Sie sind hier: Region >

Wolfsburg: Klaus Mohrs zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück



Klaus Mohrs zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück

Im Interview mit regionalHeute.de sprach der scheidende Oberbürgermeister auch darüber, wie sehr es ihn schmerzt, sein Amt an einen CDU-Kandidaten abgeben zu müssen und wie er den zurückliegenden Wahlkampf erlebt hat.

von Alexander Dontscheff und Axel Otto


Der scheidende Oberbürgermeister von Wolfsburg, Klaus Mohrs.
Der scheidende Oberbürgermeister von Wolfsburg, Klaus Mohrs. Foto: Axel Otto

Wolfsburg. Dass Klaus Mohrs ab Oktober nicht mehr Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg sein wird, stand schon vor der Wahl fest. Der 69-Jährige war nicht mehr angetreten. Am Rande eines Pressegesprächs fragte regionalHeute.de den scheidenden SPD-Oberbürgermeister, wie sehr es ihn schmerzt, sein Amt ausgerechnet an einen CDU-Kandidaten abgeben zu müssen und wie es für ihn persönlich weiter geht.



"Ich hätte natürlicher lieber ein anderes Ergebnis gehabt", erklärt Klaus Mohrs zum Ausgang der Stichwahl, bei der sich der CDU-Kandidat Dennis Weilmann gegen die von der SPD favorisierte Iris Bothe durchgesetzt hatte (regionalHeute.de berichtete). Wahlniederlagen gehörten aber zur Demokratie - genau wie Wahlsiege. Er habe in über 40 Jahren Zugehörigkeit zur SPD beides häufiger erlebt.

Schöne Bilder statt politischen Inhalten



Der zurückliegende Wahlkampf sieht Mohrs eher kritisch. Dieser sei mit mehr Ellenbogen geführt worden als der 2011, als er gewählt wurde. Außerdem seien es "viele schöne Bilder" gewesen, die politischen Botschaften hätten ihm manchmal gefehlt. Seinem Nachfolger wünsche er dennoch ganz viel Erfolg, denn sein Erfolg bedeute auch einen Erfolg für die Stadt Wolfsburg, die ihm sehr am Herzen liege. Ratschläge wolle er Dennis Weilmann nicht geben. "Ratschläge gebe ich nur, wenn sie erbeten werden. Möglichst auch nur besten Freunden, denn dann kommen sie so an, wie sie gemeint sind", betont Mohrs.

Er selbst wolle sich nun völlig aus der aktiven Kommunalpolitik rausziehen. "Ich brauche nach so intensiven Jahrzehnten den Abstand", erklärt der scheidende OB. Natürlich bleibe er aber ein politisch interessierter Mensch und auch im SPD-Ortsverein aktiv. Außerdem wolle er verfolgen, wie sich sein Sohn Falko Mohrs als Bundestagsabgeordneter weiter entwickele. Auf die Frage, ob sich der Sohn manchmal Ratschläge vom Vater hole, betont der OB, dass dies zuletzt eher umgekehrt gewesen sei. Dieser sei ein extrem kluger Stratege.


zum Newsfeed