Vorbereitungen für den Sally-Perel-Tag laufen

Der Gedenktag soll weiterentwickelt werden. Darum ging es jetzt bei einem Workshop.

Sie arbeiten an der Weiterentwicklung des Gedenktages in Peine.
Sie arbeiten an der Weiterentwicklung des Gedenktages in Peine. | Foto: Stadt Peine

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Peine. Die Stadt Peine hat die Vorbereitungen für den Sally-Perel-Tag aufgenommen. Ein Workshop im Kreismuseum brachte Vertreter verschiedener Einrichtungen zusammen, um die inhaltliche Ausrichtung des künftigen Gedenk- und Aktionstages weiterzuentwickeln. Das berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung.



„Der Sally-Perel-Tag steht für eine lebendige Erinnerungskultur, die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet“, sagt Henrik Kühn, Amtsleiter für Bildung und Kultur der Stadt Peine. „Wir möchten gemeinsam mit verschiedenen Einrichtungen ein Format schaffen, das Menschen jeden Alters erreicht und die Themen Demokratie, Menschenrechte und Zivilcourage nachhaltig vermitteln. So werden wir das kommende Jahr intensiv nutzen, um die Veranstaltung gemeinsam vorzubereiten und weiterzuentwickeln.“

Vertreter von Schule und Verwaltung treffen sich im Kreismuseum


Gastgeberin des Workshops war Dr. Doreen Götzky, Leiterin des Kreismuseums. Neben der Verwaltung des städtischen Amtes für Bildung und Kultur nahmen Vertreter der Wallschule Sally Perel, der Stadtbücherei, des Stadtarchivs, der Stadtjugendpflege, des Kulturrings und des Kreismuseums teil. Anna-Lisa Bister, Leiterin der Servicestelle Kultur des Landkreises, moderierte die Veranstaltung. Gemeinsam wurde darüber beraten, wie der Sally-Perel-Tag künftig ausgestaltet werden kann und welche bestehenden Projekte und Angebote in das Veranstaltungsformat einfließen können.

Den fachlichen Einstieg übernahmen Dr. Jens Binner mit einem Impulsvortrag zum Thema „Gedenken und Gedenkkultur“ sowie Dr. Annika Wellmann mit einem Einblick in die Erarbeitung eines Vermittlungsprogramms zum Thema Sally Perel im Kreismuseum.
Im anschließenden Workshop entwickelten die Teilnehmenden erste Ideen für die zukünftige Gestaltung des Sally-Perel-Tags. Diskutiert wurden unter anderem mögliche Veranstaltungsformate, Kooperationen sowie ein gemeinsames Erscheinungsbild einschließlich eines Logos.

„Erinnerungskultur lebt von der Vielfalt der Stimmen, Erfahrungen und Perspektiven, die unterschiedliche Akteurinnen und Akteure einbringen“, betont Dr. Götzky. „Das Kreismuseum versteht sich als Ort des Erinnerns und des Austauschs. Umso mehr freue ich mich, den Auftakt für diesen gemeinsamen Entwicklungsprozess mit zu begleiten und zu gestalten.“

Der Sally-Perel-Tag wurde erstmals im Jahr 2023 im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in Peine veranstaltet. Mit der geplanten Neuauflage am 24. Mai 2028 soll das Format als eigenständiger Gedenk- und Aktionstag weiterentwickelt und künftig im zweijährigen Rhythmus stattfinden. Das Datum wurde bewusst gewählt: Am 24. Mai 1945 kehrte Sally Perel nach den Jahren der Verfolgung und des Überlebens im Nationalsozialismus nach Peine zurück. Seine Rückkehr markierte den Beginn eines neuen Lebensabschnitts und steht zugleich symbolisch für Erinnerung, Versöhnung und den Auftrag, die Geschichte für nachfolgende Generationen lebendig zu halten.

„Die engagierten Beiträge aller Beteiligten zeigen, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit unserer kulturellen und pädagogischen Einrichtungen steckt“, freut sich Kühn und dankt insbesondere dem Landkreis für die wertvolle Kooperation. Die Ergebnisse des Workshops sollen nun die Grundlage für die weitere Planung bilden. Bis zur Veranstaltung im Mai 2028 werden die beteiligten Einrichtungen die erarbeiteten Ideen weiter konkretisieren und gemeinsam entwickeln. „So werden wir die Erinnerung an Sally Perel lebendig halten und zugleich ein starkes Zeichen für Demokratie, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen“, ist sich Kühn sicher.