Landkreis Helmstedt. Drüsiges Springkraut breitet sich weiterhin im gesamten Land aus und wird zu einem großen Problem für unsere heimischen Pflanzenarten. Auch die Landkreisverwaltung Helmstedt hilft aktiv bei der Zurückdrängung des konkurrenzstarken Springkrautes mit, wie sie in einer Pressemitteilung bekanntgibt.
Das Drüsige Springkraut, auch Indisches Springkraut genannt, ist inzwischen in der freien Natur immer häufiger gewässerbegleitend oder auf feuchten Wiesen zu finden. Es handelt sich dabei um einen sogenannten „invasiven Neophyten“, der einst als Zierpflanze nach Deutschland kam und auffällig große rosafarbene Blüten mit süßlichem Duft besitzt.
Das ist das Problem
Diese großen Blüten würden große Mengen an Nektar produzieren und sehr fleißig von diversen Insektenarten, insbesondere auch Hummeln, besucht – und genau dabei liege das eigentliche Problem: Es werde so viel Nektar produziert, dass die Insekten die heimischen Pflanzenarten, die in der Nachbarschaft des Springkrautes stünden, gar nicht mehr anfliegen und diese auch nicht mehr hinreichend bestäuben. Die heimische Pflanzenwelt werde sprichwörtlich „ausgebootet“ und dadurch verdrängt.
Besondere Lebensräume, wie die gesetzlich geschützten Pfeifengraswiesen mit ihrem typischen Pflanzeninventar im Landschaftsschutzgebiet Südlicher Lappwald, seien dadurch bedroht. Pfeifengraswiesen gehören zu den am stärksten gefährdeten Biotopen in ganz Niedersachsen und seien für ihren Fortbestand auf regelmäßige Pflegemaßnahmen wie Mahd, Entfernung von Gehölzjungwuchs und inzwischen auch auf die Bekämpfung von Neophyten angewiesen.
Fortlaufende Aufgabe
Im Juli 2026 wiederholten Mitarbeitende des Geschäftsbereichs Abfallwirtschaft, Wasser- und Umweltschutz der Landkreisverwaltung daher die seit 2023 jährlich durchgeführte manuelle Entfernung des Drüsigen Springkrauts an der Totenwiese in Bad Helmstedt. Da die Samen im Boden über viele Jahre keimfähig bleiben, müsse die Entfernung kontinuierlich vor der Samenreife der Pflanzen jährlich durchgeführt werden. Angesichts der weiten Verbreitung der Art auch an unzugänglichen Stellen werde die Entfernung zum Schutz seltener heimischer Pflanzenarten und Lebensräume eine fortlaufende Aufgabe des Naturschutzes bleiben.

