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Kritik an geplantem Naturschutzgebiet Mascheroder Forst



Braunschweig

Kritik an geplantem Naturschutzgebiet Mascheroder Forst

von Marian Hackert


Das Mascheroder Holz soll schon bald zu einem Naturschutzgebiet umgewandelt werden. Symbolfoto: Anke Donner
Das Mascheroder Holz soll schon bald zu einem Naturschutzgebiet umgewandelt werden. Symbolfoto: Anke Donner Foto: Anke Donner

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Braunschweig. Die Waldgebiete rund um Mascherode sollen zum Naturschutzgebiet umgewandelt werden. Die Pläne der Braunschweiger Umweltbehörde wurden im jüngsten Stadtbezirksrat Südstadt-Rautheim-Mascherode diskutiert.



Das zukünftige Naturschutzgebiet soll laut Planungen der Braunschweiger Umweltbehörde einen Großteil Mascherodes umschließen. Es bietet zahlreichen geschützten Tierarten einen geeigneten Lebensraum, unter anderem Spechten, Fledermäusen und Amphibien. Das Naturschutzgebiet soll vor allemzum Erhalt und der Entwicklung von Alteichen und -buchen geprägten Laubmischwäldern beitragen und einen Lebensraumfür zahlreiche totholzbewohnende Arten bieten. Bisher war das Mascheroder Holz und die angrenzenden Waldbereiche als Nutz- und Freizeitwald ausgewiesen. Die Satzung für das künftige Naturschutzgebiet sieht jedoch einige Regeln und Verbote vor. Insbesondere die Verbote stoßen bei Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung sowie den Forstmitarbeitern auf Kritik.

Zutritt künftig nur für Eigentümer


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Im Stadtbezirksrat Südstadt-Rautheim-Mascherode wurde die Thematik diskutiert. Foto:




So ist es unter anderem verboten, Hunde frei laufen zu lassen und auch der Zutritt soll lediglich den Eigentümern, Behördenvertretern und Jägern erlaubt sein. So wäre das Betreten des Naherholungsgebiet durch Bürgerinnen und Bürger nicht mehr möglich. Auch sei es zukünftig untersagt,wild lebende Tiere oder die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören. Angrenzende Sportanlagen würden diese Ruhe wohl in beträchtlichem Maße beeinträchtigen und auch Exkursionen, zum Beispiel durch Schulen, wären nicht mehr möglich. Diese und viele weitere Kritikpunkte treiben die Bürger und Mitglieder des Stadtbezirksrats um. Hinzu komme die fehlende Einbeziehung in die Planungen, heißt es von Seiten der Verwaltung.

Klarheit über Strafmaß bei Verstößen


Im jüngsten Stadtbezirksrat einigten sich SPD und CDU daher auf einen fraktionsübergreifenden Antrag. Dieser sieht eine entsprechende Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtbezirk in die Planungen und das Einfrieren des Verfahrens vor. Ebenso sei eine intensive Einbindung der Eigentümer und des Stadtbezirksrates in zukünftige Entscheidungen zu gewährleisten. Weiterhin müsse die Öffentlichkeit über mögliche weitere Einschränkungen umfassend informiert werden und über das zu erwartende Strafmaß bei Nichteinhaltung von Verboten, zum Beispiel durch spielende Kinder in gesperrten Bereichen, Klarheit geschaffen werden.

Keine nachhaltige Umweltpolitik



Zudem ist vorgesehendie Zuständigkeit für das Rautheimer- und Mascheroder Holz beim Forstamt Wolfenbüttel zu belassen. Laut CDU-Fraktion ähnele die bisherige Art der Kommunikation und die generelle Vorgehensweise einem Diktat der unteren Naturschutzbehörde. Bezirksbürgermeister Jürgen Meeske verwies im Rahmen der Sitzung auf die unzureichende Einbindung der Verwaltung. So hätten die Ratsmitglieder lediglich Einsicht in die Urfassung der Planungen aus dem Jahr 2015. Dieser Weg sei für Meeske, auch im Hinblick auf die fehlende Bürgerbeteiligung, nicht gangbar. Zudem sei noch nicht geklärt, ob ein Anspruch auf Entschädigungszahlungen vorliege, sollte das Naturschutzgesetz angewandt werden. "Wenn nichts gepflegt wird, wird aus dem Eichenwald ein Birken- und Eschen-Mischwald", so der Bezirksbürgermeister. Dies stelle laut seiner Meinung keine nachhaltige Umweltpolitik dar.

Dem fraktionsübergreifenden Antrag der CDU und SPD wurde geschlossen zugestimmt.

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