Goslar. Seit Beginn dieses Monats hat die Technische Einsatzleitung (TEL) der Goslarer Kreisfeuerwehr ihre neuen Räumlichkeiten im Katastrophenschutzkeller des Kreishauses bezogen. Dieser Schritt bildet einen wichtigen Baustein bei der Professionalisierung und Neuaufstellung der Katastrophenschutz- und Krisenarbeit auf Landkreisebene, wie die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet.
Landrat Dr. Alexander Saipa unterstreicht die Bedeutung dieser Neuausrichtung. „Die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in der die TEL seit 2013 untergebracht war, ist räumlich nur eingeschränkt geeignet und letztlich auch zu weit vom Kreishaus, wo unser Katastrophenschutzstab im Ernstfall zusammenkommt, entfernt. Mit dem Umzug in die Klubgartenstraße haben wir eine gute Lösung gefunden. Technische Einsatzleitung und Katastrophenschutzstab profitieren fortan von kurzen Wegen sowie einer professionellen technischen Ausstattung mit dem dazugehörigen Support. Dies zahlt in unsere neue strategische Ausrichtung ein.“
Vorteile, die auch Goslars Kreisbrandmeister Udo Löprich, zu schätzen weiß. „Im Schulungs- und Sitzungsraum der FTZ musste das komplette Equipment für die Arbeit der TEL immer erst aufgebaut und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Dies entfällt künftig, denn die Arbeitsplätze für die Mitglieder der TEL sind ab sofort immer eingerichtet und einsatzbereit. Darüber hinaus profitieren wir von der zentralen Lage und der Logistik, die uns das Kreishaus bietet“, berichtet der Kreisbrandmeister. Einen weiteren Pluspunkt sieht der Kreisbrandmeister in der Notstromversorgung: „Das Kreishaus verfügt über ein Notstromaggregat, sodass wir auch bei einem Stromausfall arbeitsfähig bleiben. Das war bei allen Überlegungen natürlich auch ein wichtiges Argument.“
Erprobtes Konzept
Der Katastrophenschutzstab des Landkreises, dessen Mitglieder aktuell umfassende Schulungen beim Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) durchlaufen, wird seine Zelte im Krisen- und Katastrophenfall im Kreistagssaal aufschlagen. Dieses Konzept wurde bereits während der Coronapandemie praktiziert und hat sich als effektiv erwiesen. Neben dem großen Sitzungssaal können die umliegenden Besprechungsräume für unterschiedliche Formate genutzt werden. Landrat Dr. Alexander Saipa hofft natürlich, dass der Landkreis und die Bevölkerung von Krisen und Katastrophen verschont bleibt, will im Ernstfall aber gewappnet sein. „Wir müssen uns der Realität stellen und einsehen, dass der Katastrophenschutz wieder mehr in den Fokus rückt. Wir wollen und müssen unseren Anteil daran leisten“, so der Chef der Goslarer Kreisverwaltung.
Hintergrund
Die Technische Einsatzleitung (TEL) ist eine spezialisierte Führungseinheit der Kreisfeuerwehr unter Leitung des Kreisbrandmeisters, die bei
Großschadenslagen (beispielsweise Unwetter, Gefahrgutunfälle) oder im Katastrophenfall die Einsatzkräfte koordiniert. Sie entlastet die Einsatzleitung vor Ort, indem sie technische Abläufe plant, die Kommunikation regelt und den Einsatz verschiedener Organisationen wie
Feuerwehr und THW lenkt. Darüber hinaus agiert die TEL als Schnittstelle zur Polizei, Verwaltung, Energieversorgern und anderen Hilfsorganisationen. Um diese komplexen Aufgaben zu bewältigen, gliedert sich die TEL in verschiedene Sachgebiete.

