Peine. Ein gutes Ende deutet sich im Hinblick auf jüngst vermutete Sporenbelastungen in der Turnhalle der Peiner Burgschule an: Die Stadt Peine plant, die momentan noch gesperrte Halle in Absprache mit dem Landesgesundheitsamt ab Januar wieder für den Schul- und Vereinssport freizugeben. Dies berichtet die Stadt Peine in einer Pressemitteilung.
Aufgrund der Sorgen und Bedenken der Elternschaft und Schulleitung im Zusammenhang mit einem Wasserschaden in der Burgschulturnhalle sei eine ergänzende Raumluftmessung in Auftrag gegeben worden, um eine Raumluftkontamination durch mikrobiologischen Befall auszuschließen. Bei einer Raumluftmessung im Oktober wären in der kleinen Burgschulhalle erhöhte Partikelwerte in der Raumluft gemessen worden, für die große Halle, die Umkleidekabinen und die sanitären Einrichtungen hätten sich in der Erstmessung jedoch keine Auffälligkeiten ergeben. Aufgrund dieses Ergebnisses sei die kleine Halle für die Nutzung gesperrt worden. Darüber hinaus sei eine Untersuchung zu möglichen Ursachen durch das städtische Hochbauamt erfolgt.
Nachdem nunmehr auch das Ergebnis der dritten Messung des beauftragten Gutachters vorliege, werde deutlich, dass zu keiner Zeit Gefahren für die Nutzer vorlagen und einer Freigabe der Sportstätte nichts mehr im Wege stehe. In der zweiten und dritten Messung seien keine erhöhten Partikelwerte in der Halle festgestellt worden. Auch die Kultivierung der gesammelten Partikel habe ein einwandfreies Ergebnis gezeigt. Dieses Ergebnis habe sich bereits nach einer vom Gutachter in Folge der ersten Messergebnisse empfohlenen einfachen Reinigung der Halle ergeben. Daraus lässt sich schließen, dass es sich bei den erhöhten Partikelwerten in der ersten Messung um alte Lagerstäube gehandelt habe, die bei der Nutzung der Sporthalle aufgewirbelt wurden.
Geruchsbelästigung im Gebäude
Die Stadtverwaltung habe während der Schließzeit der Turnhalle außerdem auf die Beschwerden zu Geruchsbelästigungen im Gebäude reagiert. Wie sich herausstellte, hätten diese im Zusammenhang mit dem unter der Halle befindlichen Kriechkeller gestanden. Der Kriechkeller weise konstruktionstypisch eine direkte Verbindung mit dem Erdreich auf, was zu Geruchsentwicklungen beitragen könne. Die offenen Randfugen hinter den Sockelleisten des Turnhallenbodens seien zum Kriechkeller luftdicht verklebt worden. Hierbei wären zunächst sämtliche Fugen durch Schaum mit extra hoher Elastizität verfüllt und anschließend mit einem Klebedichtband luftdicht verschlossen worden, sodass der Luftaustausch mit dem Kriechkeller unterbunden werde. Eine umfassende Sanierung des Kriechkellers sei im Rahmen der Sporthallensanierung im Jahr 2021 vorgesehen.
Zudem sei das Lüftungssystem auf dem Dachboden der Turnhalle von Fachfirmen inspiziert und ein baulicher Zugang zu der Anlage hergestellt worden. Die derzeitige Umluftanlage der Halle solle nun zu einer regulierbaren Zuluftanlage umgebaut werden. Mit dieser Maßnahme werde ein leichter Überdruck in der Burgschulhalle entstehen und das Eindringen von Gerüchen und Stäuben erschwert. Aufgrund langer Lieferzeiten könne dieses jedoch frühestens Anfang kommenden Jahres passieren.
Pflege und Reinigung der Sportgeräte
Besondere Beachtung werde auch weiterhin die Pflege und Reinigung der Sportgeräte finden müssen. Hier sei es auf einem mit Leder bezogenen Turnkasten zu einem augenscheinlichen Schimmelbefall gekommen.
Die völlig unbedenklichen Werte, die in der dritten Messung nochmals bestätigt wurden, sollen im laufenden Betrieb verifiziert werden. Hierzu werde es zu gegebener Zeit eine weitere, abschließende Messung durch den Gutachter geben und über einen längeren Zeitraum hinweg eine Überprüfung des Raumklimas mittels eines sogenannten Datenloggers erfolgen. Dieser sei bereits installiert worden.

