Peine. In Braunschweig gibt es eins, in Wolfenbüttel und Salzgitter ebenfalls, in Peine derweil noch nicht. Die Rede ist von einem Jugendparlament. Über die vergangenen Monate hat der Kreisschülerrat Peine nun eine umfangreiche Umfrage an den Schulen im Landkreis durchgeführt. Das Ziel: Ein klares Bild davon zu gewinnen, wie die Peiner Schüler zu der Einrichtung eines Jugendparlaments (JuPa) stehen und welche Erwartungen damit verbunden sind. Das Ergebnis ist eindeutig, offenbart aber auch Handlungsbedarf.
An der Befragung beteiligten sich insgesamt 851 Schüler und Schülerinnen aus mehr als zehn Schulen und sechs verschiedenen Schulformen. Die Mehrheit der Befragten steht dem Vorhaben positiv gegenüber, erklärt der Kreisschülerrat in einer Pressemittreilung.
Mehr als die Hälfte will ein Jugendparlament
Demnach würden sich 56 Prozent grundsätzlich für ein Jugendparlament in Peine aussprechen. Allerdings gaben auch 35 Prozent der Befragten an, sich noch unsicher zu sein. „Das ist ein Zeichen dafür, dass noch Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, um das Konzept des Jugendparlaments greifbarer zu machen”, erklärt Bennet Steyer, Geschäftsführer des Kreisschülerrats.
Die Ergebnisse sieht der Kreisschülersprecher Denny Gallatowitsch insgesamt positiv: „Ich freue mich sehr, dass so viele Schüler:innen an der Umfrage teilgenommen haben. Die Ergebnisse zeigen, dass grundsätzlich Interesse an einem Jugendparlament besteht. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir noch viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, um das Konzept und die Möglichkeiten eines Jugendparlaments bekannter zu machen.“
Auch Anna Bührig, stellvertretende Kreisschülersprecherin, sieht in den Rückmeldungen ein starkes Signal: „Es ist toll zu sehen, dass so viele Jugendliche Interesse daran haben, ihre Ideen einzubringen und etwas zu verändern. Mit einem Jugendparlament bekommen junge Menschen die Chance, unseren Landkreis aktiv mitzugestalten.“
Klarer Fokus bauf die Themen Mobilität und Infrastruktur
Bei den Inhalten, die ein künftiges Jugendparlament priorisieren sollte, stechen Schwerpunkte heraus. So fordern 27,6 Prozent der Befragten einen Fokus auf die Infrastruktur (insbesondere bessere Busverbindungen). 26,3 Prozent möchten die Attraktivität des Landkreises und der Innenstadt für junge Menschen steigern. Auch Bildung (23 Prozent) und Jugendgesundheit inklusive mentaler Gesundheit (20 Prozent) rangieren weit oben.
Vorstandsmitglied Juliusz Dorocinski dazu: „Bei der Auswertung der Umfrage fällt auf, dass knapp die Hälfte der Schülerschaft in Peine bessere Bus-/Bahnverbindungen oder die Attraktivität des Landkreises im Jugendparlament thematisieren möchten. Die Umfrage belegt also, dass unsere Zielsetzung im Kreisschülerrat vollkommen richtig war.”
Vorstandsmitglied Elisa Wala erklärt: „Die Umfrage zeigt, dass sich die Jugend mehr beteiligen möchte. Genau das wollen wir umsetzen. Sei es die fehlende Infrastruktur oder seit Jahren bekannte Probleme im Bildungsbereich. Diese Möglichkeit muss endlich geschaffen werden, deshalb bin ich froh, dass die Jugend dies nun endlich einfordert.“
„Das Jugendparlament soll in der Lage sein, den Kreisschülerrat bei seinen bildungspolitischen Aufgaben zu unterstützen. Und unterstützende Kräfte können wir als Kreisschülerrat im Bereich Bildung jederzeit gut gebrauchen, in jeder Form”, so Mohammad Kador Amin Osman, beratend für den Vorstand.
Der Kreisschülerrat werde die detaillierten Ergebnisse der Umfrage nun in die kommenden Gespräche mit der Politik und der Verwaltung einbringen, um den Prozess zur Entstehung des Jugendparlaments aktiv voranzutreiben und parallel weitere Aufklärungsangebote an den Schulen zu schaffen.

