kräfte der Polizei, zwei Kräfte des Rettungsdienstes sowie fünf Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe (SEG) im Einsatz. Die SEG versorgte die Einsatzkräfte während der langen Einsatzdauer mit warmen und kalten Getränken sowie einem kleinen Imbiss.

Gegen etwa 4 Uhr konnte "Feuer aus" gemeldet werden. Zur Brandursache sowie zur Schadenshöhe kann die Feuerwehr derzeit keine Angaben machen.

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