Lebererkrankungen im Fokus: Neues Angebot in Braunschweig

Lebererkrankungen bleiben oft lange unentdeckt. Am Marienstift gibt es nun eine eigene Leberambulanz.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

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Braunschweig. Erhöhte Leberwerte oder ein auffälliger Ultraschallbefund – hinter solchen Zufallsbefunden kann eine ganze Bandbreite an Erkrankungen stecken, von Virusinfektionen über Autoimmunerkrankungen bis zu seltenen Stoffwechselstörungen. Am Krankenhaus Marienstift in Braunschweig können Patienten in der neu eingerichteten Leberambulanz spezialisiert untersucht und abgeklärt werden, ohne dass dafür ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig ist. Das berichtet die Evangelische Stiftung Neuerkerode (esn) in einer Pressemeldung.



„Das Problem ist, dass eine Lebererkrankung lange Zeit unbemerkt bestehen kann“, erklärt Farid Alexander Jamai, leitender Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, der die neue Ambulanz leitet. Viele Betroffene hätten zunächst keine Beschwerden, und wenn Symptome auftreten, seien sie oft unspezifisch – etwa Abgeschlagenheit oder nachlassende Leistungsfähigkeit. Häufig beginnt die Diagnostik deshalb mit einem Zufallsbefund bei einer Routineuntersuchung.

Enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Praxen


Die neue Leberambulanz versteht sich als Anlaufstelle für Hausärzte und gastroenterologische Praxen in der Region Braunschweig. Fällt bei einer Routineuntersuchung ein auffälliger Leberwert oder Ultraschallbefund auf, können Patienten zur weiteren Abklärung überwiesen werden. „In dieser Form gab es zuvor keine vergleichbare ambulante Leberversorgung in der Region“, so Jamai. Das Angebot richte sich bewusst nicht nur an Menschen, die bereits stationär behandelt wurden, sondern vor allem an die ambulante Erstabklärung.

Breites Spektrum an Untersuchungsmöglichkeiten


Im Zentrum der Diagnostik stehen Labor- und Ultraschalluntersuchungen. „Bei Bedarf kommen spezialisierte Verfahren wie die Lebervenendruckmessung zum Einsatz, mit der sich der Druck in den Blutgefäßen vor der Leber bestimmen lässt – ein wichtiger Anhaltspunkt, wenn sich aus einer Leberfibrose eine Leberzirrhose zu entwickeln droht“, erläutert Jamai. Das Spektrum der behandelten Erkrankungen reicht von Virusinfektionen über autoimmune Lebererkrankungen bis zu Stoffwechselerkrankungen wie Hämochromatose oder Morbus Wilson.

Lebererkrankungen bleiben lange unbemerkt


Mit dem neuen Angebot will das Marienstift auch für das Thema sensibilisieren: Eine kranke Leber tut in der Regel nicht weh, und nicht nur Alkohol kann sie schädigen. Gleichzeitig ist die Leber ein regenerationsfähiges Organ – wird die Ursache rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie sich in vielen Fällen gut erholen. „Wichtig ist, dass man die Leber nicht erst dann beachtet, wenn sie Beschwerden macht“, betont Jamai.