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Heftige Diskussionen um Kuratorium für das Bürgermuseum

von Max Förster


Kulturausschuss lehnt Kuratorium für Bürgermuseum ab. Das Bürgermuseum soll in der Jahnturnhalle entstehen. Foto: Marc Angerstein
Kulturausschuss lehnt Kuratorium für Bürgermuseum ab. Das Bürgermuseum soll in der Jahnturnhalle entstehen. Foto: Marc Angerstein Foto: Marc Angerstein

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14.02.2016


Wolfenbüttel. Die Jahnturnhalle soll zu einem Bürgermuseum werden (regionalHeute.de berichtete). Um eine direkte Beteiligung und aktive Mitgestaltung des Museums zu ermöglichen, beantragte die Gruppe Bündnis für soziale Gerechtigkeit/DIE LINKE zusammen mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, ein Kuratorium, also eine Art beratendes Gremium, zu etablieren. Dieser Antrag verursachte heftige Diskussionen und wurde mit fünf Gegenstimmen abgelehnt.

"Museen haben auch heute noch leider die Tendenz, Geschichte aus der Sicht der einst herrschenden Klassen und der Besitzenden zu erzählen. Der Alltag der einfachen Bevölkerung, ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihre Kultur, bleiben dabei oft auf der Strecke", heißt es in dem Antrag. Die Gruppe Bündnis für soziale Gerechtigkeit/DIE LINKE und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wollen mit der Einführung eines Kuratoriums sicherstellen, dass das Bürgermuseum seinem Namen gerecht und eine aktive Bürgerbeteiligung gewährleistet wird.

Notwendigkeit eines Kuratoriums umstritten


Zum einen erinnerte der Vorsitzende des Kulturausschusses Professor Dr. Christoph Helm daran, dass die Stadt bereits plant, eine museale Einheit aus dem Museum Schloss und dem Bürgermuseum zu schaffen (regionalHeute.de berichtete). "Ein eigenes Kuratorium für einen Teilbereich mache hier also wenig Sinn", erklärte er. Zum anderen betonte Heike Schmerse von der CDU, dass der Kulturausschuss bereits die Möglichkeit bietet, ausreichend informiert zu werden beziehungsweise die Planung mitzusteuern. Margarete Schwanhold von den Grünen sieht jedoch ein Kuratorium als die geeignetere Beratungsplattform an. "Schließlich ist das Bürgermuseum für alle da", sagte sie, also sollten auch möglichst viele mitgestalten können.

Unterschiedliche Auffassung zur Bürgerbeteiligung


Auf Seiten der SPD kritisierte Elke Wesche, "dass hier etwas im Voraus aufgebläht wird, was noch nicht ganz auf den Weg gebracht ist". Florian Röpke von der Linken sehe die Abweisung des Antrages allerdings als klare Ablehnung einer Bürgerbeteiligung. "Hier wird jetzt schon eine Bürgerbeteiligung abgeraten, das finde ich nicht gut", betonte er. Auf diese Reaktion des Ausschussmitgliedes reagierte Elke Wesche erzürnt. "Ein abgelehnter Antrag steht überhaupt nicht im Zusammenhang damit, dass man eine Bürgerbeteiligung blockiert", betonte sie. Der Antrag mache deutlich, so Elke Wesche, dass man sich nur mit einem Gremium weiterzuhelfen wisse, ganz nach dem Motto: "wenn du mal nicht weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis". Bisher habe es auch ohne Steuerung funktioniert, versuchte Bürgermeister Thomas Pink zu schlichten. So hätten allein die Bürger das Projekt des Bürgermuseums auf den Weg gebracht.

Die Kritik spiegelte sich auch in der Abstimmung wieder. Der Antrag wurde mit fünf Gegenstimmen abgelehnt.

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