Region. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die REVO Hospitality Group Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet hat. Bisher war ungewiss, wie es für die betroffenen Hotels weitergeht. Nun erklärt die REVO Hospitality Group in einer Pressemitteilung, wie es weitergeht.
Laut der Meldung bleiben die Hotels der insolventen REVO Hospitality Group erhalten. Fünf internationale Hotelgruppen und Investoren wollen rund 120 Hotels übernehmen, 45 Hotels wurden bereits verkauft. Für weitere zehn Hotels werde in Gesprächen mit Beteiligten noch eine konkrete Lösung gesucht. Der weit überwiegende Teil der rund 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels könne erhalten werden, während die Arbeitsverhältnisse der 450 Mitarbeiter in der Zentrale nicht fortgeführt werden können. Am heutigen Dienstag sollen die beiden Rechtsanwälte Dr. Benedikt de Bruyn und Dr. Gordon Geiser von GT Restructuring die Mitarbeiter über den Stand informieren.
Sichere Perspektive für Mitarbeiter
Im Januar und Februar hatten 138 Hotelgesellschaften von REVO beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Als einer der größten europäischen Multibrand-Hotelbetreiber betreibt REVO Stadthotels, Apartments für Geschäftsreisende und Familien im niedrigen bis gehobenen Preissegment in 135 Städten, darunter Marken wie die H-Hotels, Amedia, Holiday Inn, Ibis, Intercity, Mövenpick, Ramada oder Steigenberger. Die Hotels wurden in Eigenverwaltung fortgeführt, bleiben auch weiterhin geöffnet und können uneingeschränkt gebucht werden. Nur in wenigen Fällen seien die Pachtverträge in Übereinstimmung mit den Pächtern gekündigt worden.
"Wir sind sehr dankbar für das Vertrauen, das uns die Mitarbeiter, Lieferanten und Vermieter entgegengebracht haben. So konnten wir die Hotels während der Eigenverwaltung erhalten. Insbesondere der Einsatz der Mitarbeiter in diesen Monaten war entscheidend für das hohe Interesse mehrerer renommierter Betreiber, die Hotels der Gruppe zeitnah aus den Insolvenzverfahren herauszuführen. Dafür danken wir allen Beteiligten. Fast alle Hotels und die dort beschäftigten Mitarbeiter erhalten damit eine sichere Perspektive", erklärte Rechtsanwalt Dr. Gordon Geiser von GT Restructuring, der zusammen mit seinem Kollegen Dr. Benedikt de Bruyn für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren zum Geschäftsführer der entsprechenden Gesellschaften berufen wurde. Gerichtlich überwacht werden die Verfahren von den beiden Sachwaltern Rechtsanwalt Prof. Dr. Torsten Martini von Görg für die H-Hotels und Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther von Flöther & Wissing für die weiteren Hotels der Gruppe.
Großes Interesse bei Investoren
Die Investorensuche sei auf ein außergewöhnlich großes Interesse gestoßen. Über hundert Interessenten hätten sich informiert, von denen rund 20 verbindliche Angebote abgaben. Im Interesse der Gläubiger sollen mit fünf internationalen Hotelgruppen und Investoren bis Mitte Juni Investmentvereinbarungen unterschrieben werden, die jeweils Einzelportfolien mit Hotels in Deutschland, den Niederlanden und Österreich übernehmen. Für einzelne Hotels laufen die Gespräche mit den Eigentümern und weiteren Beteiligten mit dem Ziel einer tragfähigen Lösung ebenfalls weiter. Die Namen der Investoren sollen zeitnah bekannt gegeben werden. Zum angebotenen Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
Die nicht in Insolvenz befindlichen Hotels in der Schweiz, Tschechien, Italien und Frankreich werden weiterhin normal betrieben. Gespräche mit Investoren für diese Hotels befinden sich in der finalen Phase.


