In Zeiten der Digitalisierung: Braucht es den Bücherbus noch?

Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran. Kürzlich wurde im Stadtrat Wolfenbüttel daher die Frage aufgeworfen, ob der Bücherbus des Landkreises überhaupt noch ausreichend nachgefragt wird.

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Archivbild. | Foto: Max Förster

Wolfenbüttel. Bei der jüngsten Sitzung des Wolfenbütteler Stadtrats standen die Büchereien von Stadt und Landkreis im Fokus. Ausschlaggebend war ein Antrag der CDU/FDP-Ratsgruppe, in dem gefordert worden war, die Bücherbestände aus dem Bildungszentrum Harzstraße in die Stadtbücherei zu verlegen. Bei der Aussprache warf Ratsherr Dr. Manfred Wolfrum (AfD) jedoch noch eine andere Frage auf – nämlich, ob der Bücherbus des Landkreises in Zeiten zunehmender Digitalisierung überhaupt noch sinnvoll sei.



Wie berichtet, hatte die CDU/FDP-Ratsgruppe als Hauptbegründung für ihren Antrag die finanzielle Lage von Kommune und Landkreis angegeben. Nach Ansicht der Antragsteller hätte sich durch die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Wolfenbüttel und der Stadt Wolfenbüttel unter Umständen das Defizit des Bildungszentrums in Höhe von rund 6,2 Millionen Euro minimieren beziehungsweise eine Erhöhung des Defizits verhindern lassen – der Antrag war jedoch erwartungsgemäß abgelehnt worden. Während der vorhergehenden Aussprache war auch Ratsherr Dr. Manfred Wolfrum (AfD) zu Wort gekommen und hatte angeregt, eine Evaluation über die Ausleih-Zahlen beim Bücherbus durchzuführen. Er vermutete, diese lasse angesichts der Digitalisierung eher nach. Der Bücherbus ist allerdings Sache des Landkreises Wolfenbüttel, weshalb der Stadtrat eine solche Erhebung mangels Zuständigkeit nicht veranlassen konnte.

Das sagt der Landkreis


Wie der Landkreis Wolfenbüttel auf Anfrage von regionalHeute.de berichtet, werden die Ausleih-Zahlen des Bücherbusses längst erhoben. Demnach stiegen sowohl die Anzahl der Ausleihen physischer Medien als auch die Anzahl der Onleihen kontinuierlich. Während es im Jahr 2023 noch 66.525 Entleihungen physischer Medien gegeben habe, hätten diese im Jahr 2025 bereits bei 79.247 gelegen. Die Anzahl der Entleihungen über die Onleihe sei von 16.631 im Jahr 2023 auf 19.360 im Jahr 2025 gestiegen. Die Zahlen zeigten deutlich, dass gedruckte Medien stark nachgefragt werden und sogar stark an Bedeutung gewinnen. Dies entspreche auch dem bundesweiten Trend: Der Anteil von E-Books am Buchmarkt habe 2024 bei lediglich 6,1 Prozent gelegen, gedruckte Medien hätten dominiert. Insbesondere im Bereich der Leseförderung würden physische Medien zentral bleiben.

Der Landkreis verweist zudem darauf, dass der Kreistag eine Vorlage über die Neukonzeption des Bücherbusses inklusive der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs beschlossen hatte. Aus der Neukonzeption werde deutlich, dass der Bücherbus neben dem Verleih physischer sowie digitaler Medien weitere Funktionen übernimmt – als mobiler Ort der Begegnung und auch als Leseförderer an Schulen und Kitas.

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