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Wolfenbüttel: Fragliche Corona-Impfung: Ring nimmt DRK-Vorstandsarbeit wieder auf und legt Geschäftsführung nieder



Wolfenbüttel

Fragliche Corona-Impfung: Ring nimmt DRK-Vorstandsarbeit wieder auf und legt Geschäftsführung nieder

Die internen Untersuchungen des DRK-Kreisverband bezüglich der Frage, ob sich der Vorsitzende des Kreisverbandes beim Impfen vorgedrängelt hatte, seien nun abgeschlossen. Andreas Ring nehme seine Vorstandsarbeit wieder auf, seinen Posten als Geschäftsführer ist er allerdings los.

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Symbolbild Foto: Rudolf Karliczek

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Wolfenbüttel. Andreas Ring nimmt seine Vorstands-Arbeit mit sofortiger Wirkung wieder auf. Die Geschäftsführung der DRK-Rettungsdienst gGmbH werde Ring jedoch niederlegen. Das kündigt in einer Pressemitteilung der DRK-Kreisverband Wolfenbüttel an, dessen Vorstand Ring ist.



In den vergangenen Wochen hatte eine Braunschweiger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Vorwürfe der "Impfdrängelei" untersucht, die von anonymer Seite gegen Ring erhoben worden waren. Er selbst hatte seine Tätigkeit für die Dauer dieser Untersuchung ruhen lassen – sowohl als Kreisvorstand als auch als Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst gGmbH im Landkreis Wolfenbüttel.

Nun hätten laut DRK die Prüfer einen ausführlichen Bericht vorgelegt, der 235 Seiten umfasse. Das Resümee dieses Papiers sei eindeutig, heißt es in der Mitteilung des DRK. "Wie von Andreas Ring bereits eingeräumt, handelte es sich bei seiner vorzeitigen Impfung um einen persönlichen Fehler, für den er sich bereits entschuldigt hat", stellt Horst Kiehne klar, der Sprecher im Präsidium des DRK-Kreisverbandes. In dem Bericht komme aber auch zum Ausdruck, dass Ring sich nicht proaktiv auf die Liste habe setzen lassen oder sich vor andere gedrängelt habe, die im Rahmen ihrer DRK-Tätigkeit zur Impfung anstanden. "Sein Versäumnis war es vielmehr, sich nicht aktiv von der Liste streichen zu lassen", erklärt Kiehne. Das sei falsch und unsensibel gewesen und werde auch interne Folgen haben, versichert der Präsidiumssprecher. "Aber wir werden jemanden, der 18 Jahre lang ausgesprochen erfolgreich für das Deutsche Rote Kreuz in Wolfenbüttel gearbeitet hat, deswegen nicht fallen lassen", erläutert er die Abwägung innerhalb des DRK-Kreisverbands. "Andreas Ring hat seinen Fehler eingesehen, er hat sich entschuldigt – und jetzt geht es wieder an die Arbeit."

Abläufe sollen optimiert werden


Das Präsidium sei zudem froh, dass die intensive Prüfung der Braunschweiger Kanzlei ansonsten nur Positives ergeben habe. "Außer der bereits eingeräumten fehlerhaften Impfung der Rettungsdienstgeschäftsführung, zu der Andreas Ring gehört, hat keine Impfung von nicht berechtigten Personen stattgefunden", betont Horst Kiehne.

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Gleichwohl würden die Mitglieder des geschäftsführenden DRK-Präsidiums durch den Bericht weiteren Handlungsbedarf sehen: "Wir werden den Bericht zum Anlass nehmen, innerbetriebliche Abläufe zu optimieren", berichtet Horst Kiehne über weitere Schlussfolgerungen. Insbesondere solle künftig bei wesentlichen Entscheidungen das Vier-Augen-Prinzip in den Abläufen verankern werden. "Hierzu wird es in Kürze eine Klausurtagung des geschäftsführenden Präsidiums geben, bei der Vorschläge zur Verbandsstruktur diskutiert werden, die dann in der Folgezeit mit dem Hauptamt und dem Ehrenamt umgesetzt werden sollen."

Eine erste Veränderung im Verband kündigte das DRK-Präsidium und Vorstand Andreas Ring bereits an. Wie das DRK am Abend ergänzend zur Meldung vom Nachmittag mitteilte, werde Andreas Ring die Geschäftsführung der DRK-Rettungsdienst gGmbH niederlegen und die Stelle des Geschäftsführers soll kurzfristig ausgeschrieben werden.


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