Verkehrschaos und dreiste Fahrer: Grasleber Ortskern wird zur Einbahnstraße

Laut einer Pressemitteilung der Gemeinde werde sich häufig nicht an Verbote gehalten und gesperrte Nebenstrecken genutzt.

Die LKW Fahrer nehmen oftmals eine Abkürzung.
Die LKW Fahrer nehmen oftmals eine Abkürzung. | Foto: Gemeinde Grasleben

Grasleben. Schon seit April müssen sich Pendler, aber auch Anwohner in Grasleben in Geduld üben. Dringend erforderliche Straßensanierungen behindern seit Monaten den Verkehr im Ortskern des Dorfes. Die Gemeinde weist in diesem Zusammenhang auf die äußerst schwierige Situation der Gewerbetreibenden – dort fehlt der Durchgangsverkehr – hin. Umgekehrt waren und sind Anwohner wegen des zusätzlichen Verkehrs durch die „Abkürzer“ in den Nebenstraßen genervt. Laut einer Pressemitteilung der Gemeinde werde sich häufig nicht an Verbote gehalten und gesperrte Nebenstrecken genutzt. In Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis versuche man dem jetzt entgegenzuwirken: Die Mittelstraße wird ab Montag, 19. Oktober, vorübergehend zur Einbahnstraße in Richtung Osten, wie die Samtgemeinde Grasleben berichtet.


Ziel der Maßnahme sei laut Mitteilung der Gemeinde, Anwohner – insbesondere aber auch Kinder auf dem Schulweg – zu schützen. Zwar sei seit Kurzem die Landesgrenze nach Weferlingen über die Umleitung der Grasleber Bahnhofstraße für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen wieder möglich, tatsächlich würden aber auch regelmäßig größere LKWs das ausdrückliche Verbot ignorieren und zum Beispiel die schmale Mittelstraße befahren. Die zusätzlich legal passierenden Autos würden ebenfalls zu einem überhöhten Verkehrsaufkommen und zu Belastungen für Anwohner führen. Unfälle und weitere Schäden würden durch diese intensive Nutzung befürchtet werden. Die Straßen im Dorfkern sei einfach nicht für LKW-Verkehr ausgelegt, praktisch hätten sie sich laut einiger Anwohner aber schon zur Rennstrecke für schwere LKWs entwickelt.

Das (verbotswidrige) Befahren der Mittelstraße solle weiter erschwert werden. Allen Beteiligten sei dabei bewusst, dass das Problem durch diese Maßnahme nicht vollständig gelöst werden könne und nun Anwohner unter Umständen auch einen Umweg fahren müssen. „Dies alles kann aber kein Argument sein, nichts zu tun und Däumchen zu drehen“, so Gemeindedirektor Gero Janze. Die Krux: Die Gemeinde selbst dürfe den fließenden Verkehr nicht kontrollieren, daher wurde die Polizei nochmals gebeten, den Verkehr an den kritischen Stellen intensiver zu beobachten.

Laut Gemeinde wolle man die Situation sehr genau im Auge behalten und bei Bedarf nachsteuern. „Das ist allemal besser, als in Lethargie zu verfallen und das Problem auszusitzen“, so der Gemeindedirektor.


mehr News aus Helmstedt


Themen zu diesem Artikel


Verkehr Polizei