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Parken in der Innenstadt beschäftigt den Handel



Parken in der Innenstadt beschäftigt den Handel

von Alec Pein


Symbolfoto: Hesse
Symbolfoto: Hesse Foto: Martina Hesse)

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Goslar. Nun meldet sich auch die Goslarer Kaufmannsgilde zu Wort: Das bestehende Parkraumkonzept der Stadt bedarf aus Sicht des Handels einer dringenden Überarbeitung, heißt in einer Mitteilung. Wenn sich in der Altstadt bezüglich der Parkflächen nichts ändert, wandern viele Kunden in Gewerbegebiete ab, befürchtet Patrik Werner, Vorsitzender der Kaufmanssgilde. Der von der CDU vorgelegte Antrag zur Schaffung eines Parkraumkonzeptes begrüßt die Gilde, jedoch geriet auch dieser in die Kritik: "Wahlkampf" lautete kürzlich im Bauausschuss der Vorwurf seitens SPD-Ratsmitglied Karen Haase. Es sei zu früh, der Verwaltung einen solchen Auftrag zu erteilen, da man noch nicht wüsste was dort "noch alles passiert".

Die Kaufmannsgilde begrüßt ausdrücklich den CDU-Antrag, der alle Beteiligten Interessengruppen, wie IGG (Interessengemeinschaft Goslarer Gastgeber) oder DEHOGA (Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V.) an einen Tisch bringen soll. Vorschläge, die nach Abriss der zweiten Parkebene in der Bolzenstraße und den Planungen bezüglich des Kaiserpfalzquartiers gebracht wurden, würden den Gesamtzusammenhang nicht berücksichtigen. Deshalb sei eine "umfassende Sicht" auf die aktuelle Situation nötig. Bereits Anfang des Jahres habe man eine Arbeitsgruppe aus örtlichen Einzelhändlern gebildet und nach einer ersten Erörterung beschlossen einen Experten einzuladen. Mit Rainer Schneider der Firma „Park-Konzepte“ wolle man im Gespräch über die Wünsche und Bedürfnisse des Goslarer Einzelhandels zu reden. Wunsch der Kaufmannsgilde sei es, gemeinsam mit der Stadt ein umfassendes Parkraumkonzept zu erarbeiten, das die grundlegenden Bedürfnisse der Kunden des Handels berücksichtige. Dabei sollen im besten Fall Regelungen wie kostenfreie Kurzzeitparken mittels einer sogenannten "Brötchentaste", längerfristiges Parken mit preislicher Staffelung je nach Nähe zur Fußgängerzone und kostenfreies Parken in den Randbereichen für Anwohner und in der Innenstadt beruflich Beschäftigte, bestmöglich aufeinander abgestimmt werden.


Im Zuge der Quartiersentwicklung sollen, so wird es sowohl von CDU als auch von der Kaufmannsgilde befürchtet, für den Handel wichtige Parkplätze wegfallen. Ebenso wie es im Bereich Bolzenstraße durch den Abriss der zweiten Parkebene bereits geschehen sei. Bei weniger Parkplätzen an der Kaiserpfalz befürchte man seitens des Handels, dass potenzielle Kunden für einen Einkauf in Gewerbegebieten entscheiden.

Denkmalschutz und Wahlkampf




Erste Anträge zur Schaffung neuer Parkflächen wurden bisher von CDU, bezüglich des ehemaligen Zirkusabladeplatzes am Bahnhof und der FDP, die den Abriss des Odeontheaters und Schaffung eines neuen Parkhauses im Visier hatte, eingereicht. Letzterer Antrag stieß im Bauausschuss jedoch mehrheitlich auf Ablehnung. Die Verwaltung geht derzeit gar doch wieder davon aus, dass das Gebäude des Odeontheaters aus denkmalschutzrechtlicher Sicht nicht abgerissen werden kann. Bezüglich des CDU-Antrags zum ehemaligen Zirkus Abladeplatz wurde bereits eine umfangreiche Untersuchung des zuständigen Fachdienstes vorgelegt. Das Fazit: Dort einen Parkplatz zu schaffen führe lediglich zu einer Verlagerung der Nutzung von weniger attraktiven Flächen im hinteren Bereich, zu näheren Parkplätzen im vorderen Bereich des Bahnhofes.

Die Anzahl der verschiedenen Anträge zum Thema Parken kritisierten Henning Wehrmann (Bürgerliste Goslar) und Karen Haase (SPD) am vergangenen Donnerstag in der Bauausschusssitzung: Wehrmann betonte, dass sich bisher - außer in der Bolzenstraße - nichts getan habe, was zu einem wirklichen Notstand geführt hätte. Etliche Parkraumkonzepte seien in der Vergangenheit beraten worden und hätten in jedem Fall zu dem Ergebnis geführt, dass es keinen Mangel gebe. Obwohl man noch nicht wüsste, wann und was genau sich an der Kaiserpfalz ändern werde, erstellen man einen "Flickenteppich aus Anträgen" zum Thema Parkplätze, was sich Karen Haase nur mit aufkommender Wahlkampfmotivation erklärten konnte.


https://regionalgoslar.de/cdu-ratsfraktion-fordert-parkraumkonzept/
https://regionalgoslar.de/stolpersteine-und-urwald-am-bahnhof-stadt-plant-fuer-2017/


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