Sie sind hier: Region >

Gymnasium-Umzug: Das sagen die Fraktionen in Helmstedt



Helmstedt

Gymnasium-Umzug: Das sagen die Fraktionen in Helmstedt

von Nick Wenkel


Die Ratsfraktionen in Helmstedt sprechen sich für einen Verbleib des Gymnasiums aus. Symbolfoto: Archiv
Die Ratsfraktionen in Helmstedt sprechen sich für einen Verbleib des Gymnasiums aus. Symbolfoto: Archiv Foto: Magdalena Sydow

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Helmstedt. Jüngst gab die Kreisverwaltung Helmstedt bekannt, das Gymnasium am Bötschenberg zum Schulzentrum an der Wilhelm-Bode-Straße in Königslutter umzusetzen zu wollen. Die Fraktionen reagieren unterschiedlich auf diese Maßnahme. Während sich die Fraktionen in Königslutter für einen Umzug des Gymnasiums aussprechen, sehen die CDU und SPD in Helmstedt dies anders.



Im Schulausschuss in Königslutter am vergangenen Dienstag war die Sache klar: Das Gymnasium am Bötschenberg soll an die Wilhelm-Bode-Straße nach Königslutter verlegt werden. „Die Stadt Königslutter am Elm begrüßt ausdrücklich den Vorschlag der Verwaltung des Landkreises Helmstedt, das Gymnasium am Bötschenberg nach Königslutter am Elm umzusetzen. Sie bittet den Kreistag des Landkreises Helmstedt, diesem Vorschlag uneingeschränkt zu folgen", hieß es in der Beschlussvorlage, der sämtliche Fraktionen letztlich ihre Zustimmung gaben. Doch in Helmstedt sieht man das Vorhaben anders. CDU und SPD wollen das Gymnasium weiterhin am Bötschenberg behalten.

Die Meinungen aus Helmstedt:


Martin Ryll, CDU-Fraktion:


Für den Erhalt des Gymnasiums am Bötschenberg in Helmstedt spricht sich der CDU-Stadtverband aus. „Das GaBö ist ein unverzichtbarer Teil der Helmstedter Schullandschaft“, so die einhellige Meinung des Stadtverbandvorstandes. Die CDU hatte sich während einer Vorstandssitzung am vergangenen Montag intensiv mit der Thematik der aktuellen Schulentwicklungsplanung auseinandergesetzt. Beleuchtet wurde dabei insbesondere die Stellung der Kreisstadt Helmstedt als Schulstandort. Der Dreiklang von drei Gymnasien in Helmstedt und Schöningen habe sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt. „Wir sehen keine überzeugende Begründung, dieses Erfolgsmodell zu verändern.“ Zudem fehle ein Nachnutzungskonzept für den Bötschenberg. Pressesprecher Martin Ryll ging auf die besondere Quartierssituation am Bötschenberg ein. „Das Zusammenspiel zwischen GaBö, Helmstedter Sportverein und Politischer Bildungsstätte läuft hervorragend und hat sich bewährt. Auch das für Helmstedt so wichtige Chinaprojekt müsse in Helmstedt verbleiben. Wir haben mit EEW ein international bedeutsames Wirtschaftsunternehmen in Helmstedt, welches sich im Eigentum einer chinesischen Holding befindet.“

Ryll erinnert daran, dass EEW vor wenigen Jahren für rund 1,4 Milliarden Euro verkauft worden ist. Aufgrund dieser Situation sei die Beschulung chinesischer Schüler am Bötschenberg in Helmstedt und die dadurch entstehende Bindung an den Wirtschaftsstandort Helmstedt für den gesamten Landkreis von überragender Bedeutung. Der CDU-Stadtverband fordert darüber hinaus den Landkreis Helmstedt als Schulträger auf, den Bestand zu sanieren. Das GaBö sei in die Jahre gekommen, halte aktuell eine, für alle anderen Schulen im Landkreis mittlerweile zum Standard gehörende, Mensa nicht vor. Darüber hinaus sei es an der Zeit, am Bötschenberg eine neue Schulsporthalle zu bauen, die nicht nur für den Schulsport dringend benötigt werde.
„Wieviel Sinn macht es eigentlich, für mehrere Millionen Euro an einem neuen Standort eine Schule zu bauen und dafür in Helmstedt Gebäude und gewachsene Strukturen verfallen zu lassen?“ lautete einer der vielen Fragen, die während der Vorstandssitzung gestellt wurden. Der Beschluss des Vorstandes lautete dann wie folgt: „Der CDU-Stadtverband Helmstedt spricht sich für den Erhalt des Gymnasiums am Bötschenberg in Helmstedt aus. Der Landkreis Helmstedt wird aufgefordert, in diesen Schulstandort in Helmstedt zu investieren“.

Michael Gehrke, SPD:

„Die SPD-Ratsfraktion hat sich am Montag nach eingehender Diskussion gegen die „Umsetzung“ des Gymnasiums Am Bötschenberg nach Königslutter ausgesprochen. Sie ist deshalb auch der Meinung, dass ein möglicher Prüfauftrag an die Verwaltung des Landkreises nicht notwendig ist. Für die SPD-Fraktion geht es dabei nicht um die Frage, ob Helmstedt verliert oder Königslutter gewinnt. Sie bedauert, dass bei der bisherigen Diskussion pädagogische Fragestellungen, die allein die entstehenden Kosten rechtfertigten könnten, keine Rolle gespielt haben. Bei der Schulplanung sollten nicht nur standortpolitische Fragen in die Entscheidung einfließen, sondern es sollten vielmehr die Interessen der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund stehen. Für die SPD-Ratsfraktion sei ein besonderes pädagogisches Interesse für eine Umsetzung des GaBö nach Königslutter nicht erkennbar und eine solche Umsetzung gegen den Willen von Schüler- und Elternschaft auch politisch nicht vermittelbar."

Die Meinungen aus Königslutter lesen Sie hier:


https://regionalhelmstedt.de/gymnasium-umzug-das-sagen-die-fraktionen-in-koenigslutter/


zur Startseite