Kein Fleisch, kein Baum - So feiert man grüne Weihnachten

Zu Zeiten der Energiekrise könne man auch etwas sparsamer feiern - die Naturschützer geben dafür ein paar besonders ökologische Tipps.

Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Pixabay

Region. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und die meisten Menschen wollen es über die Festtage nun friedlich ausklingen lassen. Doch zu Zeiten von Krisen, Hungersnötigen und Krieg ist vielleicht nicht jedem danach, die besinnlichen Feiertage wie gewohnt in Saus und Braus zu durchleben. Fette Braten, klebrige Liebesäpfel und Wein bis zum Abwinken klingen verlockend - es geht aber auch anders. Der NABU Naturschutzbund Niedersachsen gibt deswegen ein paar Tipps, wie man sein diesjähriges Weihnachten ökologisch und nachhaltig gestalten kann - ganz ohne Baum aus dem Wald und Völlerei mit der Familie.



Das Weihnachtsfest spielt sich meist um ihn herum ab, doch sind die Festlichkeiten vorbei, dann landet er auf dem Müll: der Weihnachtsbaum. Gibt es vielleicht auch besonders "grüne" Bäume oder selbst gemachte Alternativen? Bezüglich ihrer Umweltverträglichkeit können die meisten Weihnachtsbäume leider nicht punkten, berichtet der NABU. Sie stammten aus Kulturen, die durch den massiven Einsatz von Düngern und Pestiziden die Umwelt belasteten. Besser seien heimische Bäume aus Durchforstungsmaßnahmen, von Sonderflächen unter Strom- oder auf Leitungstrassen oder ökologisch angebaute Weihnachtsbäume. Letztere seien am FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel zu erkennen. Eine tolle Alternative zum üblichen Weihnachtsbaum sei aber auch ein selbst gebastelter Baum aus natürlichen Materialien wie Ästen, Kordeln und etwas Schmuck. Dieser könne dann beispielsweise dekorativ an die Wand gehängt werden.

Baumschmuck aus der Natur


Und auch der Christbaumschmuck kann umweltverträglich sein, da sind sich die Naturschützer sicher: Dazu gehörten Nüsse, Holz, Plätzchen, Stoffbänder, Obst und Figuren aus Papier, Holz, Stroh oder Wachs. Vermieden werden sollten Schnee- und Glitzersprays, da die Bäume sonst nicht kompostiert werden könnten.

Alternative Weihnachten


Kreative Bastelprojekte für die Adventszeit: Wie wäre es dieses Jahr mit einem selbst gebastelten Adventskranz aus alten Konservendosen? Dafür werden vier Konservendosen farblich hübsch gestaltet und mit etwas Sand befüllt. Jede der Dosen kann dann mit einer Kerze bestückt und im Anschluss mit Naturmaterialien wie zum Beispiel Moos, Zweigen, Nüssen und getrockneten Obstscheiben dekoriert werden. Selbst basteln sei die Alternative zum unökologisch produzierten Adventskranz, der nach vier Wochen in den Müll wandert.

Und auch beim Adventskalender könne man kreativ werden: ein Astkalender, bei dem Jutesäckchen an einen Baumstamm gehängt werden, sei eine hübsch aussehende und nachhaltige Alternative zum gekauften Einweg-Kalender mit billiger Schokolade und viel Plastik. Eine tolle selbst gemachte Variante des klassischen Kranzes an der Tür sei ein weihnachtlicher Stern aus Zweigen und immergrünen Blättern. Der Rohling besteht aus fünf gleich langen, gut bleistiftdicken oder noch dickeren Zweigen, den man über Kreuz zu einem Stern legt und Triebe mit kleinen Blättern von Buchsbaum, Spindelstrauch oder Ilex mit Bindedraht darauf fixiert. Der Stern könne dann noch mit Zapfen, Weihnachtsbaumkugeln oder Textilbändern verziert werden.

Tierliebe zu Weihnachten


Und warum nicht an Weihnachten auch unsere heimischen Vögel mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedenken - statt sie zu essen? Ein ganz besonderer Leckerbissen seien selbst gemachte Vogelfutter-Herzen. Dazu könne man einfach Körner, Samen und Nüsse mit geschmolzenem Pflanzenfett in eine Ausstechform füllen, auskühlen lassen und die erkalteten Plätzchen herauslösen.

Nachhaltig schenken und umweltfreundlich verpacken: Leider bedeute Weihnachten häufig nicht nur Besinnlichkeit, sondern auch Konsum. Jedes Jahr würden Präsente im Übermaß gekauft und verschenkt. Was am Ende übrig bleibt, seien Unmengen Verpackungsmüll. Dabei könne man gerade beim Einpacken der Geschenke herrlich kreativ sein und mit nachhaltigen Verpackungen unnötigen Abfall einsparen.

Die goldene Regel sei dabei: Nutzen, was ohnehin schon da ist und auf wiederverwendbare Materialien zurückgreifen. Statt alubeschichtetem Schmuckpapier würde sich als Geschenkverpackung zum Beispiel Recyclinggeschenkpapier, individuell gestaltbares Packpapier, Zeitungs- oder Altpapier, neutrale Kartons oder wiederverwendbare Geschenktücher aus Stoff anbieten. Als Geschenkband eigneten sich Stoffschleifen, Bänder aus Naturfasern oder Bastbänder. Mit Zweigen, getrockneten Blättern oder Blumen und fantasievoll bemalt ließen sich die Geschenke zusätzlich stilvoll dekorieren.

Um der Abfallproblematik und auch dem Einkaufsstress gänzlich zu entgehen, empfiehlt der NABU stattdessen sinnstiftende oder selbstgemachte Geschenke. Selbst gebasteltes oder ein persönlich gestalteter Gutschein für eine gemeinsame Unternehmung seien schöne Alternativen, die auch der Umwelt etwas Gutes tun. Schlägt das Herz von Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern für die Natur und deren Schutz, lohne es sich, über eine Geschenkmitgliedschaft im NABU Niedersachsen, eine NABU-Tierpatenschaft oder eine Geschenk-Spende nachzudenken.

Festmahl ohne Fleisch?


Die klassische Weihnachtsgans ist ein beliebtes Festessen. Das Fleisch stamme jedoch selten aus Deutschland, sondern werde zur Wintersaison meistens massenweise importiert. In gerade einmal neun Wochen würden die Tiere auf drei Kilogramm Gewicht gemästet. Teilweise würden die Gänse sogar lebendig gerupft oder gestopft, also maschinell zwangsernährt, was Qualen für die Tiere bedeute.

Wie wäre es daher mit einem fleischfreien Weihnachtsschmaus? Mit der steigenden Zahl vegetarisch und vegan lebendender Menschen entstünden immer mehr neue Ideen für das Weihnachtsessen. Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, sollte beim Einkauf auf biologische und lokale Herkunft achten.


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