Für 300.000 Euro: Diese Wiese soll eine neue Aufgabe bekommen

Die Stadt braucht mehr Öko-Ausgleichspunkte für spätere Bauprojekte. Dafür soll eine Wiese jetzt zur Auenlandschaft werden.

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Die Gänsewiese in Wendessen soll die Stadt künftig mit Öko-Punkten versorgen.
Die Gänsewiese in Wendessen soll die Stadt künftig mit Öko-Punkten versorgen. | Foto: Matthias Kettling

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Wolfenbüttel. Bei Bauvorhaben wird oftmals Natur zerstört. Bauträger sind verpflichtet, diese Flächen auszugleichen. Dafür können sie auf Ausgleichs-Wertpunkte von bereits im Vorfeld angelegten sogenannten Ökopool-Flächen zugreifen. Da in der Stadt Wolfenbüttel auf absehbare Zeit solche Flächen zur Neige gehen, soll jetzt eine neue entstehen: Die Gänsewiese am Ortsrand von Wendessen soll das Punktekonto der Stadt wieder aufstocken.



Für fast 300.000 Euro will die Verwaltung diese Wiese zwischen Bahnstrecke und der Altenau am südöstlichen Ortsrand von Wendessen so umwandeln, dass sie die Anforderungen erfüllt, um als Ökopool-Fläche zu dienen. Sie soll zu einer naturnahen Auenlandschaft werden. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, über die der Rat der Stadt Wolfenbüttel am kommenden Mittwoch abstimmen wird.

Gänsewiese wird umgewandelt


Bei einem mehrheitlichen Ja der Ratsmitglieder werde die etwa 67.000 Quadratmeter große Gänsewiese, die sich im Eigentum der Stadt befindet, umgewandelt. Die ackerbauliche Nutzung werde aufgegeben, Drainagen zurückgebaut. Nach Plänen eines Landschaftsbüros werden dort Kleingewässer angelegt und standortangepasste Gräser und Kräuter eingesät. Außerdem sei vorgesehen, Bäume und Sträucher, die typischerweise in Auen vorkommen, anzupflanzen. Nach Umsetzung dieser Maßnahmen soll die Fläche in den folgenden Jahren ausgehagert werden – sie soll also nach und nach nährstoffärmer werden. Dadurch könne dort eine "standortgerechte naturnahe Vegetationszusammensetzung" entstehen.

So könne die Stadt auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens sammelt die Wiese so die ersehnten Ausgleichs-Wertpunkte an, die später bei Bauvorhaben ausgegeben und sogar an Dritte veräußert werden können. Außerdem leiste die Wiese so "einen nennenswerten Beitrag zur Umsetzung des Landschaftsrahmenplans 2005 und allgemein zur Renaturierung der Fließgewässer", heißt es im Antrag der Verwaltung.

Dafür muss die Stadt aber auch in die Tasche greifen. 295.000 Euro soll die Maßnahme kosten. Davon entfallen je 70.000 Euro auf Gehölzpflanzungen, die Einsaat der Gräser-Kräutermischung und die Entwicklung von artenreichem Grünland. Weitere 25.000 Euro soll die Anlage der Kleingewässer kosten. 60.000 Euro sind als Sicherheitszuschlag verplant.