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Niedersachsens Libellen sind in Gefahr



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Niedersachsens Libellen sind in Gefahr

In unserem Video zeigen wir, wie eine Libelle aus ihrem Kokon schlüpft.

von Anke Donner


Einige Libellen in Niedersachsen sind bedroht. Foto: Anke Donner

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Region. Der Bestand der Libellen in Niedersachsen und Bremen ist derzeit rasanten Veränderungen unterworfen. Experten sehen in erster Linie den Klimawandel als Ursache. Das belegt die aktuelle Rote Liste der gefährdeten Libellen, die durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) jetzt herausgegeben wurde.



„Libellen sind die größten Jäger unter den Insekten und haben eine ganz eigene Faszination. Die rote Liste zeigt, welche Arten besonders gefährdet sind, aber auch welche Populationen sich durch Schutz-Maßnahmen etwa beim Gewässerschutz wieder erholen. Dabei zeigt sich, dass der Klimawandel mittlerweile große Auswirkungen auch auf die Libellenpopulationen hat", betont der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies. „Bei vielen Arten, die vor allem in unseren Mooren zu finden sind, gibt es negative Auswirkungen, da ihre Entwicklungsgewässer in den letzten regenarmen Jahren zunehmend austrocknen. Dagegen sind andere Arten Profiteure der fortschreitenden Erwärmung, darunter aus dem Süden neu eingewanderte Arten wie die Südliche Heidelibelle." In Niedersachsen und Bremen wurden bisher 73 Libellenarten nachgewiesen.

Der Kokon einer Libelle.
Der Kokon einer Libelle. Foto: Anke Donner


„Von den 69 regelmäßig in Niedersachsen vorkommenden Libellenarten steht ein Drittel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, elf davon sind inzwischen vom Aussterben bedroht, so zum Beispiel die Speer-Azurjungfer", erläutert Berthold Paterak, Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz im NLWKN. Insgesamt hat sich die Zahl der gefährdeten Libellenarten gegenüber der vorangegangenen Roten Liste aus dem Jahr 2007 jedoch verringert. „Dies spiegelt insbesondere die Erfolge unserer Maßnahmen zum Fließgewässerschutz der letzten Jahrzehnte wider", bestätigt Paterak. Aber auch die Klimaerwärmung und ein verbesserter Kenntnisstand über unsere Libellen tragen ihren Teil dazu bei. „Durch eine regelmäßige Aktualisierung der Roten Listen, wie sie inzwischen im Naturschutzgesetz festgeschrieben ist, dokumentiert der NLWKN die Veränderungen der Bestände und der Gefährdungssituation vieler Tier- und Pflanzenarten", erklärt der Naturschutzexperte.


Grundlage der neuen Roten Liste Libellen ist der von der ehrenamtlich tätigen Arbeitsgemeinschaft Libellen in Niedersachsen und Bremen jüngst erarbeitete Libellenatlas, der für jede Art auch eine umfassende Analyse von Bestandssituation und -entwicklung umfasst. Die jeweilige Einstufung der Arten in Gefährdungskategorien beruht auf komplexen Auswertungen, die durch die AG Libellen in vorbildlicher Weise erstellt wurden und in der Roten Liste dokumentiert sind. Die zugrundeliegenden Daten sind das Ergebnis der Kartierungen durch weit über 1.000 ehrenamtlich tätigen Personen, die ihre Beobachtungen an die AG Libellen und den NLWKN gemeldet haben. „Für diese Arbeit möchte ich mich daher ganz besonders bei allen ehrenamtlich im Naturschutz Tätigen bedanken!", so Minister Lies.


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