Region. Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist deutlich gestiegen. Im Juni sind nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mindestens 99 Menschen ertrunken. Auch in Niedersachsen gab es mehr Todesfälle als im Vorjahr. Acht Menschen kamen im Juni ums Leben, im Vorjahreszeitraum waren es fünf. Auch in der Region ereigneten sich tödliche Badeunfälle.
Am 28. Juni ertrank ein 17-Jähriger im Eixer See bei Peine. Stundenlang hatten Einsatzkräfte den See und die angrenzenden Uferbereiche abgesucht. Am Abend konnte der Jugendliche nur noch tot geborgen werden. Ein weiterer tödlicher Badeunfall ereignete sich am vergangenen Wochenende. Am 12. Juli starb eine 63-jährige Frau aus Wolfsburg beim Baden im Arendsee in der Altmark (Sachsen-Anhalt).
Viele Opfer waren junge Menschen
Die DLRG registrierte im Juni dieses Jahres so viele tödliche Unglücke wie seit dem Hitzesommer 2003 nicht mehr. Damals kamen im gleichen Monat 107 Menschen in Gewässern ums Leben. Von den im Juni registrierten Todesopfern waren 40 Menschen nicht älter als 30 Jahre. 35 der bekannten Opfer waren über 50 Jahre alt. Mehr als 90 Prozent der Verunglückten waren männlich.
„Es sind vor allem Männer, die zu viel Risiko eingehen und Gefahren unterschätzen. Auch gehen sie öfter berauscht von Alkohol oder anderen Drogen ins Wasser“, sagt DLRG-Präsidentin Ute Vogt
Die meisten Opfer in Seen und Flüssen
Die Auswertung der tödlichen Unfälle im Juni zeigt laut DLRG bekannte Muster beim Unfallgeschehen. Viele Menschen unterschätzen Gefahren wie Strömungen, Temperaturunterschiede beim Sprung ins Wasser, fehlendes Schwimmvermögen oder die eigene Leistungsfähigkeit. Weitere Ursachen können medizinische Notfälle oder Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sein.
Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich im Juni in Seen. Dort kamen 55 Menschen ums Leben. Weitere 21 Personen ertranken in Flüssen. Jeweils sechs Todesfälle registrierte die DLRG in Schwimmbädern, im Meer und in Kanälen. „Jeder Todesfall ist einer zu viel. Seen und Flüsse laden an heißen Tagen zwar zur Abkühlung ein, bieten aber nicht die gleiche Sicherheit wie Schwimmbäder. Schon eine einzige Fehlentscheidung kann innerhalb weniger Sekunden schwerwiegende Folgen haben“, sagt Ute Vogt.
DLRG gibt Tipps für mehr Sicherheit
Die Rettungsgesellschaft ruft dazu auf, die Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen, umsichtig zu handeln und appelliert an Badegäste, einfache Regeln zu beachten.
• Nur an bewachten Badestellen ins Wasser gehen
• Nie überhitzt ins Wasser springen, sondern vorher abkühlen
• Nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen
• Strömungen und unbekannte Gewässer meiden
• Die eigene Leistungsgrenze realistisch einschätzen
• Kinder immer beaufsichtigen
• Beim Baden auf Mitmenschen achten
• Beim Paddeln, Surfen oder Bootfahren eine Schwimmweste tragen
• Genug trinken und sich nicht zu lange der Sonne aussetzen

