Hammer-Fachmärkte vor dem Aus? Weitere Filialen werden geschlossen

Für die Hammer-Fachmärkte scheint eine Rettung immer unwahrscheinlicher. Weitere Märkte sollen geschlossen werden.

Weitere Hammer-Märkte sollen geschlossen werden.
Weitere Hammer-Märkte sollen geschlossen werden. | Foto: Matthias Kettling

Region. Bereits über Monate zieht sich die Krise bei den Hammer-Fachmärkten hin. Nach einer vermeintlichen Rettung nach einer ersten Insolvenz durch die „Hammer Raumstylisten GmbH“ kündigte sich die nächste Krise an. Auch die Hammer Raumstylisten GmbH meldete Insolvenz an. Die Hoffnung war groß, dass man über Investoren einen Weiterbetrieb ermöglichen kann. Doch auch hier konnte bisher keine tragfähige Investorenlösung gefunden werden. Eine Rettung scheint immer unwahrscheinlicher.



Wie aus einer aktuellen Pressemitteilung der Insolvenzverwalter am heutigen Mittwoch hervorgeht, sei immer noch keine verbindliche Investorenlösung zur Rettung und zum Erhalt der bundesweit tätigen Fachmarktkette für Raumgestaltung, Heimtextilien und Renovierung gefunden worden. Die beiden zuletzt im M&A-Prozess befindlichen Interessenten hätten ihre (bislang unverbindlichen) Angebote zurückgezogen und ihre Bemühungen um Hammer zwischenzeitlich eingestellt. Dafür sei jüngst ein neuer Interessent aufgetreten, der ein indikatives Angebot für das gesamte noch intakte Filialnetz abgegeben habe. Gemessen am Engagement, der konkreten Geschwindigkeit und dem sehr späten Eintritt in den Verkaufsprozess (M&A-Prozess) würden aber Zweifel bestehen, dass eine Lösung so kurzfristig gefunden werden kann, wie es erforderlich sei, um die Liquidation und Geschäftsbetriebseinstellung noch zu verhindern. Unabhängig davon würden weiterhin hinsichtlich diverser Standorte Verhandlungen mit branchenfremden Interessenten laufen, die die Mietflächen übernehmen wollen und auch Mitarbeitern an den Standorten ein Arbeitsplatzangebot machen wollen.

Weitere Filialen werden geschlossen


Seit Anfang April 2026 läuft bereits der Totalräumungsverkauf in allen noch geöffneten Hammer Standorten; 46 Standorte waren bereits bis Ende März 2026 geschlossen und an die Vermieter zurückgegeben worden. Derzeit läuft der Räumungsverkauf in noch 41 Hammer Filialen.

Da allerdings nicht mehr genügend Ware für die Fortsetzung des Räumungsverkaufs in allen derzeit 41 Standorten vorhanden sei und ein Zukauf von neuer Ware aus finanziellen Gründen nicht in Frage komme, werden Ende April weitere 20 Hammer Filialen geschlossen und der Räumungsverkauf dann noch in 21 Märkten bis Ende Mai 2026 mit interessanten Rabattstaffelungen fortgesetzt.

Nach Abschluss des Totalräumungsverkaufs werden auch diese sodann noch verbleibenden 21 Hammer Standorte Ende Mai 2026 ihre operative Betriebstätigkeit einstellen und auch diese Märkte werden voraussichtlich geschlossen, es sei denn, es gelingt doch noch eine Investorenlösung, nach der es derzeit allerdings nicht aussehe, heißt es in der Mitteilung der PLUTA Rechtsanwalts GmbH.

Kündigungswelle droht


Zur Vorbereitung der Schließung und Beendigung der operativen Betriebstätigkeit werden noch im April 2026 sämtliche Arbeitsverhältnisse mit einer Kündigungsfrist von maximal 3 Monaten gekündigt, nachdem alle (insolvenz-)arbeitsrechtlichen Voraussetzungen dafür vorliegen. Soweit für die Mitarbeiter in den Märkten und in der Zentrale in Porta Westfalica keine Beschäftigungsmöglichkeiten mehr bestehen – beispielsweise weil die Filiale geschlossen ist – müssen die Kündigungen auch mit Freistellungen verbunden werden. Auch sämtliche Mietverhältnisse aller Standorte werden Ende April 2026 mit einer (gesetzlich vorgesehenen) 3-monatigen Frist gekündigt.

Der Insolvenzverwalter, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht Stefan Meyer von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH, äußert sich wie folgt: „Die Entwicklung und der aktuelle Stand sind vor dem Hintergrund der unermüdlichen Bemühungen aller Beteiligten um einen Erhalt von Hammer sehr bedauerlich. Selbstverständlich werden wir trotz schwindender Zuversicht alles daransetzen, vielleicht doch noch „last minute“ eine Lösung zu finden; die Verhandlungen werden jedenfalls fortgesetzt. Den Hammer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich sehr ausdrücklich für ihren großartigen Einsatz und ihr Engagement in den Wochen und Monaten, in denen ich für das Unternehmen in meiner Funktion als (vorläufiger) Insolvenzverwalter Verantwortung tragen durfte.“