Region. Wer wird "Vogel des Jahres" 2027? Bis zum 15. Oktober können Menschen in ganz Deutschland über ihren Favoriten abstimmen. Einer der fünf Kandidaten ist der Kolkrabe – ein intelligenter und anpassungsfähiger Vogel, der auch in der Region zwischen Harz und Heide zu Hause ist. Für ihn geht es bei der Wahl um mehr als einen Titel: Er steht für Toleranz und eine friedliche Koexistenz mit Wildtieren. Das erklärt die NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen mit Sitz in Salzgitter jetzt in einer Pressemitteilung.
Kranich, Kolkrabe, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel stehen zur Wahl um den Titel. Wer seine Stimme abgibt, entscheidet nicht nur über den nächsten Jahresvogel, sondern setzt auch ein Zeichen für eines der fünf Naturschutzthemen, für die die Kandidaten stellvertretend stehen.
Düsteres Erscheinungsbild
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]„Der charakteristische Ruf „Kolk, kolk“ des Kolkraben wird von Menschen als nicht besonders melodisch wahrgenommen und auch mit seinem düsteren Erscheinungsbild kann er bei vielen nicht punkten“, bedauert Josefine Stangenberg von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen. „Doch hinter dem dunklen Gewandt steckt ein helles Köpfchen, das durch Intelligenz und eine ausgesprochen soziale Lebensweise besticht.“
Mehr als nur ein schwarzer Vogel
Mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,30 m ist der Kolkrabe der größte Singvogel. Er kommt in großen Wäldern, bevorzugt in Walrandlage, aber auch in halboffenen Landschaften, Gebirgen und immer häufiger in Stadtnähe vor und findet auch in der Region Südost-Niedersachsen geeignete Lebensräume. Kolkraben sind nicht nur reviertreu, sondern führen auch eine lebenslange Paarbeziehung. Sie kümmern sich liebevoll und fürsorglich um ihren Nachwuchs. Das Brüten und die Aufzucht der Nestlinge teilen sich beide Elternteile. Kolkraben haben ein neugieriges und lernfähiges Wesen. Studien zeigen, dass sie vorausschauend in die Zukunft blicken und Absichten verstehen und für sich nutzen können. Sie sind echte Teamplayer und pflegen Freundschaften zu Artgenossen.
Seit Jahrtausenden begleiten sich Mensch und Rabe im Sinne einer gemeinsamen kulturellen Entwicklung. Mehr als andere Tierarten haben Raben in vielen Kulturen Kunst, Sprache und Spiritualität beeinflusst. Schon zu Zeiten der Jäger und Sammler arbeiteten Mensch und Tier gemeinsam. Der Rabe führte den Jäger zum Wild und profitierten im Anschluss von der Beute.
Heute profitieren Kolkraben von Landwirtschaft, Siedlungsbau und Freizeitaktivitäten der Menschen. Dies lässt sie manchen als „Schädlinge“ erscheinen.
Vom Verfolgten zur erfolgreichen Rückkehr
Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Kolkrabe durch massive Bekämpfung mit Schrot und Gift in Deutschland nahezu ausgerottet. Auch in Südost-Niedersachsen kam er bis 1945 nicht mehr vor. Inzwischen haben sich die Bestände vielerorts erholt. Dennoch ist sein dunkles Gefieder bis heute mit Vorurteilen behaftet. Noch immer fordern Menschen, ihn abzuschießen.
Jetzt mitwählen!
Bis zum 15. Oktober um 11 Uhr kann für den "Vogel des Jahres" 2027 abgestimmt werden. Dann steht fest, welcher der fünf Kandidaten Deutschland im kommenden Jahr als Jahresvogel begleiten wird. Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen lädt alle Vogelfreunde ein, die fünf Kandidaten kennenzulernen und selbst eine Stimme abzugeben. Weitere Informationen zu den fünf Kandidaten und zur Wahl des „Vogels des Jahres“ 2027 gibt es unter www.vogeldesjahres.de.

