Wolfenbüttel/Helmstedt. Fahrradwege auf ehemaligen Bahntrassen gibt es nicht erst seit dem Braunschweiger Ringgleis – nein, davon gibt es unzählige in ganz Deutschland. Und es soll ein weiterer hinzukommen, der durch die Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt führt.
Dafür will der Landkreis Wolfenbüttel jetzt die weiteren Weichen stellen. Konkret geht es um den Erwerb von 6,4 Kilometern der stillgelegten Teilstrecke Wolfenbüttel-Jerxheim zwischen Schöppenstedt und Barnstorf. Die Deutsche Bahn ist derzeit noch Eigentümerin und bietet diese Fläche an. Die Wolfenbütteler Landkreis-Verwaltung hat einen entsprechenden Antrag eingereicht, über den der Kreistag in seiner kommenden Sitzung am 29. Juni entscheiden wird. Es geht dabei um einen Teil des südlicheren Verlaufs der ehemaligen Südelmbahn – nicht um den nördlicheren Abschnitt, der Schöppenstedt mit Schöningen verbindet. Auch auf dem war eine interkommunale Radverbindung vorgesehen. Die Pläne dazu hängen aber noch in der Schwebe.
Landkreis Wolfenbüttel will für 1 Euro zuschlagen
Finanziell gesehen dürfte dem Kauf der jetzt zur Debatte stehenden Strecke zwischen Schöppenstedt und Barnstorf jedenfalls nicht viel entgegenstehen. Die Bahn verlangt den symbolischen Betrag von einem Euro. Der Tiefbaubetrieb des Landkreises soll für diesen Preis also zuschlagen. Außerdem soll er die Planung für einen Radweg auf der gesamten Trasse vorbereiten und möglichst viele Fördermittel einwerben. Dies sei Voraussetzung zur Finanzierung der Baumaßnahme.
Bei dem Erwerb der Fläche geht es jetzt zunächst darum, diese zu sichern – der Bau des Radwegs steht später auf einem anderen Blatt. Dabei ist aber klar, dass er perspektivisch von Schöppenstedt über Barnstorf nach Jerxheim führen soll. Dafür wird auch der Nachbarkreis tätig werden müssen. In der Vorlage der Wolfenbütteler Kreisverwaltung heißt es: "Es wird bei dem Vorhaben unterstellt, dass auch der Landkreis Helmstedt den weiterführenden Trassenabschnitt von der Landkreisgrenze bis zur Ortschaft Jerxheim erwirbt, um auf diesem Teilstück eine Radwegeverbindung zu schaffen, die als Anbindung von Jerxheim an die Stadt Schöppenstedt entwickelt werden soll." Dies sei auch die Intention im Helmstedter Kreishaus, heißt es dort weiter.
Sollte das Projekt Radweg in der Zukunft doch noch scheitern, gebe es trotzdem eine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit für die Trasse. So heißt es vonseiten der Landkreis-Verwaltung: "Die Fläche kann alternativ zum Ausbau für den Radverkehr auch ausschließlich als grünes Band in den Bestand des Landkreises zur Förderung der Biotopvernetzung und dem Schutz der Tier- und Pflanzenwelt genutzt werden."

