AfD-Größen zu Gast: Dieses Hotel rechtfertigt sich

Drei Bundestagsabgeordnete sind zum "Bürgerdialog" in der Region. Das gastgebende Hotel sieht sich Anfeindungen gegenüber und beklagt bereits Stornierungen.

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AfD-Bundestagsfraktion (Archiv).
AfD-Bundestagsfraktion (Archiv). | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Lengede. Eine öffentliche Veranstaltung der AfD-Bundestagsfraktion mit Parteigrößen wie Maximilian Krah – und das im Landkreis Peine? Dieses Event sorgte offenbar für einige Kritik am Veranstaltungsort, dem Landhaus Lengede. Der Betreiber bezog dazu jetzt via soziale Medien Stellung.



Der Bürgerdialog ist eine regelmäßige Veranstaltungsreihe der Rechtsaußen-Partei, die in mehreren Bundesländern stattfindet und oftmals auf Proteste stößt – vor wenigen Wochen demonstrierten laut übereinstimmenden Medienberichten rund 1.200 Menschen gegen die Veranstaltung im niedersächsischen Melle.

In Lengede steht der nächste Termin an


Jetzt ist der nächste Termin in Niedersachsen im Landhaus Lengede angesetzt, wie die Bundestagsfraktion der Partei auf ihrer Homepage ankündigt. Drei Bundestagsabgeordnete der AfD sind dafür am 8. Mai vor Ort im Landkreis Peine – unter anderem der umstrittene Maximilian Krah, gegen den Ermittlungsverfahren wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche laufen. Der Bundestag hatte deswegen zuletzt im Februar Krahs Immunität aufgehoben, woraufhin Durchsuchungen im Umfeld des AfD-Manns stattfanden.

Wahlkampf im Landkreis Peine


Und Angela Rudzka ist in Lengede ebenfalls dabei. Der Grund dafür dürfte auf der Hand liegen: Die Bundestagsabgeordnete kandidiert dieses Jahr bei der Kommunalwahl und will Peiner Landrätin werden.

Offenbar musste das Landhaus Lengede unter anderem wegen dieser Gästeliste jetzt einiges an Kritik einstecken und habe laut eigenen Angaben sogar Drohungen und Stornierungen erhalten. Jedenfalls ging diese Woche ein Statement des Hotels und Restaurants online mit dem Titel "Unsere Haltung: Ein offenes Haus für alle!" Darin heißt es: "In der letzten Zeit gab es vermehrt Diskussionen und Rückfragen bezüglich der Vermietung unserer Räumlichkeiten. Uns ist es wichtig, ein klares Statement abzugeben."

"Neutraler Gastgeber"


Als Betreiber einer Veranstaltungsstätte und eines Hotel- und Restaurantbetriebes sehe sich das Haus "in der Rolle eines neutralen Gastgebers". Und weiter: "Unser Haus steht jedem offen – unabhängig von politischer Gesinnung, Religion, Herkunft oder Meinung."

Neutralität und demokratisches Grundverständnis – das seien die Gründe für diese Haltung. "Wir machen uns die Meinungen unserer Mieter/Gäste nicht zu eigen, sondern bieten lediglich den professionellen Rahmen für deren Zusammenkunft", heißt es im Statement. Das Landhaus öffne daher seine Türen "für alle Gruppen gleichermaßen", ohne "eine Vorauswahl nach politischem oder Weltanschauungs-Filter zu treffen."

Es sei bedauernswert, so ist dort weiter zu lesen, "dass wir aufgrund dieser Haltung derzeit Drohungen erhalten und mit Stornierungen konfrontiert sind. Wir möchten betonen, dass Anfeindungen gegen unseren Betrieb und unser Team keine Grundlage für ein professionelles Miteinander bilden."

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