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Neues Wohnkonzept: Tiny House-Siedlung für Braunschweig gefordert



Braunschweig

Neues Wohnkonzept: Tiny House-Siedlung für Braunschweig gefordert

Ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, BIBS und P² im Rat der Stadt sieht die Unterstützung der Umsetzung einer solchen Siedlung vor.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

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Braunschweig. Bekommt Braunschweig eine Tiny House-Siedlung? Stimmen für diese gemeinschaftliche Wohnform mit individuellen, ökologisch gebauten, architektonisch ausgefeilten Mini-Gebäuden in Kombination mit einem Gemeinschaftsbereich hat es schon länger gegeben (regionalHeute.de berichtete). Doch nun könnten die Pläne konkreter werden. Ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, BIBS und P² im Rat der Stadt sieht die Unterstützung der Umsetzung einer solchen Siedlung vor.



Die Verwaltung solle prüfen, welche Grundstücke in Braunschweig für eine zeitnahe Realisierung einer Tiny House-Siedlung geeignet seien, heißt es in dem Antrag, der am heutigen Mittwoch im Planungs- und Umweltausschuss besprochen wird. Konkret werden auch zwei Vorschläge gemacht. Möglichkeiten für eine zeitnahe Umsetzung sehen die Antragsteller im Förderbereich der Sozialen Stadt Donauviertel (am Lehmanger) oder im Bereich des geplanten CoLivingCampus am Bienroder Weg.

"Lösungen für das Wohnungsproblem"


Tiny House-Siedlungen stünden für ein modernes und nachhaltiges Wohnkonzept, dass für eine Stadt wie Braunschweig viele Vorteile bringe, heißt es in der Begründung des Antrages. Mit einem solchen Konzept würden zukunftsweisende, kreative und soziale Lösungen für das Wohnungsproblem im innerstädtischen Bereich geboten, die in ähnlicher Form zunehmend und von immer mehr deutschen Kommunen in die Stadtplanung integriert würden.


In Bezug auf den Forschungsstandort Braunschweig böte eine Tiny House-Siedlung zahlreiche Ansatzpunkte für Forschungsvorhaben im technisch-ökologischen und im sozialwissenschaftlichen Bereich. Bei ersten Gesprächen hätten Institute der ortsansässigen Hochschulen deutliches Interesse gezeigt, so die Antragsteller. Auch konnten erste Institute für Forschungsaktivitäten rund um eine Tiny House-Siedlung gewonnen werden. Mit einer Tiny House-Siedlung hätte Braunschweig einen Standortfaktor, der sich unter anderem positiv bei der Anwerbung von spezialisierten Experten aus der High-Tech-Branche auswirken würde. Gerade in diesen Bereichen seien Mitarbeiter häufig als digitale Nomaden oder als Freelancer tätig, die auf der Suche nach modernen, kreativen und innovativen Wohnformen seien.

"Auch die Nachbarn profitieren"


Auch die ökologische und ressourcenfreundliche Bauweise würde für die Tiny Houses sprechen. Vom Sharingkonzept könnten neben den Bewohnern auch die Nachbarn einer Tiny House-Siedlung profitieren, zum Beispiel durch die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen, Werkzeugen und Alltagsgeräten. Eine Tiny House-Siedlung lebe außerdem von der Vernetzung mit dem Umfeld. Mehrgenerationen-Wohnen im vielfältigen, möglicherweise dicht bebauten und sozialem Kontext, ermögliche ein aktives und erweitertes soziales Umfeld. Dazu gehöre eine gelebte Nachbarschaft über die Grenzen der Tiny House-Siedlung hinaus, die einer Vereinsamung sozialer Gruppen entgegenwirke und eine gegenseitige Unterstützung in den unterschiedlichsten Lebenssitutionen verstärke.

Der Rat der Stadt entscheidet noch im Dezember über den interfraktionellen Antrag.


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