Wenig Regen, hohe Temperaturen: Wie voll sind die Talsperren noch?

Die vergangenen Wochen waren geprägt von Hitze und wenig Niederschlag. regionalHeute.de hat bei den Harzwasserwerken nachgefragt, wie sich die Wetterlage auf die Talsperren auswirkt.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

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Region. Der Sommer bringt die Menschen in der Region ordentlich zum Schwitzen. Bis auf einige Ausnahmen, zeigt sich der Sommer von seiner heißen und trockenen Seite. regionalHeute.de hat deshalb bei den Harzwasserwerken nachgefragt, wie sich die Wetterlage auf die Füllstände der Talsperren auswirkt und ob die Trinkwasserversorgung in den kommenden Wochen gesichert ist.



„Die Talsperrenfüllstände sind aktuell weiterhin unterdurchschnittlich, die Trinkwasserversorgung ist aber gesichert“, versichert Norman Droste, Sprecher der Harzwasserwerke. Droste erklärt weiter, dass die Talsperren als Langzeitspeicher ausgelegt sind. „Talsperren können Trockenphasen als Langzeitspeicher ausgleichen und nehmen Wasser aus niederschlagsreichen Zeiten auf, das nun für die Trinkwasserversorgung genutzt wird“, so der Sprecher der Harzwasserwerke.

Füllstände unter dem langjährigen Mittel


Die aktuelle Situation sei vor allem eine Folge der unterdurchschnittlichen Niederschläge der vergangenen Monate. Gleichzeitig steige in den Sommermonaten bei hohen Temperaturen der Wasserbedarf.

Nach Angaben der Harzwasserwerke liegen die Füllstände der Trinkwasser-Talsperren derzeit bei rund 69 Prozent. Damit liegen sie unter dem langjährigen Mittelwert von 79 Prozent. Die Entwicklung gehöre nach Einschätzung des Unternehmens jedoch zur üblichen Bandbreite im Jahresverlauf und werde bei der Bewirtschaftung der Anlagen berücksichtigt.

Ein Beispiel ist die Eckertalsperre. Sie ist aktuell zu 74 Prozent gefüllt. Die einzelnen Speicher weisen unterschiedliche Füllstände auf – entscheidend für die Versorgungssicherheit sei jedoch nicht der Wert einer einzelnen Talsperre. „Für die Versorgungssicherheit ist nicht allein der Füllstand einer einzelnen Talsperre entscheidend, sondern das Zusammenspiel zwischen Talsperren und Grundwasserwerken sowie eine vorausschauende Bewirtschaftung der Anlagen“, erklärt Norman Droste.

Verbundsystem sorgt für zusätzliche Sicherheit


Eine wichtige Rolle spiele dabei das Nordharz-Verbundsystem. Die Oker- und die Innerstetalsperre sind über Leitungen mit der Granetalsperre verbunden. Dadurch können die Anlagen zusammenwirken und die Trinkwasserproduktion im größten Wasserwerk der Harzwasserwerke unterstützen. Gerade in längeren Trockenphasen bietet dieses System zusätzliche Sicherheit. Die Versorgung von rund zwei Millionen Menschen in Niedersachsen und Bremen bleibt nach Angaben der Harzwasserwerke auch bei hohen Temperaturen gewährleistet.


Talsperren müssen mehrere Aufgaben erfüllen


Die Speicheranlagen im Harz dienen nicht nur der Trinkwasserversorgung. Sie übernehmen gleichzeitig Aufgaben beim Hochwasserschutz und bei der Stabilisierung der Flüsse. Damit auch bei sommerlichen Starkregenereignissen kurzfristig große Wassermengen aufgenommen werden können, werden die Talsperren nicht vollständig gefüllt. Der freie Rückhalteraum ermöglicht es, Hochwasserspitzen abzumildern.

„Die aktuellen Füllstände zeigen, dass unsere Talsperren ihre Aufgaben sicher erfüllen“, sagt Hendrik Rösch, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke. Sie speichern Wasser für trockene Zeiten, halten Rückhalteraum für den Hochwasserschutz bereit und stellen Wasser für die Trinkwasserversorgung sowie die Stabilisierung der Flüsse zur Verfügung.

Wasser aus den Talsperren stützt Flüsse


Neben der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz übernehmen die Harzwasserwerke auch die sogenannte Niedrigwasseraufhöhung. Dabei wird Wasser aus den Talsperren an die Flüsse abgegeben, um deren Wasserstände in trockenen Zeiten zu stabilisieren.

In ausgeprägten Trockenperioden kann das Wasser der Oker und Innerste bis weit in die Unterstromgebiete zeitweise zu mehr als 50 Prozent aus den Abgaben der Harzwasserwerke bestehen. Auch in der Leine bei Hannover lässt sich der Einfluss der Harztalsperren noch feststellen.

Versorgung auch bei weiterer Trockenheit gesichert


Die aktuellen Füllstände zeigen, dass trockene Sommer die Wasserwirtschaft vor Herausforderungen stellen. Eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung sehen die Harzwasserwerke derzeit jedoch nicht. Durch die großen Speicherkapazitäten, das Verbundsystem und die Kombination aus Talsperren und Grundwasserwerken sei die Versorgung auch bei längeren Trockenphasen abgesichert.

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