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Kulturmarktplatz: Debatte um die Kosten



Goslar

Kulturmarktplatz: Debatte um die Kosten

von Alec Pein


In einer gemeinsamen Sitzung des Kulturausschusses und des Bertriebsausschusses des Goslarer Gebäudemanagements wird heute der Kulturmarktplatz beraten. Mit einer Kostenschätzung von 8,6 Millionen Euro Baukosten, ohne Ausstattung oder Gestaltung, überraschte die Verwaltung kürzlich die Politik. Foto: Alec Pein
In einer gemeinsamen Sitzung des Kulturausschusses und des Bertriebsausschusses des Goslarer Gebäudemanagements wird heute der Kulturmarktplatz beraten. Mit einer Kostenschätzung von 8,6 Millionen Euro Baukosten, ohne Ausstattung oder Gestaltung, überraschte die Verwaltung kürzlich die Politik. Foto: Alec Pein

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Goslar. Gerade einmal 14 Tage nachdem die Kostenschätzung von 8,6 Millionen Euro für Baumaßnahmen am künftigen Kulturmarktplatz bekanntgegeben wurden, sollten die Fachgremien bereits entscheiden. Der Betriebsausschuss des Goslarer Gebäudemanagements (GGM) und der Ausschuss für Kultur und Stadtgeschichte widmete sich in einer fast zweistündigen gemeinsamen Sitzung am Donnerstag im Amsdorfhaus allein diesem Thema.

Um eine Nutzung der Räumlichkeiten der ehemaligen Hauptschule Kaiserpfalz für Stadtbibliothek, Archiv, Hort und öffentliche "Kommunikationsflächen" zu ermöglichen rechnet man derzeit mit einem von der Stadt zu tragenden Anteil von 4,6 Millionen Euro, bei zusätzlicher Förderung in Höhe von 4 Millionen Euro. Bis zum 15. Oktober, so erster Stadtrat Burkhard Siebert zu Beginn der Sitzung, müsste der Antrag auf Förderung beim zuständigen Ministerium eingereicht werden, um die Förderung zu erhalten. Dafür müsse man allerdings den gegebenen Zeitrahmen einhalten. 4,6 Millionen Euro sollen dann zwischen GGM-Eigenmitteln und Mitteln aus dem städtischen Kernhaushalt aufgeteilt werden, wobei die Stadt nach jetzigem Planungsstand einen Kredit aufnehmen müsste, um 1.825.000 Euro aufzubringen. 2.775.000 sollen aus Eigenmitteln des GGM bereitgestellt werden. Grund zur Sorge: Die gesamten 8,6 Millionen Euro müssen, so gibt es das Förderprogramm vor, bis 2018 verbaut sein.


Pflichtaufgaben Archiv und Bibliothek



Bibliothek und Archiv müssen unterzubringen sei "Pflicht und keine Kür", versicherte Sieber. Die einzigen Räumlichkeiten für eine dauerhaft zufriedenstellende Lösung habe die Verwaltung an der Königstraße gesehen. Überzeugt habe der Förderantrag, so Siebert, mit den zusätzlichen Begegnungs- und Kommunikationsmöglichkeiten im Konzept, die sich von einer "reinen Sanierung" abheben. Mario Kowalsky, vom Architektenbüro Planungsring aus Wernigerode, hat im Auftrag der Stadt Pläne entwickelt. Seine Aufgabe: Neben Bibliothek, Archiv und Hort auch Kommunikationsflächen in den Gebäuden unterzubringen, in denen Vorträge, Ausstellungen und Aufenthalt möglich sein sollen. Für den Planer und die Kulturschaffenden sind die Kommunikationsflächen untrennbar von den Planungen für Archiv und Bibliothek: Die gut 2.000 Quadratmeter Fläche seien für Besucher und Bürger nötig, um Bibliothek und Archiv "zugänglich und attraktiv" zu gestalten. Nur so seien diese Einrichtungen zukunftsfähig, erklärt Kowalsky.


Sorge ums Geld



Grund für diesen Hinweis waren Überlegungen aus CDU-Reihen, sich angesichts der hohen Kosten, erst einmal den "Pflichtaufgaben" zu widmen. GGM-Ausschussvorsitzender Uwe Schwenke de Wall verschickte einen Tag vor der Sitzung eine Schreiben an Rat und Verwaltung und warnte vor Gesamtkosten von 13 Millionen Euro. "Die 8,6 Millionen Euro bedeuten, es steht noch kein Schrank im Regal!", warnte Schwenke de Wall dann am Donnerstag. Bei aller Sorge um die öffentlichen Mittel konnte man sich am Ende auf eines einigen: Bibliothek und Archiv müssen untergebracht werden und eine 4 Millionen Euro Förderung möchte man sich auch nicht entgehen lassen.

Erst die Hülle, dann das Innenleben



Über alles weitere, etwa wie und mit welchen Mitteln Hof, Innenräume und möglicherweise die Sporthalle, dessen Zukunft in den Planungen noch offen bleibt, später gestaltet werden, soll die Zeit zeigen. Beim Herstellen der "Hülle" des künftigen Kulturmarktplatzes gibt es allerdings schon Ideen, wo man "abspecken" könnte. So möchte die Bürgerliste gerne auf Raumerweiterungen im Untergeschoss im zum Museumsufer ausgerichteten Gebäudetrakt verzichten, wie sie in den aktuellen Planungen vorgesehen ist. Dort soll sich der Haupteingangsbereich mit Empfang der untergebrachten Einrichtungen befinden, außerdem sind dort Bistro und Aufenthaltsflächen vorgesehen. Ein großer Kostenfaktor, auf den nicht verzichtet werden kann, ist die statische und energetische Sanierung der Gebäudeteile, in denen das Archiv untergebracht werden soll. Um die Archivalien ordnungsgemäß lagern zu können, muss eine höhere Mindestdeckenbelastung geschaffen werden, als das vorgesehene Gebäude derzeit aufweist. Außerdem braucht es neue Technik, die für konstantes Raumklima sorgt und eine energetische Fassadensanierung. Außerdem ist ein verbindender Neubau zwischen West- und Nordflügel geplant. Dieser sei nötig, um eine für die Archivarbeit sinnvolle Infrastruktur zu schaffen.

Kulturmarktplatz:



Im West- und Nordflügel soll das Archiv in bezüglich der Deckenbelastung und der Temperaturverhältnisse für die Archivalien geeigneter Umgebung, auf 2.000 Quadratmeter untergebracht werden - inklusive Büroräume für Mitarbeiter. Im Nordflügel, in Richtung Museumsufer, sollen Kommunikationsräume auf 2.100 Quadratmetern entstehen. Die Bibliothek findet mitsamt Mitarbeitern und Emfangsbereich ebenfalls im Nord- sowie zusätzlich im Ostflügel auf 2.500 Quadratmetern platz. Das Goslarer Museum soll durch einen Durchbruch mit dem Haupteingangsbereich verbunden und dort mit Museumsshop und Empfang untergebracht werden. Der Hort ist in den Planungen im Ostflügel auf 250 Quadratmetern in Richtung Königstraße untergebracht und soll einen Teil des Innenhofes als Spielplatz erhalten. Einen Überblick über das Treiben auf dem Kulturmarktplatz soll die Kulturverwaltung mit Büroräumen über der Turnhalle im zweiten Obergeschoss erhalten. Bis 2018 soll mit den 8,6 Millionen Euro die "Hülle" für die Unterbringung geschaffen werden, über für die Ausstattung und Gestaltung nötige Investitionen werden die Fachgremien separat entscheiden müssen.



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