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Johanniter-Motorradstaffel wieder im Einsatz: Erstversorgung in Zeiten von Corona

Die Motorrad-Johanniter dürfen nach coronabedingter Pause wieder in den Einsatz auf die Autobahnen in der Region.

Endlich wieder Asphalt unter den (Motor)Rädern: Rüdiger Schierding, Sabine Symietz, Nico Müller und Karsten Knocke von der ehrenamtlichen Motorradstaffel (von links).
Endlich wieder Asphalt unter den (Motor)Rädern: Rüdiger Schierding, Sabine Symietz, Nico Müller und Karsten Knocke von der ehrenamtlichen Motorradstaffel (von links). Foto: Johanniter

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19.05.2020

Salzgitter. Die Maschinen sind geputzt, die Tanks gefüllt und die Ausrüstung liegt bereit: Die Motorradstaffel des Salzgitteraner Johanniter-Ortsverbands darf endlich wieder auf die Autobahnen – mit eineinhalb monatiger, coronabedingter Verspätung. Doch auch für die Ersthelfer der Motorradstaffel ist der Einsatz auf den Autobahnen in der Corona-Pandemie anders als gewohnt: Sie müssen sich mit Abstand voneinander umziehen und müssen immer Masken dabei haben, für den Fall dass sie eine infizierte Person erstversorgen müssen. Dies berichtet die Johanniter-Unfall-Hilfe in einer Pressemitteilung.


„Wir brennen darauf und haben schon die ganzen Wochen auf den Neustart gewartet.“ Rüdiger Schierding, Leiter der Motorradstaffel, ist glücklich. Weil es endlich wieder auf die Straße geht, und weil auch die nötigen Schutzmaßnahmen überlegt, besprochen und umgesetzt werden konnten. Denn natürlich sind die Fahrer in Zeiten der Pandemie unter besonderen Bedingungen unterwegs. Das fängt schon vor dem eigentlichen Einsatz an. Zu den Umziehkabinen bei der Dienststelle in der Windmühlenbergstraße geht es künftig außen herum – niemand geht durch das Gebäude - um unnötige Kontakte zu vermeiden. In den Kabinen wird beim Anziehen der Dienstkleidung ein größtmöglicher Abstand gehalten. Dann melden sich die ehrenamtlichen Johanniter eigentlich vor jedem Einsatz persönlich bei der Autobahnpolizei an. Das ist auch nicht mehr nötig: „Das machen wir ab sofort telefonisch“, sagt Schierding. Auch die Schutzausrüstung der Helfer hat sich verändert: Dank Corona sind jetzt auch FFP2-Masken immer mit dabei. „Wenn wir Erste Hilfe leisten müssen und es irgendwelche Hinweise auf eine Erkrankung gibt, setzen wir die Masken auf“, sagt Rüdiger Schierding. Im Anschluss können die Masken dann auf der Dienststelle desinfiziert und erneut gebraucht werden.

Vor den ehrenamtlichen Helfern liegt erneut eine spannende Saison. Im Jahr 2019 sind sie insgesamt 14.939 Kilometer auf niedersächsischen Autobahnen gefahren: 148 Mal haben sie dabei Menschen im Notfall geholfen. Seit der Gründung im Jahr 2006 sind die Helfer regelmäßig im Einsatz und immer da zur Stelle, wo Hilfe gebraucht wird: Wenn Einsatzstellen abgesichert werden müssen und Erste Hilfe nötig ist, um Rettungskräfte an die Unfallstellen heranzuführen, die Autobahnpolizei bei Verkehrskontrollen im Harz zu unterstützen und Sanitätsdienste bei Fahr- und Laufveranstaltungen zu leisten.

Auch wenn die Corona-Pandemie einen Saisonstart Anfang April verhindert hat, untätig was das Salzgitteraner Ehrenamt natürlich trotzdem nicht: Die Ausbildungsabende – normalerweise trifft man sich jeden Dienstag in der Dienststelle – wurden kurzerhand online durchgeführt. Not macht eben erfinderisch.


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