Alarm zum Abschied: Stellvertretender Stadtbrandmeister verabschiedet

Nach elf Jahren im Amt wurde Frank Slotta mit einer ganz besonderen Überraschung von seinen Kameraden verabschiedet.

Frank Slotta war sichtlich bewegt von dem Abschied, den ihm seine Kameraden bereitet hatten.
Frank Slotta war sichtlich bewegt von dem Abschied, den ihm seine Kameraden bereitet hatten. | Foto: Feuerwehr Goslar

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Goslar. Nach elf Jahren wurde Erster Hauptbrandinspektor Frank Slotta am vergangenen Samstag als stellvertretender Stadtbrandmeister verabschiedet. Und seine Kameraden hatten sich für den Anlass etwas ganz Besonderes einfallen lassen, wie die Feuerwehr Goslar in einer Pressemitteilung berichtet.



Es begann mit einem Alarm – aber nicht dem gewöhnlichen. Am frühen Samstagabend rollte vor dem Haus von Frank Slotta kein normales Einsatzfahrzeug vor, sondern ein alter Willys-Jeep: ein Fahrzeug mit Geschichte, einst ein Geschenk der Kameraden aus Arcachon, der französischen Partnerstadt Goslars, mittlerweile als Feuerwehrauto aufgebaut und für besondere Events in Dienst genommen. Mit diesem Jeep, begleitet von beiden Löschzügen und mit Alarm, wurde der stellvertretende Stadtbrandmeister gemeinsam mit seiner Frau von zu Hause abgeholt und zur Feuerwache Goslar gefahren, wo Kameradinnen und Kameraden bereits auf ihn warteten.

Strategische Planung


Der Abend war von langer Hand strategisch vorbereitet worden: Offiziell hatte Stadtbrandmeister Christian Hellmeier zu einem Partnerschaftsaustausch eingeladen – die Kameraden aus Arcachon, Aveiro, Beroun und Brzeg waren bereits seit mehreren Tagen in Goslar zu Gast –, mit einem abschließenden „Farewell Dinner“ als letztem Tagesordnungspunkt. Ort und Uhrzeit wurden dabei bewusst offengelassen. Dass irgendwann in dieser Woche auf dem Hof der Feuerwache eine mobile Getränkebude aufgetaucht war, die dort eigentlich nicht hingehörte, hatte Slotta stutzig gemacht. Als dann der Jeep vorfuhr: „Eins und eins habe ich dann doch zusammengesetzt“, räumte er später schmunzelnd ein. Dass ihn der Abend in dieser Form dennoch überraschte, bestritt er nicht. „Das habe ich so nicht erwartet. Das ist auch nicht so wirklich mein Ding, da im Mittelpunkt zu stehen.“

Durch den Abend führte Stadtbrandmeister Christian Hellmeier – als Gastgeber, Moderator und Architekt der Überraschung zugleich. Er hatte die Einladung zum vermeintlichen Partnerschaftsaustausch formuliert, den letzten Programmpunkt bewusst vage gehalten und jeden Redner des Abends souverän eingeführt.

Zahlreiche Gäste würdigten den verdienten Feuerwehrmann an diesem Abend.
Zahlreiche Gäste würdigten den verdienten Feuerwehrmann an diesem Abend. Foto: Feuerwehr Goslar



Mehr als ein Jahrzehnt Verantwortung


Elf Jahre hat Frank Slotta das Amt des stellvertretenden Stadtbrandmeisters im Stadtkommando der Freiwilligen Feuerwehren Goslars innegehabt – elf Jahre Verantwortung für alle elf Ortsfeuerwehren des Stadtverbandes. Koordination zwischen den Einheiten, Führungsarbeit auf Stadtebene, die nicht immer einfachen Abstimmungsprozesse, die ein Stadtverband dieser Größe braucht: Das war sein Terrain, wie die Feuerwehr Goslar schreibt. Kein Terrain des großen Auftritts, sondern eines, das vertrauensvolle Beziehungen, Verlässlichkeit und die Fähigkeit erfordert, mit sehr unterschiedlichen Menschen zu arbeiten – und dabei stets die Sache in den Mittelpunkt zu stellen.


Frank Slotta wurde an diesem Abend auch ausgezeichnet.
Frank Slotta wurde an diesem Abend auch ausgezeichnet. Foto: Feuerwehr Goslar



Feierliche Auszeichnungen


Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner überreichte im Namen der Stadt Goslar die Ehrennadel der Stadt, gemäß einem Beschluss des Verwaltungsausschusses vom 1. Juni 2026, für sein herausragendes Engagement und sein ehrenamtliches Wirken für die Goslarer Feuerwehren. Stadtbrandmeister Christian Hellmeier verlieh Slotta mit Wirkung vom 6. Juni 2026 die Ehrenmitgliedschaft im Stadtkommando der Freiwilligen Feuerwehr Goslar – in Anerkennung eines, so die Urkunde, weitaus außerordentlichen ehrenamtlichen Engagements für das Feuerschutzwesen der Stadt.