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Löwentor: Die "Blechkiste" ist vom Tisch



Wolfenbüttel

Löwentor: Die "Blechkiste" ist vom Tisch

von Thorsten Raedlein



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Wolfenbüttel. Auch wenn es "nur eine Vorab-Info" war, wie Benedikt Schmidt-Waechter, Geschäftsführender Gesellschafter des "Löwentor"-Entwicklers iandus, mehrfacht betonte, so waren es doch gute Nachrichten, der er am Dienstag den Mitgliedern des städtischen Bauausschusses präsentierte. Der stramme Zeitplan solle demnach weiterhin wie geplant umgesetzt werden und der Entwurf der "Blechkiste", wie das architektonisch angedeutete Dammtor aus Blickrichtung Schulwall des ersten Entwurfes von vielen Wolfenbüttelern mittlerweile bezeichnet wurde, ist vom Tisch.

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Der neue Entwurf verzichtet auf die "Blechkiste" die das ehemalige Dammtor darstellen sollte. Foto: Thorsten Raedlein




Mit dieser Kritik habe iandus nicht gerechnet. "Und natürlich haben wir darauf reagiert", so der Entwickler. Ein neuer Entwurf wurde geplant – und der sieht vor, dass der Platz des ehemaligen Dammtores von 1754 freigehalten wird, um es nachzuempfinden. Dazu wird das Gebäude an einigen Stellen zurückgebaut, um die Blickrichtung in Richtung Schloss parallel zu halten.

Und überhaupt, der neue Entwurf sorge dafür, dass die in der unmittelbaren Nähe zu findende Fachwerkbauten besser zur Geltung kommen. So werde auch der Kopfbau an den Krambuden behutsam zurückgebaut und erhalten mit hohen Gauben – für die neu geplanten Büros im zweiten Obergeschoss – im Vergleich zum Erstentwurf ein etwas anderes Gesicht. Beibehalten werden soll der Charakter von Einzelhäusern, die Gebäudesockel könne sich iandus in Natursandstein vorstellen, ein Werkstoff, der in Wolfenbüttel häufig zu finden sei.

Parkhaus-Fassade in Lamellenoptik?



Ebenfalls Gedanken habe man sich in Sachen Parkhaus gemacht. Hier sollen 160 "Komfortplätze" entstehen. Die Aussenfassade des Parkhauses könne man sich in einer offenen Lamellenoptik vorstellen. Diese sorge nicht nur für mehr Licht und Luft im Parkhaus, sie wirke auch dem Charme einer Betonfassade wie früher entgegen. "Zu dieser Idee würden wir gerne Meinungen einfangen", meinte Schmidt-Waechter.

Festhalten wolle man an dem hohen Schaufensteranteil der Fassade der Immobilie. Dies sei insbesondere dem Wunsch der möglichen Mieter geschuldet. Mit denen stehe man aktuell weiterhin in Verhandlungen. Bekleidung, Lebensmittler, Drogerie, Schreibwarenbedarf, Spielwaren und ein Café, Restaurant oder Bistro stünden weiterhin auf der Liste. Man denke mittlerweile auch darüber nach, in Teilen des ersten Stockwerkes ein Fitness-Studio einziehen zu lassen. "Handel allein reicht zur Belebung der Stadt nicht mehr", so Schmidt-Waechter. Ein Fitness-Angebot würde insbesondere in den Abendstunden für mehr Frequenz in der Stadt sorgen.

Bürgerinformation Anfang Juli


Bis zum 9. Juni soll nun ein Auslegungsbeschluss gefasst werden, die Auslegung der Pläne soll dann vom 30. Juni bis 31. Juli erfolgen. Anfang Juli ist zudem eine öffentliche Bürgerveranstaltung zum Thema geplant. Hier wolle iandus dann auch Fragen beantworten und die Entwürfe im Detail vorstellen.

Von den Mitgliedern des Bauausschusses gab es vor den Fragen durch die Bank erst einmal Lob für die neuen Pläne – und das Engagement das Haus wieder mit Leben zu füllen. Werner Heise (PIRATEN) zum Beispiel zeigte sich dankbar, dass Schmidt-Waechter bekräftigte, den Zeitplan einhalten zu wollen. "Daher sollten wir auch nicht lange über die Lamellenfassade diskutieren, sondern so schnell wie möglich die Bagger anrollen lassen und loslegen. Darauf kommt es den Bürgern an." Birgit Oppermann (CDU) verspürte nach dem Vortrag von Schmidt-Waechter schon "Lust das Haus live zu erleben". Torsten Ohms (SPD) hakte beim Zeitplan noch einmal nach, ob dieser tatsächlich einzuhalten sei. "Zwei Jahre planen, zwei Jahre bauen sind durchaus realistisch", meinte der Düsseldorfer Entwickler. Vor Überraschungen, die sich im Zuge der Bauphase ergeben würden, sei man allerdings nicht gefeit.

Ulrike Krause (GRÜNE) bat darum, zu prüfen, ob das Beton-Relieff noch im Haus an einer Stelle Verwendung finden könne. Hier konnten Uwe Kiehne  (SPD) und Bauamtsleiter Ivica Lukanic auf die Stadt Schöppenstedt verweisen, die Interesse an dem Kunstobjekt gezeigt hätten. Kiehne regte an, da Wolfenbüttel doch schon zahlreiche Fitness-Studios hätte, über die Einrichtung einer Kegelbahn im ersten Stock nachzudenken. Bürgermitglied Martin Langer mahnte an, die Radfahrer nicht zu vergessen und eine entsprechende Abstellanlage in vernünftiger Größe einzuplanen.

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