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Gifhorner Lehrer kritisieren Impf-Aussetzung



Gifhorn

Gifhorner Lehrer kritisieren Impf-Aussetzung

Im Landkreis Gifhorn sollen Lehrer nicht geimpft werden, weil es nicht genügend Impfstoff gibt. Das sorgt für Kritik.

von Anke Donner


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Rudolf Karliczek

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Gifhorn. Schulleitungen weiterführender Schulen im Landkreis Gifhorn kritisieren in einem offenen Brief die Aussetzung der Erstimpfung für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen. Grund für die Aussetzung der Impfung sei die Meldung, dass die Impfzentren in Niedersachsen Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna in den kommenden Wochen nur für Zweitimpfungen geliefert bekommen, berichten die Schulleitungen.



Gemeinsam haben die Schulleitungen der Hauptschule Meinersen, Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Gifhorn, Freiherr-vom-Stein-Schule Gifhorn, Fritz-Reuter-Realschule Gifhorn, IGS Gifhorn, Oberschule Wesendorf, Realschule Calberlah, Realschule am Drömling Rühen und der Oberschule Weyhausen einen Brief verfasst, in dem sie ihrem Unmut und ihrer Sorge Luft machen. Nach über einem Jahr Pandemie sollte doch mittlerweile allen bewusst sein, wie wichtig Schule, Bildung, Erziehung, Beratung und schulische Sozialkontakte für Kinder und Jugendliche sind, heißt es in dem Schreiben. "Um das zu ermöglichen, bedarf es gesunder Lehrerinnen und Lehrer – auch an den weiterführenden Schulen. Die Mitteilung des Landkreises sowie die Entscheidung des Landes Niedersachsen lesen sich für uns anders", sagt die Lehrerschaft und fordert Antworten.

Den offenen Brief veröffentlichen wir nachfolgend unkommentiert und ungekürzt.

Der offene Brief


"Soeben wurde uns vom Landkreis Gifhorn offiziell mitgeteilt, dass den Kollegien der weiterführenden Schulen kein zeitnahes Impfangebot unterbreitet werden könne. Begründet wurde dies damit, dass die Impfzentren in Niedersachsen Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna in den kommenden Wochen nur für Zweitimpfungen geliefert bekämen und das Land Rücklagen mit diesen Vakzinen bilde. Die Impfstoffe von AstraZeneca sowie Johnson&Johnson würden zwar in geringen Mengen für Erstimpfungen geliefert, dürften jedoch nur an über 60-Jährige verimpft werden.

Somit erscheint eine Erstimpfung der Kollegien an den weiterführenden Schulen im Landkreis Gifhorn vor Mitte Juni unrealistisch zu sein.
Wir alle wollen, dass unsere Schulen für die uns anvertrauten Jugendlichen geöffnet bleiben. Und wir alle an den weiterführenden Schulen möchten ein möglichst gutes Unterrichts- und Beratungsangebot vorhalten – so wie wir das unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie seit über einem Jahr machen. Gleichzeitig sind wir Schulleitungen aber auch in der Verantwortung, für größtmöglichen Schutz der Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen zu sorgen. Vor diesem Hintergrund macht uns die aktuelle Mitteilung des Landkreises Gifhorn nicht nur traurig, sondern fassungslos.
Wir fragen uns:
-Ist den entscheidenden Stellen beim Land Niedersachsen und beim Landkreis Gifhorn bewusst, dass wir inklusive Schulen sind?, Oder anders gefragt: Ist den genannten Stellen klar, was Inklusion ist? Warum durften wir weiterführenden Schulen erst zum 5. Mai Impfwillige unserer Kollegien an den Landkreis melden? Wäre hier eine frühere Erfassung nicht angesagt gewesen? Hätte man so nicht zeitig erfassten Impfwilligen abends unbürokratisch im Impfzentrum übrig gebliebene Impfdosen verabreichen können, statt diese zu „entsorgen“? Und welche Logik steckt hinter der Heraufsetzung der Inzidenzwerte für das Szenario B (Wechselunterricht) durch das Land Niedersachsen, wenn gleichzeitig die Erstimpfungen für die Lehrkräfte an weiterführenden Schulen ausgesetzt werden?


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